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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Planentwurf für neues Möbelhaus im Bremer Osten auf den Weg gebracht

13.09.2006

60 Millionen Investition und 450 neue Arbeitsplätze

Aus der Deputation für Bau und Verkehr:

Die Deputation für Bau und Verkehr hat heute (13.09.2006) dem Bebauungsplanentwurf zur geplanten Ansiedlung von Möbel Kraft auf dem bisherigen Radio Bremen-Gelände einstimmig zugestimmt. Der Plan schafft die Voraussetzungen, in Bremen-Osterholz ein Möbelhaus der Firmengruppe Krieger anzusiedeln, die bundesweit zu den großen Anbietern auf diesem Markt gehört. Die Krieger Gruppe betreibt in Deutschland 10 Möbelhäuser mit zusammen 10.000 Mitarbeitern. Bis zum Ende 2008 soll an der Hans-Bredow-Straße auf 90.000 m² Bruttogeschossfläche eine Verkaufsfläche von 45.000 m² entstehen, davon sind ca. 8.000 m² für Randsortimente vorgesehen. Es sollen 450 Arbeitsplätze entstehen. Die Investition am Standort beträgt ca. 60 Mio. Euro.

Senator Ronald-Mike Neumeyer begrüßte den Beschluss der Deputation: „Bremen hat im Möbelbereich erhebliche Kaufkraftabflüsse in die Region. Diese eindeutige Unterversorgung wird mit der Ansiedlung von Möbel Kraft verringert. Darüber hinaus sichert der Grundstücksverkauf die Finanzierung des Radio Bremen-Neubaus Darüber hinaus hat sich der Investor vertraglich verpflichtet, mit einem nennenswerten Beitrag den Straßenausbau im Bremer Osten mitzufinanzieren. Dies entlastet auch die Nachbarkommunen. Da die Ansiedlung von Möbel Kraft ausweislich der vorliegenden Gutachten auf das Zentrum Bremens und in die Region hinein keine unverträglichen Probleme schaffen wird, ist sie aus Bremer Sicht nicht nur vertretbar, sonder eindeutig wünschenswert.“

Die regionale Abstimmung des Ansiedlungsprojektes war zu einem sehr frühen Zeitpunkt vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr veranlasst worden. So wurde seit Herbst 2005 parallel zur Vorbereitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ein breit angelegtes IMAGE-Verfahren durchgeführt.

Das städtebauliche Verträglichkeitsgutachten hat die sich durch eine mögliche Umverteilung der Kaufkraftströme ergebenden negativen städtebaulichen Auswirkungen auf die relevanten zentralen Versorgungsbereiche in Bremen und der angrenzenden Region bestimmt und bewertet. Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass weder im Kernsortiment Möbel, noch in der überwiegenden Zahl der Randsortimente städtebaulich negative Auswirkungen zu erwarten sind; dies gilt sowohl für die innerstädtischen bremischen Zentren, als auch für die zentralen Lagen in der Region.

In einer weiteren Studie wurden Auswirkungen gemäß den regionalen IMAGE-Kriterien bewertet. Danach wird das Kernsortiment Möbel sowie die Randsortimente Bettwaren / Matratzen sowie Leuchten kritisch gesehen. Deshalb wurde im Rahmen dieses Abstimmungsprozesses eine Reduzierung der Verkaufsflächen um ca. 20 Prozent gefordert.

Dazu hat der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr in einer Vorlage für die Deputation festgestellt, dass durch Ansiedlung von Möbel Kraft im geplanten Flächenumfang die relevante Zentralität Bremens im Möbelsortiment zwar auf 90 Prozent deutlich ansteigen, aber immer noch unterdurchschnittlich bleiben würde. Demnach bleiben auch nach einer erfolgten Ansiedlung 10 Prozent Kaufkraftabfluss in die Region.

Zusammenfassend ergibt die konkretisierte Bewertung der potentiellen regionalen Auswirkungen der Ansiedlung von Möbel Kraft in der geplanten Flächendimension, dass keine relevanten städtebaulichen Wirkungen für die Zentren in der Region zu erwarten sind. Ein zwingender Reduzierungsbedarf der einzelnen Sortimente ist daher nach Auffassung des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr nicht gegeben.

Dennoch wurden Anstrengungen unternommen, im Sinne eines möglichst konsensualen IMAGE-Verfahrens Reduzierungen im Flächenumfang mit dem Investor zu verhandeln. Bei diesen Verhandlungen auf politischer Ebene konnte jedoch keine Änderungen erreicht werden. Vor dem Hintergrund, dass ein Scheitern der Ansiedlung erhebliche Rückwirkungen auf die weitere Umsetzung der Radio Bremen-Umsiedlung haben könnte, blieben die Empfehlungen aus dem IMAGE-Verfahren im heute verabschiedeten Bebauungsplanentwurf unberücksichtigt.

Der Plan wird jetzt öffentlich ausgelegt. Darüber hinaus wird Senator Neumeyer erneut das Gespräch mit den Umlandkommunen zu diesem Themenkomplex suchen.