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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau | Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Gemeinsame Strategie für Bremer Innenstadt liegt vor

Vertiefung des Innenstadtkonzeptes ist abgeschlossen

19.10.2021

Mit der "Strategie Centrum Bremen 2030+" liegen nun zentrale Aussagen für die Weiterentwicklung einer lebendigen Mitte Bremens zwischen Wall und Weser vor. Der Bremer Senat hat bereits im Jahr 2019 frühzeitig auf die enormen Herausforderungen in der Bremer Innenstadt reagiert, die mit dem Online-Handel begonnen und sich mit der Coronakrise noch einmal erhöht haben, und die Vertiefung des bestehenden Innenstadtkonzeptes beschlossen. Diese wird mit einer erneuten Befassung des Bremer Senates am 19. Oktober 2021 abgeschlossen.

Die Vertiefung des Innenstadtkonzeptes ist ein gemeinsames Projekt der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa sowie der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven. Mit der Ausarbeitung, Prozessorganisation und Dokumentation war das Büro "Urban Catalyst" aus Berlin beauftragt. In einem ergebnisoffenen und dialogorientierten Prozess wurde das Profil des Kernbereiches des Bremer Centrums weiterentwickelt. Politik, Fachressorts, Schlüsselakteure wie Eigentümer, Kulturschaffende, Gewerbetreibende, Anrainer, Interessenverbände und Initiativen waren über verschiedene Kommunikations- und Arbeitsformate in den Prozess eingebunden. Bürger wurden sowohl vor Ort, als auch in einem umfassenden Onlineformat beteiligt.

In der "Strategie Centrum Bremen 2030+" sind wichtige Handlungserfordernisse für die Zukunft der Bremer Innenstadt in verschiedenen Themenfeldern rund um eine hohe Nutzungsvielfalt, qualitätsvolle öffentliche Räume und verbesserte Mobilität benannt und mögliche Synergieeffekte in einem Gesamtkonzept verankert. Räumliche Schwerpunkte für künftiges Handeln und entscheidende Schlüsselmaßnahmen sind identifiziert. Mit dieser Perspektive ist Bremen gut aufgestellt, um den Transformationsprozess und die Neuausrichtung seines Centrums aktiv zu steuern und zu gestalten.

Dazu Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau: "Die Bremer Innenstadt steht vor enormen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt werden: Äußere Rahmenbedingungen wie der demographische Wandel, ein dynamischer Strukturwandel sowie die Auswirkungen des Klimawandels prägen aktuell ihre Entwicklung. Anstehende und laufende öffentliche und private Projekte wirken im Stadtraum. Die Ansprüche an eine zukunftsfähige Mobilität sowie an die Aufenthalts- und Erlebnisqualität verändern sich. Themen wie Aufenthaltsqualität und Nutzungsmischung, Mobilität und Erreichbarkeit, Klimaschutz und -anpassung können mit der 'Strategie Centrum Bremen 2030+' integriert und räumlich fokussiert angegangen werden. So wird beispielsweise Am Brill die Umgestaltung des ehemaligen Sparkassenareals und seines Umfeldes in den Blick genommen und dabei sowohl eine neue Nutzung als möglicher Standort für Wissenschaft als auch die Neugestaltung der Verkehrsräume mit mehr Raum für Fuß- und Radwege und komfortableren Querungen vorgeschlagen. Es freut mich sehr, dass mit dem vertieften Innenstadtkonzept nun eine Strategie für das Bremer Zentrum, unser 'Wohnzimmer', vorliegt. Durch gemeinsames Engagement einer Vielzahl von Akteuren der Stadtgesellschaft ist es gelungen, sich auf verbindende Ziele wie Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Attraktivität verbindlich zu verständigen und dabei auch Klimaschutz und -anpassung den nötigen Raum zu geben, um das Zentrum zukunftsfest aufzustellen. Nun ist es an uns allen, diese Strategie in den nächsten Jahren umzusetzen. Dabei wünsche ich mir, dass wir den Geist, der die partnerschaftliche Erarbeitung ermöglicht hat, beibehalten und konstruktiv an der Zukunft und im Sinne unserer Innenstadt wirken."

Darstellung Schwerpunktraum 1 - Am Brill.
Darstellung Schwerpunktraum 1 - Am Brill.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, sagt: "Die Innenstadt ist die Visitenkarte unserer Stadt und sie ist mit über 60.000 Arbeitsplätzen im erweiterten Innenstadtbereich, als zentraler Handels- und touristischer Ort zugleich unser wichtigster Wirtschaftsstandort. Die aktuelle Entwicklung in der Bremer Innenstadt verlangt insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie und dem auch damit verbundenen wachsenden Anteil des Online-Handels ein klares Konzept zur Ausgestaltung einer lebendigen Mitte Bremens zwischen Wall und Weser bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus. Dieses Konzept wird hiermit dem Senat vorgelegt und beraten. Es stärkt in einer zukünftig stärker durchmischten Innenstadt die Leitfunktion Handel: Dieser steht vor Veränderungen, künftig werden innovative, individuelle und regionale Einzelhandelskonzepte stärker nachgefragt werden. Auch der Officebereich steht vor Veränderungen, das Konzept macht mit dem Schlagwort 'New Work' deutlich, dass wir uns um eine Modernisierung der teilweise in die Jahre gekommen Büroflächen kümmern werden, stellt die Bedeutung von modernen Gastronomiekonzepten und die Chancen für den Tourismus heraus. Mit dem Aktionsprogramm und dem Zukunftsprogramm Innenstadt konnten bereits wichtige Projekte umgesetzt und angestoßen werden. Das Innenstadtkonzept benennt nun weitere zentrale Aufgaben wie die Ertüchtigung der Glocke, die weitere Profilierung des Domshofes und die Attraktivierung des Einzelhandels. Von besonderer Bedeutung ist es, die 'Innenstadt als Campus' zu entwickeln und unsere City insgesamt zu einem Labor für gesellschaftliche Zukunftsthemen zu machen. Neben dem Standort Brill eignen sich weitere Standorte in der Innenstadt für die Themen Wissenschaft, Forschung und Lernen."

Janina Marahrens-Hashagen, Präses der Handelskammer Bremen, sagt: "Bremens Innenstadt braucht jetzt dringend neue Impulse. Daher ist es gut, dass sich Politik und Wirtschaft auf ein sinnvolles Konzept zur städtebaulichen Entwicklung des Zentrums geeinigt haben, in dem sich die Zukunft des Handels, neue Nutzungsformen und veränderte Ansprüche an Mobilität und Klimaschutz gleichermaßen wiederfinden. Mit dieser Perspektive hat sich die Handelskammer an der Erarbeitung des Innenstadtkonzepts aktiv beteiligt. Wir begrüßen daher sehr, dass nun eine Gesamtstrategie für die Bremer Innenstadt vorliegt. Das entspricht unserer langjährigen Forderung, einzelne Innenstadt-Projekte zu bündeln und die City durch ein Gesamtkonzept zu stärken. Es ist richtig, jetzt möglichst zügig die oberzentrale Funktion Bremens fortzuentwickeln. Aus unserer Sicht ist ein wichtiges Element der Strategie, dass die einzelnen Innenstadtquartiere besser vernetzt werden. Das bringt die Innenstadt als Einzelhandelsstandort weiter voran, erhöht die Aufenthaltsqualität und macht sie durch einen sinnvollen Nutzungsmix attraktiver."

Weiterführende Informationen und mögliche Abbildungen

Die "Strategie Centrum Bremen 2030+" umfasst folgende Konzeptbausteine:

  • Eine Charta, die in zehn Punkten aufzeigt, was das Centrum Bremen in Zukunft ausmachen soll - als gemeinsame ressort- und akteursübergreifend getragene Vision eines lebendigen Centrums zwischen Wall und Weser
  • Drei thematische Handlungsfelder mit Strategien und konkrete Maßnahmen, die in drei Strategiekarten verortet und in Zielbildern dargestellt sind (HF 1: Erreichen, Ankommen und Bewegen, HF 2: Verweilen und Begegnen, HF 3: Nutzen und Erleben)
  • Fünf Schwerpunkträume (Am Brill, Erlebnis Weltkulturerbe, Centrum an der Weser, Mitte Bremen und die Wallanlagen), in denen sich priorisierte Maßnahmen themenübergreifend aus den Handlungsfeldern bündeln.
Darstellung Schwerpunktraum 2 - Erlebnis Weltkulturerbe.
Darstellung Schwerpunktraum 2 - Erlebnis Weltkulturerbe.

Themen wie Aufenthaltsqualität und Nutzungsmischung, Mobilität und Erreichbarkeit, Klimaschutz und -anpassung können mit der "Strategie Centrum Bremen 2030+" integriert und räumlich fokussiert angegangen werden. So wird beispielsweise im Schwerpunktraum 1 Am Brill die Umgestaltung des ehemaligen Sparkassenareals und seines Umfeldes in den Blick genommen und dabei sowohl eine neue Nutzung als möglicher Standort für Wissenschaft als auch die Neugestaltung der Verkehrsraume mit mehr Raum für Fuß- und Radwege und komfortableren Querungen vorgeschlagen.

Projekte zur engeren Anbindung des Centrums an die Weser mit neuen Wegebeziehungen und besseren Querungen werden in Schwerpunktraum 3 dargelegt, in dem auch die Profilierung der Martinistraße als Stadt- und Erlebnisraum thematisiert ist. In Schwerpunktraum 5 sollen die Wallanlagen sowohl in ihrer Funktion als grüner Erholungsraum wie auch als Bindeglied gestärkt werden, zusätzliche Querungen geschaffen und temporäre Nutzungen erprobt werden.

Die "Strategie Centrum Bremen 2030+" ergänzt und aktualisiert das bestehende Innenstadtkonzept und ist richtungsweisend für künftige Planungen und Projekte und bildet eine Grundlage und den ersten Schritt, um gemeinsam – öffentliche wie private Akteurinnen und Akteure und die Bremer Stadtgesellschaft – ins Handeln zu kommen.

Prozess

In einem ergebnisoffenen und dialogorientierten Prozess mit der Stadtgesellschaft wurde das Profil des Kernbereiches des Bremer Centrums weiterentwickelt. In unterschiedlichen Kommunikations- und Arbeitsformaten (Table Talks im Juli 2020, Vertiefungsworkshops im September 2020 und Fachwerkstatt im März 2021) wurden Fachressorts und Schlüsselakteuren wie Eigentümern, Kulturschaffenden, Gewerbetreibenden, Anrainern und Interessenverbänden und Initiativen in den Prozess eingebunden. Bürger konnten sich vor Ort unter anderem mittels eines Beteiligungsfahrrades im September 2020 sowie pandemiebedingt durch ein Onlineformat im März 2021 in den Prozess einbringen. Eine ressortübergreifende Begleitrunde hat den Prozess der Vertiefung Innenstadtkonzept gesteuert, das Strategiepapier wurde mehrfach im Beirat Mitte vorgestellt und diskutiert sowie mit der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans verzahnt.

Anlass

Die Bremer Innenstadt steht – wie viele Innenstädte und Stadtteilzentren - vor enormen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie noch verstärkt werden: Äußere Rahmenbedingungen wie der demographische Wandel, ein dynamischer Strukturwandel im Einzelhandel durch Digitalisierung und damit verändertes Kaufverhalten sowie die Auswirkungen des Klimawandels prägen aktuell ihre Entwicklung. Anstehende und laufende öffentliche und private Projekte wirken im Stadtraum. Die Ansprüche an eine zukunftsfähige Mobilität sowie an die Aufenthalts- und Erlebnisqualität verändern sich. Eine Rückbesinnung auf die Innenstadt als Standort für Wohnen, Bildung oder Kultur wirft neue Fragestellungen auf.

Daher hat der Bremer Senat 2019 noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie auf diese Entwicklung reagiert und die Vertiefung des bestehenden Innenstadtkonzeptes "Bremen Innenstadt 2025" aus dem Jahre 2014 beschlossen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Centrum konnten so im Arbeitsprozess berücksichtigt werden und erste Erkenntnisse aus der Umsetzung des Aktionsprogramms Innenstadt einfließen. Damit ist noch vor Ende der Pandemie die Freie Hansestadt Bremen mit einer Strategie für die Transformation ihrer Innenstadt zu einem lebendigen und resilienten Centrum gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet.

Im Anhang finden Sie weitere Abbildungen, die die Redaktionen gerne nutzen können:

Foto Darstellung Schwerpunktraum 1 – Am Brill (jpg, 355.6 KB)
Foto Darstellung Schwerpunktraum 2 – Erlebnis Weltkulturerbe (jpg, 413.2 KB)
Abbildungen Innenstadtkonzept (pdf, 427.5 KB)

Ansprechpartner für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Stellvertretender Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wae.bremen.de

Jens Tittmann, Pressesprecher bei der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Tel.: (0421) 361-6012, E-Mail: jens.tittmann@umwelt.bremen.de