Sie sind hier:
  • Erfolgreich mit Lasertechnik: 30 Jahre BIAS in Bremen

Bundesland Bremen

Erfolgreich mit Lasertechnik: 30 Jahre BIAS in Bremen

13.08.2007

Die Anfänge waren klein und bescheiden, die Ziele groß und ehrgeizig: Vor nunmehr 30 Jahren wurde in Bremen das BIAS – das Bremer Institut für angewandte Strahlentechnik – gegründet. Es war seinerzeit das erste außeruniversitäre, zivile Laserinstitut Deutschlands. Heute beschäftigt das Institut auf dem Campus der Universität Bremen rund 100 Menschen und genießt längst internationales Renommee. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten auf den Gebieten der lasergestützten Materialbearbeitung und entwickelt hoch präzise, optische Messtechniken u.a. für den Fahrzeug- und Schiffbau sowie die Luft- und Raumfahrt.



Mitte der 60er Jahre waren in Amerika die ersten Laser entwickelt worden. Die Hannoveraner Forscher Dr. Gerd Sepold und Dr. Werner Jüptner waren höchst interessiert und wollten die Eigenschaften dieser Lichtquelle für die industrielle Materialbearbeitung sowie für die Präzisionsmesstechnik nutzen. In Bremen fanden die beiden Existenzgründer eine Heimat für ihr Vorhaben. Das Land gab damals dem privatwirtschaftlichen Institut eine Anschubfinanzierung, die laufenden Kosten waren jedoch in vollem Umfang selbst zu tragen.

Das BIAS expandierte, der erste selbst entwickelte Hochleistungslaser wurde fertig. Immerhin: Es war seinerzeit der leistungsstärkste kommerziell verfügbare Laser und einzigartig in Europa. Alsbald setzte in Deutschland jedoch eine Gründungswelle für Laserinstitute ein, und die Bremer Pioniere gerieten in schwieriges Fahrwasser. Ende 1985 half das Land Bremen mit dem Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e.V. (VFwF), der als Gesellschafter in die GmbH eintrat. Damit hatte das BIAS eine Basis für seine Arbeit, und es entstand darüber hinaus eine enge Kooperation mit der jungen Universität.

Das BIAS machte nicht nur in der Fachwelt Schlagzeilen. Die beiden Institutsgründer wollten auch die ästhetische Schönheit ihrer Wissenswelten der Öffentlichkeit präsentieren. Mit Einsatz der Lasertechnik lassen sich nämlich dreidimensionale Szenen derart darstellen, dass sie dem Betrachter im Raum erscheinen und dort vermeintlich frei schweben. Die so genannten Hologramme wurden Ende 2001 zum Thema einer deutschlandweit beachteten Sonderausstellung „Das verführte Auge – Wege in die 3. Dimension“ im Bremer Focke-Museum.

Die beiden Gründungsväter Gerd Sepold und Werner Jüptner sind inzwischen im Ruhestand, heute leitet Prof. Dr. Ing Frank Vollertsen erfolgreich das Institut. Seine Arbeit wurde bereits vielfach geehrt und ausgezeichnet – unter anderem mit dem „Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis“, dem bedeutendsten deutschen Wissenschaftspreis.

Das BIAS forscht in Eigen- und Verbundprojekten sowie auf Auftragsbasis. Damit ist es gut und breitgefächert aufgestellt. Zudem werden die vorhandenen Kontakte weiter intensiv gepflegt und ausgebaut – insbesondere zum aufstrebenden Wirtschaftsstandort Asien. „Hätte das Land Bremen nicht schon damals unbeirrt auf Pioniergeist gesetzt, auf die Ideen und die Schaffenskraft auch einzelner Visionäre, gäbe es das BIAS heute möglicherweise nicht oder nicht mehr“, sagt Vollertsen. Dieses Vertrauen – so habe es sich eben auch mit dem BIAS gezeigt – zahle sich langfristig aus.



Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen, Tel: 0421/2185004,
email: clages@bias.de
www.bias.de