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Senatskanzlei

Bürgermeister Böhrnsen informiert sich über Baufortschritt am Denkort Bunker Valentin

Erinnerung an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte

30.07.2014

Bürgermeister Jens Böhrnsen hat heute (30. Juli 2014) die Gedenkstätte "Denkort Bunker Valentin" in Bremen-Farge besucht und sich vor Ort über den Baufortschritt und die aktuellen Bautätigkeiten informiert. Böhrnsen: "Das ist heute eine echte Wegmarke. Wir können ganz konkrete Baufortschritte auf den Weg zur Eröffnung im Herbst 2015 sehen. Dann soll das Besucherzentrum und der Rundweg um den 426 Meter langen Bunker eröffnet werden." Zwischen 2011 und 2015 sind dann von Bund und Land etwa 4,5 Millionen Euro investiert worden, um an das Schicksal von Tausenden Zwangsarbeitenden, KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen zu erinnern, die während des Zweiten Weltkriegs die riesige U-Boot-Werft errichten mussten. Im Besucherzentrum soll nicht nur daran erinnert werden, sondern auch an das große ehrenamtliche Engagement, mit dem der Bunker in die Aufmerksamkeit der Stadt zurückgeholt wurde. Bürgermeister Böhrnsen: "Dieses monströse NS-Bauwerk erinnert uns schmerzhaft an ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Und es wirkt in die Zukunft, durch die vielen jungen Menschen, die diesen nationalen Denkort erleben und mit daran arbeiten, dass sich ein solcher menschenverachtender Größenwahn nicht wiederholen kann."

Informationsbesuch am Bunker: Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, jpg, 192.7 KB
Informationsbesuch am Bunker: Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen

Für Herbst 2015 ist geplant, den "Denkort Bunker Valentin" im feierlichen Rahmen zu eröffnen und damit den provisorischen Führungsbetrieb in einen Regelbetrieb zu überführen. Im Jahr 2010 hatte der Bremer Senat die Landeszentrale für politische Bildung mit dem Aufbau und dem Betrieb der Gedenkstätte beauftragt, finanziert zu gleichen Teilen durch das Land und den Bund. Neben einem Besucherzentrum, das sich auf der Südseite im Bunker Valentin befinden wird, entsteht ein komplexer Informationsrundweg, der sowohl durch den Bunker wie auch über das Außengelände führen wird und den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit bieten soll, den historischen Ort eigenständig zu erkunden. Der "Denkort Bunker Valentin" nimmt die wichtige langjährige Vorarbeit der lokalen Vereine und Initiativen auf und führt sie gemeinsam mit ihnen weiter. Dabei versteht sich der "Denkort Bunker Valentin" als Teil einer größeren Erinnerungslandschaft.

Fährverbindung
Bürgermeister Böhrnsen machte deutlich, dass sich Erinnerungen an Nazi-Unrecht nicht auf den Bunker beschränken, wies dabei auch auf das BWK-Gelände und das Thema Zwangsarbeit hin. Böhrnsen: "Es wäre doch großartig, wenn man eine Verbindung schaffen könnte durch eine bessere Nutzung der Weser. Schiffe könnten an der Schlachte ablegen, Stationen in Vegesack und Blumenthal machen, um dann am Rekumer Siel beim Bunker anzukommen. So war es bei der international beachteten Aufführung von "Die letzten Tage der Menschheit", so ist es in diesem Jahr zweimal mit sehr großem Erfolg mit "Hal över" probiert worden. Wir haben noch einige Zeit vor uns bis zum regulären Betrieb des Denkortes, lassen Sie uns daran arbeiten. Das wäre nicht nur für den Bunker gut, sondern für den ganzen Bremer Norden, wenn wir uns die Weser als Wasserstraße zurückerobern würden." Im Übrigen hoben Böhrnsen und Dr. Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, hervor, dass der jetzige vorläufige Betrieb schon grandios laufe. Viele Tausend Besucher kommen nicht nur aus Bremen, sondern auch aus dem Ausland. "Die Nachfahren der Opfer melden sich bei uns, um zu begreifen, welches Schicksal ihre Großväter hier erlitten haben", berichtete Dr. Christel Trouvé vom Denkort.

Der geplante Informationsrundweg soll den historischen Ort verstehbar machen.  Planungsbild: Copyright Besucherzentrum: Heinzelmann Architekten/LzpB  Copyright Rundweg: oblik/LzpB, jpg, 256.1 KB
Der geplante Informationsrundweg soll den historischen Ort verstehbar machen. Planungsbild: Copyright Besucherzentrum: Heinzelmann Architekten/LzpB Copyright Rundweg: oblik/LzpB

Besichtigen konnten die Besucher heute, dass der bisherige Haupteingang auf das Gelände verlegt wird. Vom bisherigen Eingangstor in das Bunkergelände wurde hier ein ca. 90 m langer Zugangsweg zum neuen Eingangsplatz innerhalb des Geländes fertiggestellt. Der Rundweg wird durch Informationstafeln mit mehr als 20 Stationen ergänzt. Großformatige Fotos aus der Zeit der Baustelle, historische Dokumente und erklärende Texte werden den historischen Ort verstehbar machen. Zudem sollen ein Multimediaguide und verschiedene Führungsformate einen tieferen Einblick in die Geschichte geben. Multimediaguide und Wegebau am "Denkort Bunker Valentin" werden als eigenständiges Projekt durch den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union mit 400.000 Euro gefördert.

Mehr Informationen über den Bunker Valentin und die Besuchsmöglichkeiten unter:
www.denkort-bunker-valentin.de und
Telefon: (0421) 69 67 36 70.

Foto: Landeszentrale für politische Bildung Bremen

Mehr Informationen:
Sandra Kern
Öffentlichkeitsarbeit
Denkort Bunker Valentin
Landeszentrale für politische Bildung Bremen
Osterdeich 6, 28203 Bremen
Tel. (0421) 696 73 675

Post- und Lieferanschrift:
Rekumer Siel, 28777 Bremen