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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Erster Spatenstich für das Kulturzentrum im Stiftungsdorf Gröpelingen

23.02.2005

Neues Zentrum für alten Stadtteil

Kunst, Kultur und Kurse unter dem Dach einer ehemaligen Feuerwache – in Gröpelingen haben die Arbeiten für ein multifunktionales Zentrum der besonderen Art begonnen. Die Einrichtung, zugleich der 3. Bauabschnitt des Stiftungsdorfes Gröpelingen der Bremer Heimstiftung, wird sich nach der Fertigstellung im Herbst durch eine bemerkenswerte Nutzer- und Angebotsvielfalt auszeichnen. Der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Jens Eckhoff gab jetzt mit dem symbolischen 1. Spatenstich das Zeichen für die Realisierung des beispielhaften Projektes, das zugleich den Abschluss der Maßnahmen für die Umnutzung der früheren Feuerwache 6 markiert.


Fast 90 Jahre lang war die Feuerwehr auf dem Gelände an der Gröpelinger Heerstraße 226 angesiedelt. Die Verlagerung der Wache in den Bremer Industriepark im Dezember 2002 machte den Weg frei für die Umgestaltung des historischen Ensembles, die aus Städtebauförderungsmitteln des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr sowie aus dem Sofortprogramm Innenstadt und Nebenzentren des Senators für Wirtschaft und Häfen finanziert wird. Senator Eckhoff: „Der Umbau der alten Feuerwache ist ein herausragender Baustein bei der Sanierung Gröpelingens. Das Projekt steht dabei für ein hervorragendes Zusammenspiel öffentlicher und privater Stellen. Dies schafft die Möglichkeit, dem alten Stadtteil ein neues urbanes Zentrum zu geben.“


Und das ist konkret geplant: Die alten Gebäude werden saniert und für neue Nutzungen umgebaut. Das vordere Haus, die sogenannte Villa, wird für die neue Regionalstelle West der Volkshochschule hergerichtet, die damit in Gröpelingen über ein ansprechendes Domizil verfügen kann. Neben einem Grundangebot der Weiterbildung plant die VHS, hier auf stadtteilspezifische Interessen einzugehen und dementsprechende Kurse anzubieten.


Zentraler Baustein der künftigen Nutzung ist die ehemalige Wagenhalle, die in ihrem Stil erhalten bleibt. Sie steht nach Abschluss der Umbauten als multifunktionaler Raum für den Stadtteil zur Verfügung und nimmt unter anderem eine Kunstgalerie auf. Neben gastronomischen Angeboten können hier künftig auch Feiern stattfinden und vielfältige Angebote präsentiert werden.


In den Räumen über der Wagenhalle, die teilweise aufgestockt wird, werden sich Künstler verschiedener Sparten mit ihren Ateliers ansiedeln und neben ihrem eigentlichen künstlerischen Schaffen Weiterbildungsangebote, offene Werkstätten und Ausstellungen entwickeln. Ein zweigeschossiger Neubau als Verbindung zwischen Wagenhalle und ehemaligem Schlauchturm ergänzt den Atelierbereich, wobei der alte Schlauchturm als Wahrzeichen in seiner jetzigen Form erhalten bleibt.


Die Entwicklung der Umnutzung erfolgte unter der Regie der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH als Sanierungsträgerin in enger Abstimmung mit der Bremer Heimstiftung und den zukünftigen Nutzern. Wie schon bei vergangenen Sanierungsprojekten konnte die Bremische hier auf Gröpelinger Akteure – insbesondere den Künstler Gunther Gerlach und die Initiative Kultur von Ort e.V. – setzen, die sich über ihre eigenen Interessen hinaus für die Stärkung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Struktur des Stadtteils engagieren.


Mit der Realisierung des Gesamtvorhabens wird ein bedeutendes Ziel der Bemühungen im Sanierungsgebiet Gröpelingen erreicht. Zudem werden Vernetzungen zu weiteren sozialen und kulturellen Einrichtungen im Stadtteil sichergestellt. Umfangreiche Vorarbeiten der Bremischen – wie der Abriss eines ehemaligen Bunkers, die Verlagerung eines Autohauses und der Neubau der Feuerwache West – ermöglichten das finanzielle Engagement der Bremer Heimstiftung, die hier Zug um Zug ein Wohn- und Betreuungsangebot für Senioren errichtet hat.


Im ersten Bauabschnitt des Stiftungsdorfes waren 33 „Wohnungen mit Service“ entstanden. Hinzu kamen zwölf attraktive Ein-Zimmer-Appartements für Senioren, ergänzt durch das Angebot einer Tagesbetreuung für die Mieter. In weitere acht Wohnungen sind junge Körperbehinderte aus Friedehorst eingezogen. Im vergangenen Herbst konnte schließlich das „Interkulturelle Senioren-Wohnhaus“ eröffnet werden. Es umfasst 14 Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen, in die mittlerweile ältere, vornehmlich türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger eingezogen sind.


Das „Interkulturelle Wohnhaus“ wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Gröpelinger Moscheen, türkischer Vereine sowie dem „Zentrum für Migranten und interkulturelle Studien e.V.“ (ZIS) entwickelt. Das Gebäude bietet zudem Platz für andere Nutzergruppen: Im Erdgeschoss ist ein Tagesbetreuungsangebot für Kinder von 1 bis 3 Jahren in Trägerschaft des Vereins „Kinder Leben“ entstanden. Schließlich haben das ZIS und der häusliche Pflegedienst „Zentrale für Private Fürsorge“ ihre Büros in dem Gebäude eingerichtet, das im März auch eine „Interkulturelle Begegnungsstätte“ des ZIS aufnehmen wird.