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Der Senator für Inneres | Die Senatorin für Justiz und Verfassung

Erster nationaler Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt

Der 11. März: Erinnerung und Mahnung zugleich

10.03.2022

Nach einem entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts Mitte Februar wird an diesem Freitag erstmals in Deutschland ein Nationaler Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt begangen. Der 11. März knüpft an den Europäischen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus an, der nach den Bombenanschlägen in Madrid vom 11. März 2004 eingeführt wurde.

Dazu Justizsenatorin Claudia Schilling: "Der 11. März ist nicht einfach nur ein weiterer Gedenktag – er erinnert und mahnt uns, über die schrecklichen Taten von Terroristen oder Extremisten und deren Strafverfolgung nicht die Opfer zu vergessen. Dies ist eine schmerzhafte Lehre, die wir aus dem Attentat am Berliner Breitscheidplatz ziehen mussten, als diejenigen, die dort verletzt wurden oder Angehörige und Freunde verloren hatten, zunächst sehr allein dastanden. Eine Konsequenz daraus war die Einrichtung zentraler Stellen für Opferschutz – auch in Bremen wurde aufgrund der Erfahrungen in Berlin die Stelle eines Opferschutzbeauftragten unter dem Dach des Justizressorts geschaffen. Ziel dabei ist es, sich parteiisch an die Seite der Opfer zu stellen, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen, ihr oftmals traumatisierenden Erlebnisse zu verarbeiten. Mitmenschlichkeit, genau darum geht es letztlich auch an diesem Gedenktag – aber es geht eben auch um Entschlossenheit, weiterhin mit aller Kraft durch die Arbeit von Polizei und Justiz gegen terroristische und extremistische Bedrohungen vorzugehen." Der Gedenktag erinnere zudem daran, wie schnell das eigene Leben und alles, was sicher scheint, zerbrechen kann, so Schilling weiter: "Genau das erleben gegenwärtig die Menschen in der Ukraine auf grauenhafte Weise. Sie sind Opfer eines völkerrechtswidrigen Überfalls auf ihr Land. Dass gegenwärtig viele Menschen aus Bremen und Bremerhaven, Menschen, die aus der Ukraine flüchten konnten, Unterkunft und Hilfe anbieten, macht Mut und ist ein deutliches Signal der Mitmenschlichkeit an diesem ersten nationalen Gedenktag."

Innensenator Ulrich Mäurer: "Der 11. März ist ein Tag der Erinnerung und der Mahnung: Leider stehen oft genug die Täter mehr im Fokus der Öffentlichkeit, als das große Leid der Toten und vielen Verletzten. Die Anschläge am Breitscheidplatz, in Halle, Hanau oder Kassel haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Aber wohl die wenigsten unter uns erinnern noch den Selbstmordanschlag auf ein Festival in Ansbach im Sommer 2016, das Messerattentat in einem Regionalzug bei Würzburg oder den Anschlag auf die Autobahn 100 in Berlin, um nur einige hier zu nennen. Für die Überlebenden und für die Angehörigen der Getöteten änderte sich dagegen von einem Moment auf den anderen buchstäblich alles. Gemeinsame Träume, Gewissheiten und vor allem ein Grundvertrauen ins Leben wurden jäh zerstört. Deswegen müssen wir wachsam bleiben und im Kampf gegen gefährliche Extremisten, gleich welcher Ausrichtung, nicht nachlassen."

Auch der Bremer Opferschutzbeauftragte, Uwe Hellpap, begrüßt die Einführung des Nationalen Gedenktags ebenfalls: "Terroristische Anschläge richten sich gegen unsere demokratische Gesellschaft, unsere Werte und Freiheiten. Die Opfer trifft es stellvertretend für uns alle. Umso mehr haben sie die Solidarität und konkrete Hilfen des Staates verdient. Deshalb müssen die Belange der Opfer und ihrer Angehörigen stärker beachtet werden. Der Nationale Gedenktag wird hierzu sicherlich beitragen."

Wie an vielen weiteren öffentlichen Gebäuden, wird am morgigen Gedenktag auch am Innenressort Trauerbeflaggung zu sehen sein.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Rose Gerdts-Schiffler, Pressesprecherin beim Senator für Inneres, Tel.: (0421) 361-9002, E-Mail: rose.gerdts-schiffler@Inneres.Bremen.de

Matthias Koch, Pressesprecher bei der Senatorin für Justiz und Verfassung, Tel.: (0421) 361-14476, E-Mail: matthias.koch@justiz.bremen.de