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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Die erste Genossenschaft im Neuen Hulsberg-Viertel

KARL solidarisch bauen und wohnen eG erwirbt Baugemeinschaftsgrundstück an der Friedrich-Karl-Straße

13.07.2021
Im Vordergrund die Baugemeinschaft KARL Im Bild hinten, Baustaatsrätin Gabriele Nießen und GEG-Geschäftsführer Florian Kommer Bildnachweis: Christina Kuhaupt
Im Vordergrund die Baugemeinschaft KARL Im Bild hinten, Baustaatsrätin Gabriele Nießen und GEG-Geschäftsführer Florian Kommer Bildnachweis: Christina Kuhaupt

In dieser Woche wird die genossenschaftliche Baugemeinschaft "KARL solidarisch bauen und wohnen eG" das Grundstück "Friedrich-Karl-Straße 4-6" im Neuen Hulsberg-Viertel kaufen.

29 Wohnungen, KiTa, Café, Veranstaltungsraum, Umwelt- und Stadtteilwerkstatt
Die Baugemeinschaft besteht aus 43 Erwachsenen in einem Alter zwischen 30 und 70 sowie 20 Kindern und Jugendlichen in einem Alter zwischen null und 18 Jahren. Sie erwerben das 1.700 qm große Grundstück zu einem Festkaufpreis von EUR 2.666.000 EUR. Auf dem Grundstück wird ein Wohnungsbau mit 29 Wohneinheiten errichtet, von denen vier als öffentlich geförderte Wohnungen geplant sind. Außerdem entstehen im Erdgeschoss eine zweigruppe KiTa, ein Café, ein Veranstaltungsraum, und eine Umwelt- und Stadtteilwerkstatt.

Prozess von viereinhalb Jahren
Am 8. Mai 2017 fing alles an. Mit einer Informationsveranstaltung zum Grundstück, das heute die nüchterne Grundbuchbezeichnung "Gemarkung VR Flur 63 Flurstück 118/43" trägt. 43 Erwachsenen und 20 Kinder verbinden mit diesem Grundstück einen jahrelangen Kreativ-, Dialog-, Planungs- und Projektentwicklungsprozess. Sie haben eine Genossenschaft gegründet, die KARL solidarisch bauen und wohnen eG, und werden in dieser Woche das Grundstück an der Friedrich-Karl-Straße 4-6 im Neuen Hulsberg-Viertel kaufen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist damit erreicht.

KARL Ecksicht. Bildnachweis: Praeger Richter Architekten
KARL Ecksicht. Bildnachweis: Praeger Richter Architekten

Ihm vorausgegangen war ein Gebots- und anschließendes Anhandgabeverfahren. In dieser Zeit hat die Baugemeinschaft ein Bewerbungskonzept für das Grundstück entwickelt, Gruppenmitglieder dazugewonnen, eine Finanzierung erarbeitet, den Architekturentwurf bis zur Bauantragsreife entwickelt, den Bauantrag schließlich eingereicht, mit dem Bauressort ein Förderprogramm für genossenschaftlichen Wohnungsbau verabredet und mit der GEG den Grundstückskaufvertrag finalisiert.

"Unser Haus gehört sich selbst!"
KARL, das ist ein Zusammenschluss von Menschen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Lebenssituationen, die seit Jahren viel Zeit, Energie und Herzblut in das solidarische, generationsübergreifende Wohnprojekt investieren. "Der Grundstückskauf ist ein zentraler Meilenstein für unser Projekt. Wir haben viele Jahre geplant, jetzt freuen wir uns auf die Umsetzung und dass der Bau endlich losgehen kann", so Katrin Tober, eine der beiden Vorstände von KARL solidarisch bauen und wohnen eG.. Mit dem Haus in der Friedrich-Karl-Straße will KARL seine Vision von gemeinschaftlichem Wohnen, Leben und Arbeiten jenseits von privatem Wohneigentum im neuen Hulsberg-Viertel realisieren. „Als Genossenschaft soll das Haus dauerhaft dem Immobilienmarkt entzogen werden, Schutz vor Spekulation bieten und langfristig stabile Mieten sichern“, so Roman Konstantinov vom KARL-Vorstand. "Das Haus gehört sich selbst", so Konstantinov weiter.

Die Finanzierung des Projekts wird gemeinschaftlich gestemmt. KARL möchte auch solidarisch nach außen und ein offenes Haus der Gastlichkeit sein. So wirkt das Projekt mit der Erdgeschoss-Nutzung in den neuen Stadtteil. Darüber hinaus hofft KARL ein Zeichen zu setzen, dass selbstorganisierte und basisdemokratische Hausprojekte in Bremen zukunftsfähig sind. KARL möchte andere Menschen ermutigen, sich zu organisieren und alternative Projekte zu starten. Dabei ist KARL – wie in der Bewerbung vor zwei Jahren angekündigt - gerne bereit, das erworbene Wissen zu teilen und an Interessierte weiterzugeben.

Initial für Genossenschaftsprogramm
Bausenatorin Maike Schaefer fand anerkennende Worte: "Es ist unser Ziel, Wohnen auch in einem bezahlbaren mittleren Preissegment in Bremen und insbesondere an den hochpreisigen Standorten wie dem Neuen-Hulsberg-Viertel zu ermöglichen. Das ist uns mit dem neuen Genossenschaftsförderprogramm sehr gut gelungen und die Gruppe KARL ist als eines der ersten Projekte anspruchsberechtigt! Das freut mich ganz besonders, denn das junge Genossenschaftsprojekt bestätigt durch seinen solidarischen Anspruch und das soziale Wohnungskonzept sowie die vielfältigen Nutzungen im Erdgeschoss, dass der eingeschlagene Weg der qualitativen Konzeptvergaben abseits von preislichen Höchstgeboten ein aktiver Beitrag zur Quartiersentwicklung ist. Und gepaart mit hochwertiger Architektur ist ein erster richtungsweisender Baustein im Hulsberg-Viertel entstanden – vielen Dank an KARL!"

Gute Nachrichten für ein gemischtes Quartier
Der Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Klinikum Bremen-Mitte, Florian Kommer, zeigte sich erfreut über die Entwicklung, die das Hulsberg-Projekt nimmt: "Die vergangenen Wochen waren von wirklich guten Nachrichten geprägt. Nicht nur, dass die GEWOBA in der historischen Professor-Hess-Kinderklinik rund 60 Wohneinheiten als öffentlich geförderten Wohnungsbau schafft, Anfang Juli wurde ja auch bekannt, dass sie im Sankt-Jürgen-Quartier rund 120 weitere öffentlich geförderte Wohnungen in ihren Bestand aufnehmen will. Und nun kommt KARL! Die Genossenschaft leistet einen beeindruckenden weiteren Beitrag dazu, dass das neue Hulsberg-Viertel ein vielfältiger Stadtteil für Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen sein wird. Ich bin der Genossenschaft für ihr Durchhaltevermögen sehr, sehr dankbar. KARL ist wichtig für den Stadtteil und ich heiße sie herzlich willkommen!"

Das Neue Hulsberg Viertel
Es ist eines der wichtigsten Bremer Stadtentwicklungsprojekte: Auf den frei werdenden 14 ha des heutigen Klinikums Bremen-Mitte entsteht mitten in der Stadt ein gemischtes Quartier – das Neue Hulsberg-Viertel. Nur wenige Gehminuten von der Weser entfernt, ist es umgeben von beliebten Wohnadressen und dem Bremer Szene-Stadtteil "Das Viertel". Die City, Rathaus, Roland, Wochenmarkt und der Hauptbahnhof sind binnen weniger Minuten erreichbar. Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote, wie das Bremer Theater, das Weserstadion und das Weserufer am Osterdeich sind nur einen Steinwurf entfernt. 2021 haben die Baumaßnahmen zur technischen und verkehrlichen Grundstückerschließung begonnen. Private Grundstückserwerber werden Abbrucharbeiten bei Bestandsgebäude ergreifen, Umnutzungen in alten Klinikgebäuden realisieren und Wohnungsneubauten errichten. Mit der kompletten Fertigstellung des gesamten Quartiers wird für die Jahre 2026/2027 gerechnet.

Achtung Redaktionen:
Die Fotos stehen unter Nennung des Copyrights zur honorarfreien Veröffentlichung zur Verfügung.

Foto-Download (jpg, 1.2 MB) Foto: Christina Kuhaupt
Grafik-Download (jpg, 674.1 KB) Foto: Praeger Richter Architekten

Weitere Informationen für die Presse:
Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen Mitte GmbH & Co. KG
Florian Kommer
0421 792 732 22
0151 50 60 79 88
florian.kommer@geg-bremen.de

KARL solidarisch bauen und wohnen eG
Katrin Tober
0177 267 29 40
katrin.tober@gmx.de