Nach monatelangen Vorbereitungen und einer engen Zusammenarbeit zwischen der Justizvollzugsanstalt Bremen, der Staatsanwaltschaft Bremen und der Polizei Bremen ist heute (20. August 2026) eine umfassende Durchsuchungsaktion in der Justizvollzugsanstalt Bremen erfolgt. Hintergrund der Aktion waren Erkenntnisse der Justizvollzugsanstalt; dort war aufgefallen, dass immer häufiger bei Inhaftierten Gegenstände aufgefunden wurden, die nicht erlaubt sind (etwa Handys, hochwertige Lebensmittel und Kosmetika, aber auch Betäubungsmittel). Im Rahmen verdeckter Ermittlungen konnten Staatsanwaltschaft, Polizei und Justizvollzugsanstalt Hinweise dazu gewinnen, wie diese Gegenstände in die Justizvollzugsanstalt gelangen konnten.
Der Verdacht richtet sich gegen zehn Gefangene und sechs Bedienstete der Justizvollzugsanstalt, eine Beschäftigte eines freien Trägers sowie sechs weitere Kontaktpersonen der Beschuldigten außerhalb der Anstalt. Zu den strafrechtlichen Ermittlungen wird auf die gesonderte Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bremen verwiesen.
Justizsenatorin Claudia Schilling dankt der Polizei Bremen, der Staatsanwaltschaft und der Justizvollzugsanstalt Bremen für die hochprofessionelle Arbeit. Sie wertet die Aktion als Erfolg: "Mit aller Kraft müssen wir uns wehrhaft zeigen, wenn Straftäter unsere Beschäftigten angehen und – wie hier – dazu bringen, verbotene Gegenstände in die Justizvollzugsanstalt zu schaffen. Korruption ist inakzeptabel und untergräbt die Fundamente der Justiz. Die heutige Aktion hat gezeigt, dass wir dagegen gemeinsam entschlossen vorgehen."
Die Justizvollzugsanstalt hat gegen die Bediensteten, gegen die sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten, dienstrechtliche Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehören Hausverbote bis zur Klärung der Vorfälle und Freistellungen vom Dienst. Die Justizvollzugsanstalt steht in engem Kontakt mit dem Landeskriminalamt, der Staatsanwaltschaft Bremen und mit der Polizei Bremen, um die Verdachtsmomente umfassend aufzuklären.
"Wir brauchen jetzt eine rückhaltlose Aufklärung. Diese ist auch wichtig für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt, die ihren Dienst einwandfrei und pflichtbewusst verrichten", sagte Schilling.
Die Senatorin für Justiz und Verfassung kündigt gemeinsam mit der Justizvollzugsanstalt Bremen ein Maßnahmenpaket an, mit dem die Justizvollzugsanstalt zukünftig noch besser vor solchen Straftaten geschützt werden soll: Dazu gehören nicht nur schärfere Kontrollen und der Einsatz des neuen Drogenscanners. Neben einer bereits laufenden Organisationsuntersuchung der Justizvollzugsanstalt soll eine von der Senatorin für Justiz und Verfassung eingesetzte Expertengruppe die gewonnenen Erkenntnisse auswerten und gezielt prüfen, welche weiteren Maßnahmen getroffen werden können, um die Justizvollzugsanstalt zukünftig noch besser gegen solche Vorfälle zu schützen.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Stephanie Dehne, Pressesprecherin bei der Senatorin für Justiz und Verfassung, Tel.: (0421) 361-2344, E-Mail: stephanie.dehne@justiz.bremen.de