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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Vegesack wird weiter umgebaut

03.05.2023

Senatorin Stahmann: "Nach dem Umbau wird es mehr Privatsphäre geben"

Die Umbaumaßnahmen in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Bremen Vegesack sollen in einem zweiten Bauabschnitt in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen werden. Das hat Sozialsenatorin Anja Stahmann heute (Mittwoch, 3. Mai 2023) auf einer Sondersitzung der Deputation für Soziales, Jugend und Integration erklärt. In dem ursprünglich als Notaufnahme mit abgesenkten Standards errichteten Flügel A des dreiflügeligen ehemaligen Vulkan-Gebäudes sollen jetzt anstelle der nach oben offenen Kabinen deckenschließende Räume entstehen. Außerdem werden im Flügel B Büroräume mit 18 Arbeitsplätzen eingerichtet, damit die an der Aufnahme und Verteilung beteiligten Behörden zentral an einem Ort erreichbar sind, um die Verfahren zu beschleunigen. In einem ersten Ausbau-Schritt waren im vergangenen Jahr die Fenster in dem zentral belüfteten Gebäude ausgetauscht worden. Der Umbau war im Sommer 2021 beschlossen und dann wegen der steigenden Zugangszahlen in zwei Bauabschnitte aufgeteilt worden.

"Mit dem Umbau wird die Aufenthalts- und Wohnqualität deutlich verbessert", sagte Senatorin Stahmann. "Es wird ein geschützter privater Bereich entstehen, die Beeinträchtigung durch Störgeräusche aus den Nachbarzimmern wird deutlich reduziert." Sie erinnerte daran, dass die Erstaufnahme in Vegesack im Jahr 2016 angesichts der damals sehr hohen Zugangszahlen mit größter Eile vorgenommen worden war, um die Aufnahme der Menschen sicherzustellen. "Das Zeitfenster für den Umbau ist aufgrund der leicht rückläufigen Zugangszahlen und wegen der im vergangenen Jahr aufgebauten und derzeit noch vorhandenen Notkapazitäten so günstig wie seit zwei Jahren nicht mehr", sagte sie. "Das müssen wir nutzen." Die engere Zusammenarbeit von Migrationsamt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie Zentraler Aufnahmestelle des Landes Bremen würden sicherstellen, "dass Geflüchtete künftig ohne unnötige Wartezeit viel schneller klären können, in welchem Bundesland sie ihr Aufnahmeverfahren durchlaufen".

Der Ausbau der Räume war ursprünglich für das Frühjahr 2022 vorgesehen, musste aber vor dem Hintergrund des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine verschoben werden, weil allein im März und April 2022 annähernd 4.000 Menschen in den Einrichtungen des Landes Bremen neu aufgenommen wurden und die Zugangszahlen auch danach hoch geblieben waren.

Durch die Umbauarbeiten entfallen in der Erstaufnahmeeinrichtung für den Rest des Jahres 2023 circa 400 Plätze. Sie sollen durch die vorübergehend genutzten Leichtbauhallen im St.-Jürgen-Quartier kompensiert werden. Zudem sind – zunächst bis Ende April 2024 – 90 Plätze in Wohncontainern auf dem Gelände der Erstaufnahme in Vegesack Lindenstraße eingerichtet worden.

In der ursprünglichen Planung waren die auf rund drei Millionen Euro kalkulierten Umbaukosten für den Innenausbau mit der Verlängerung des Mietvertrags bis 2036 finanziell abgegolten. Die erheblichen Baukostensteigerungen infolge des Kriegs in der Ukraine werden die Bauarbeiten jedoch voraussichtlich um etwa ein Drittel verteuern. Nicht in der ursprünglichen Planung enthalten war zudem die Einrichtung zusätzlicher Büroräume. Für die Bauarbeiten insgesamt werden daher knapp zwei Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten ist auch die Modernisierung der Schließanlage.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-64152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de