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Der Senator für Inneres

Ermittlungen nach vermissten Bremer Bürgern aus Seebeben-Gebiet abgeschlossen

26.05.2005

Bürgermeister Röwekamp dankte allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Die umfangreichen und zeitaufwändigen Ermittlungen der Bremer Kriminalpolizei zum Verbleib von insgesamt 44 Bremern, die nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien vermisst wurden, fanden Mitte dieser Woche ihren Abschluss. Wie der Senator für Inneres und Sport, Bürgermeister Thomas Röwekamp, jetzt mitteilte, konnte das Landeskriminalamt alle Vermissten aus Bremen und Bremerhaven identifizieren. Im Ergebnis sind fünf Verstorbene, die ihren Wohnsitz in der Hansestadt hatten, dem Seebeben vom 26. Dezember 2004 zum Opfer gefallen.


Bürgermeister Röwekamp dankte zum Abschluss der Ermittlungen allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Polizei, Feuerwehr, Innenressort und den Betreuungsdiensten für ihre Arbeit, die insbesondere in den Tagen nach Weihnachten und Neujahr zahlreiche Überstunden geleistet hätten. „Unsere Fachleute in der Abteilung K31 der Kriminalpolizei haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Spuren und Hinweisen verfolgt, um jeder Spur und jedem persönlichen Schicksal nachzugehen“, hob Röwekamp hervor, „und wir haben insgesamt drei unserer Spezialisten ins Seebebengebiet entsandt, um die Ermittlungen vor Ort im Sinne einer weltweiten Hilfe ganz praktisch zu unterstützen.“ Der Bürgermeister und Innensenator dankte in diesem Zusammenhang auch der Arbeit de der Kriseninterventionsteams: „Die Gruppe um Pastor Peter Walter hat nach der Katastrophe hier lebende Angehörigen von Vermissten beigestanden sowie den Zurückgekehrten aus dem Seebebengebiet Rat und Hilfe angeboten.“


Die ‚Ermittlungsgruppe Seebeben’ bei der Polizei Bremen, die zeitnah nach der Flutwelle ihre Arbeit aufnahm, bestand aus bis zu zehn Beamten. Drei Beamte der Ermittlungsgruppe waren auch direkt im Katastrophengebiet, um vor Ort bei der Identifizierung der Toten zu unterstützen. Die unter Leitung des K 31 agierende Ermittlungsgruppe konnte von den 44 Vermissten insgesamt 38 Personen als „gesichert lebend“ ermitteln. Ein Toter mit Geburtsort Bremen fiel aus diesem Grund in die Zuständigkeit der Bremer Kripo und wurde als ein in Hongkong wohnhaft gewesener Mann identifiziert. Insgesamt zehn Durchsuchungen von Wohnungen, eine Vielzahl von Befragungen von Verwandten und Bekannten sowie die Auswertung der Zahnschemata waren notwendig, um letztlich fünf Bremer Bürger zweifelsfrei als Opfer der Flutwelle zu identifizieren.

Das noch im Aufbau befindliche Kriseninterventions-Team (KIT) konnte im Zusammenhang mit den Ereignissen in Südostasien erste Einsatzerfahrungen sammeln. Seit Ende Dezember waren insgesamt bis zu 18 Bremer Kriseninterventionskräfte (zwölf von der Notfallseelsorge Bremen; sechs von der Notfallnachsorge DRK Bremen) unter der Leitung vom Koordinator der Notfallseelsorge Bremen, Herrn Pastor Walter, in Bereitschaft und im Einsatz. In enger Koordination mit den Leitstellen der Feuerwehr und der Polizei gab es in Bremen sieben Einsatzsituationen, in den Menschen, die von der Flutkatastrophe betroffen waren, durch Kräfte des KIT teilweise über Wochen beigestanden wurde. Zuletzt stand ein niedrigschwelliges Angebot an diejenigen im Vordergrund, die damit leben müssen, dass jemand aus ihrem nächsten Umfeld in der Krisenregion vermisst wurde. Sofern weitere Unterstützungsmaßnahmen wie therapeutische Hilfen notwendig wurden, sind diese ebenfalls über das KIT koordiniert worden.