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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Neu bauen – Energie sparen

28.03.2006

Senat beschließt Initiative des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr

Energiesparen im Neubau soll in Bremen künftig noch konsequenter betrieben werden. Deshalb sollen für fünf größere Wohnungsbauprojekte besonders energiesparende Bauweisen vertraglich vereinbart werden. Einem entsprechenden Vorschlag von Senator Ronald-Mike Neumeyer hat der Senat in seiner heutigen Sitzung (28.03.2006) zugestimmt. Senator Neumeyer: „Der Ausbau regenerativer Energiegewinnung, das Energiesparen und die CO²-Reduktion gehören zu den Leitzielen der Stadtentwicklung. Gerade angesichts der steigenden Energiepreise kann es auch für Investoren sehr reizvoll sein, bundesgesetzliche Vorgaben zu unterschreiten. Ich bin sicher, dass ein Neubau, der weniger („kaum“ würde den Sachverhalt nicht treffen) Energie verbraucht, künftig deutliche Vorteile bei der Vermarktung haben wird. Ich setze vor diesem Hintergrund auf die Mitwirkungsbereitschaft der Investoren.“

Derzeit sind in Bremen eine Reihe größerer Bauvorhaben in den Stadtteilen in Vorbereitung, die für solche Modellprojekte geeignet sein könnten wie zum Beispiel die Bauvorhaben Konrad-Adenauer-Allee, Willakedamm, Radio Bremen, Visbeker Straße, Pastorenweg, Konsul-Cassel-Straße und der Bereich ‚Wölpsche‘ nördlich der Straße Am Steending. Erste Reaktionen von Seiten der Investoren sind dabei positiv.


Als Energieeffizienzziel soll vorgegeben werden, dass der im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegte maximale Primärenergiebedarf der Gebäude bei Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern um 15 % und für Mehrfamilienhäuser um 20 % zu unterschreiten ist. Andere Städte wie z.B. Stuttgart haben bereits mit vergleichbaren Vorgaben Wohngebiete realisiert.

Eine solche Zielvorgabe ist technologieoffen. Sie kann z.B. allein durch eine verbesserte Wärmedämmung oder durch eine Kombination von Wärmedämmung und Solaranlage erreicht werden. Nach einer Variantenstudie liegen die investiven Mehrkosten inkl. Mehrwertsteuer des Bauherrn für ein Einfamilienhaus bei etwa 2,5 % der Baukosten ohne Grundstück. Die damit verbundene Umweltentlastung liegt bei ca. 0,75 Tonnen CO² je Wohneinheit und Jahr verglichen mit dem EnEV-Standard.

Den höheren Investitionskosten stehen dauerhaft niedrigere Betriebskosten gegenüber. Fördermittel des Bundes z.B. für Solaranlagen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit ebenfalls positiv und machen die späteren Bewohner ein Stück unabhängiger von zukünftigen Energiepreissteigerungen.

Angestrebt wird außerdem, für Baugebiete mit besonderen Rahmenbedingungen (z.B. Lagegunst, besondere Naturschutzanforderungen) die Umweltstandards für die Bebauung auf einem noch darüber hinausgehenden Niveau festzuschreiben.

Für den Stadtwerder wird z.B. neben 20 % besseren Gebäudeenergiestandards eine solare Nahwärmeversorgung gegebenenfalls in Verbindung mit einem Heizkessel auf Basis von Holzhackschnitzeln angestrebt. Anhand von zwei bis drei Bebauungsplänen für umfangreichere Wohnbaugebiete ab ca. 200 Wohneinheiten sollte darüber hinaus geprüft werden, welche Möglichkeiten zur Energieoptimierung anhand des städtebaulichen Entwurfes durch Straßenführung und Gebäudestellung zueinander sowie Ausrichtung nach Süden bestehen. Anzustreben ist dies insbesondere für den Bereich der Osterholzer Feldmark. Auch das Vorhaben Sandkuhlenweg in Bremen Nord könnte hierfür in Frage kommen.

In dem vom Senat heute beschlossenen Bericht „Klima schützen- Energieeffizienz steigern“ wurde darüber hinaus beschlossen, einen Energiesparfonds für öffentliche Gebäude einzurichten und mit 100.000 Euro aus dem Etat des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr auszustatten. Mit diesem einmaligen Impuls können voraussichtlich Energiesparinvestitionen mit einem Volumen von voraussichtlich 1,2 Mio. Euro ausgelöst werden.