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Die Senatorin für Justiz und Verfassung

Erste elektrische Gefangenentransporter Deutschlands

"Die Justizvollzugsanstalt Bremen zeigt erneut, wie innovativ sie ist"

27.05.2026

Heute (27. Mai 2026) wurden die ersten elektrisch betriebenen Gefangenentransporter Deutschlands in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremen vorgestellt. Justizsenatorin Claudia Schilling ließ es sich nicht nehmen, eines der zwei Fahrzeuge vor Ort der Öffentlichkeit vorzustellen und offiziell an den Anstaltsleiter Hans-Jürgen Erdtmann zu übergeben. "Die Justizvollzugsanstalt Bremen zeigt einmal mehr, wie innovativ sie ist", so die Senatorin.

Der neue E-Gefangenentransporter fällt auch optisch auf.
Der neue E-Gefangenentransporter fällt auch optisch auf. Foto: Justizressort

Justizsenatorin Claudia Schilling: "Unsere Justizvollzugsanstalt leistet mit den beiden neuen Fahrzeugen einen Beitrag zum Klimaschutz und bietet gleichzeitig sehr moderne Transportbedingungen für Mitarbeitende und Gefangene. In vier Einzelkabinen, fünf Zweierkabinen und einer Viererkabine können so pro Transportfahrzeug bis zu 18 Gefangene transportiert werden. Die beiden neuen Fahrzeuge bieten aus Sicherheitsgründen in allen Kabinen Videoüberwachung und Sprechverbindung zu den Mitarbeitenden und modernste Überwachungs- und Arbeitsplätze. Ich bin der JVA dankbar, dass sie den Veränderungen gegenüber aufgeschlossen ist und so den Einsatz von zwei bislang in Deutschland einzigartigen Transportmitteln ermöglicht. Mit diesen Fahrzeugen wird einmal mehr bewiesen, dass selbstverständlich auch Einsatzfahrzeuge für Sicherheits- und Gefahrenabwehraufgaben klimaschonend zu elektrifizieren sind. Wir hoffen, damit auch für die Elektromobilität werbend in der Öffentlichkeit aufzutreten. Um diesen Avantgardecharakter zu unterstreichen, haben wir auch beim äußeren Erscheinungsbild eine sehr moderne Interpretation der Grünen Minna gewählt."

Die Gefangenentransporter setzen sich aus zwei Teilen zusammen: Einem Basisfahrzeug mit Führerhaus sowie Ladetechnik und einem separierbaren Kofferausbau, in dem die Kabinen für die Gefangenen und weitere Technik untergebracht sind. Für die Basisfahrzeuge E Tech D 16 Tonner des Herstellers Renault mit dem jeweiligen Kofferausbau der Firma Georg Beilharz und Sohn GmbH & Co. KG aus Essen wurde eine wissenschaftlich fundierte Reichweitensimulation vorgenommen. "Für den Justizvollzug ist es wichtig, dass die neuen Transporter eine möglichst hohe Reichweite haben und auch auf längeren Wegen keine Ladevorgänge nötig sind, die Möglichkeiten zur Gefangenbefreiung oder -entweichung bieten könnten", erklärt der Leiter der Justizvollzugsanstalt, Hans-Jürgen Erdtmann. "Die Sicherheit der Mitarbeitenden und auch der Gefangenen wird selbstverständlich auch elektrisch betrieben jederzeit gewährleistet – genauso, als wären wir noch mit unwirtschaftlichem und klimaschädlichem Diesel unterwegs", so Erdtmann. Übliche Strecken wie zum Beispiel nach Hamburg, anschließend nach Hannover und wieder zurück nach Bremen mit einer Gesamtlänge von rund 425 Kilometern können mit den vorhandenen 564 Kilowattstunden (kWh) ohne Zwischenladung unproblematisch bewältigt werden.

Hintergrund:

Rund 9,8 Meter Länge messen die beiden neuen Gefangenentransporter, die mit ihrem elektrischen Antrieb pro Jahr etwa 36 Tonnen CO2 einsparen werden. Die Länge des Kofferausbaus beträgt rund 7,7 Meter. Die beiden Fahrzeuge wurden aus Mitteln des Handlungsfeldes Klimaschutz des Senats finanziert. Insgesamt entstanden Kosten von 1.427.000 Euro, davon entfielen 952.000 Euro auf die elektrischen LKW-Basisfahrzeuge und 475.000 Euro auf die Kofferausbauten. Sollte ein Basisfahrzeug einmal kaputt sein, kann der Kofferausbau getrennt und auf ein anderes Basisfahrzeug montiert werden, so dass künftige Kosten reduziert werden können.

Die Beschaffung von Elektro-Lkw ist zwar zunächst deutlich teurer als der Kauf von herkömmlichen Diesel-Lkw, es steht aber zu erwarten, dass die Gesamtbetriebskosten (tco = total cost of ownership) über die gesamte Lebensdauer der Fahrzeuge diesen Anschaffungsnachteil in weiten Teilen wettmachen können. Allein ein Vergleich des Treibstoffkosten spricht Bände. Vergleichbare herkömmliche Diesellastkraftwagen verbrauchen im Stadtverkehr etwa 20 Liter pro 100 Kilometer. Der Stromverbrauch der Elektro-Lkw wird hingegen kostenfrei aus der vorhandenen PV-Anlage auf dem Dach der JVA gedeckt. Elektrogetriebene Fahrzeuge sind deutlich wartungsärmer, bei der Kfz-Steuer begünstigt und entsprechenden Dieselfahrzeugen wird man in der Zukunft kaum noch einen Restwert zubilligen. Letztlich gilt auch für die öffentliche Hand das, was für private Haushalte schon länger und vermehrt auch für Logistikflotten gilt: Wenn man neue Fahrzeuge beschafft, führt rein betriebswirtschaftlich kaum ein Weg am Elektroantrieb vorbei. Hinzu kommen die bekannten negativen volkswirtschaftlichen Effekte für die Unterlassung von CO2-Reduktionen.

Auch die sonstige Fahrzeugflotte der JVA ist bereits zu weiten Teilen auf alternativen Antrieb umgestellt: Drei Elektro-Transporter, zwei E-Kleinwagen und ein E-SUV werden zum Beispiel für Gerichtstermine einzelner Gefangener, Sicherheitsbegleitungen oder für Dienstfahrten genutzt. Mit den beiden großen Gefangenentransportern mit elektrischem Antrieb wird die Fahrzeugflotte nun weiter modernisiert. Sie ersetzen die seit rund 25 Jahren im Einsatz befindliche, im Stadtbild wohlbekannte dieselgetriebene "Grüne Minna" und einen kleineren Gefangenenbus, der bald 18 Jahre alt wird und bereits rund 236.00 Kilometer zurückgelegt hat.

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Die Pressestelle des Senats bietet Ihnen das Foto zu dieser Mitteilung zur honorarfreien Veröffentlichung an. Foto: Justizressort
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Ansprechpartnerin für die Medien:
Stephanie Dehne, Pressesprecherin bei der Senatorin für Justiz und Verfassung, Tel.: (0421) 361-2344, E-Mail: stephanie.dehne@justiz.bremen.de

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