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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Weltwassertag: Bremen und Niedersachsen entwickeln Hochwasseraktionsplan Wümme/Hamme

22.03.2004

Der alljährliche Weltwassertag der Vereinten Nationen zum 22. März eines Jahres trägt in diesem Jahr das Motto „Wasser und Naturkatastrophen“. Dies gibt Veranlassung die Situation im Hochwasserschutz für Bremen darzustellen:
Vor dem Hintergrund der Hochwasserereignisse 2002 hat der Senat einen Hochwasserschutzbericht für die Bürgerschaft erstellt. In dem Bericht wird über die Sturmfluthochwasser- und Binnenhochwassergefahr für das Land Bremen berichtet. Der Senat unterstreicht, dass es weiterhin erforderlich sein wird, intensive Vorsorge zu treffen, damit die Menschen auch künftig im Schutz der Deiche sicher leben können. Der Bericht liegt als Broschüre vor und kann beim Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Wasserwirtschaft, Ansgaritorstraße 2, 28195 Bremen, Telefon: 0421/361-5400, angefordert werden. Der Bericht steht auch im Internet unter der Adresse:

www.umwelt.bremen.de/buisy/scripts/buisy.asp?doc=Wa+Startseite+Hochwasserschutz.

In dem Bericht wird ausgeführt, dass das Land Bremen bezüglich Hochwasser in zweifacher Sicht gefährdet ist. Das sind zum einen das häufiger zu erwartende Hochwasser, das durch Sturmfluten von der Nordsee her verursacht wird und zum anderen das Hochwasser aus der Ober- und Mittelweser, das sogenannte Binnenhochwasser. Während das Sturmfluthochwasser im besonderen Maße die Stadt Bremerhaven, aber auch die Stadt Bremen bis etwa in Höhe des Weserwehres in Bremen-Hemelingen gefährdet, bedroht ein mit dem Elbehochwasser vergleichbares Hochwasser aus der Ober- und Mittelweser ausschließlich die Deiche der Stadt Bremen von Hemelingen und Arsten bis zur Stephanibrücke. Unterhalb des Bereiches der Stephanibrücke ist der Weserfluss durch die vorhergegangenen Ausbaumaßnahmen für die Schifffahrt in der Lage, jedes zu erwartende Binnenhochwasser schadlos abzuführen.

Weite Teile des Landes Bremen liegen unter dem mittleren Tidehochwasserstand, der in Bremen-Stadt etwa bei + 2,40 m über Normalnull liegt. Ohne Deichschutz wäre deshalb die Ansiedlung nicht möglich. Insbesondere bei Sturmfluthochwasser, aber auch bei Binnenhochwasser bezogen auf Bremen besteht bei einer Gefährdung der Deiche das Risiko einer Überflutung der tiefer gelegenen Flächen. Hochwasser und Überschwemmungen können aber auch in den kleineren Nebengewässern örtliche Gefährdungen verursachen. So ist das Sommerhochwasser 2002 in der Wümme zwar für die Deiche schadlos abgelaufen für die Landwirtschaft aber hat die lang anhaltende Überflutung erhebliche Ernteschäden verursacht. Aus diesem Grunde hat der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr das Franzius-Institut der Universität Hannover mit der Durchführung eines Gutachtens beauftragt, um mögliche Maßnahmen zur künftigen Minderung der schädlichen Auswirkungen solcher Hochwasser herauszufinden. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sollen im 2. Halbjahr 2004 vorliegen.

Infolge des Elbehochwassers 2002 hat die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser im Auftrag der Umweltministerkonferenz einen „Bericht über Instrumente und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung der Leitlinien für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz“ erarbeitet. Ein wesentliches Instrument ist der Hochwasseraktionsplan. Um für die Wümme nachhaltig Hochwasser zu mindern, haben Niedersachsen und Bremen gemeinsam einen Hochwasseraktionsplan Wümme/Hamme in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse daraus sollen bis Frühjahr 2006 vorliegen. Die Entwicklung dieses gemeinsamen länderübergreifenden Projektes soll die Interessenlage beider Länder in der Fläche zusammenführen und zugleich für die Bevölkerung, aber auch für die kommunale Ebene die erforderlichen Maßnahmen für einen wirksamen Schutz transparent bekannt machen.

Für das Land Bremen gilt, dass der Deichschutz - wie bisher - auch zukünftig in enger Abstimmung mit dem Land Niedersachsen zu erfolgen hat. Die Aktualisierung des Generalplans Küstenschutz des Landes Niedersachsen bis Ende 2005 soll erstmals auch die Bereiche Bremerhaven und Bremen mit einbeziehen.

Sturmfluten und Weserhochwasser werden auch zukünftig auftreten. Deiche und Hochwasserschutzanlagen schützen Menschen und Sachwerte in Bremen und Bremerhaven. Diese Anlagen müssen zuverlässig weiterhin von den Deichverbänden in Bremen und der bremenports in Bremerhaven betreut werden.