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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Fit-Programm für Bremer Spielplätze

19.03.2004

Die Spiel-, Bewegungs- und Erlebnismöglichkeiten für Bremer Kinder verbessern: Das ist das Ziel eines umfangreichen Sonderinvestitionsprogramm mit dem Bremer Spielplätze generalüberholt und ausgebaut werden. Auf die Kernpunkte dieses Programms haben sich die Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Karin Röpke, und der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Jens Eckhoff verständigt.

Möglich wurde diese Programm durch eine zweckgebundene Mittelzuweisung von insgesamt 2,5 Mio. Euro an den Senator für Bau, Umwelt und Verkehr im Rahmen der Anteilsübertragung der swb AG. Senator Jens Eckhoff: „Es ist ein stadtentwicklungspolitisches Anliegen, Bremen weiter als kinderfreundliche Stadt zu profilieren. Mir war es deshalb ein besonderes Anliegen, diese Mittel zu akquirieren, um als ein Beitrag dazu die Qualität bremischer Spielplätze deutlich verbessern zu können. Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam mit der Jugendsenatorin in sehr kurzer Zeit ein Programm erarbeiten konnten, mit dem in vielen Bremer Stadtteilen deutliche Verbesserungen für Kinder erreicht werden können.“

Senatorin Karin Röpke: ”Kinder müssen spielen und toben, um sich ihre Umgebung anzueignen und um ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Dafür brauchen sie geeigneten und attraktiven Raum, nicht nur auf öffentlichen Spielplätzen, sondern auch ganz unmittelbar in der Nähe ihrer Wohnung und das im gesamten Stadtgebiet. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt mit den zusätzlichen Mitteln ein ganzes Stück vorankommen werden.”

Das Programm besteht aus fünf Punkten:

1. Grundlegende Neugestaltung bestehender öffentlicher Spielplätze

Eine Reihe von Spielplätzen wird den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Die Geräte entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen der Kinder und sind defekt. Ziel ist es, einige Spielplätze, die sich vornehmlich in oder an Grünanlagen befinden und gleichzeitig in schlechtem Zustand sind, vollständig zu überarbeiten, um eine erkennbare und dauerhafte Verbesserung der Situation zu erreichen.

Die Auswahl dieser Anlagen erfolgte unter folgenden Gesichtpunkten:

  • hohe Nutzerfrequenz, d.h. Lage in Gebieten mit vielen Kindern und Jugendlichen
  • Lage in einem sozialen Brennpunkt
  • Lage in oder an Grünanlagen mit einer günstigen Zuordnung im Grünen Netz.


Bei der Auswahl wurde Wert darauf gelegt, dass keine neuen Standorte entwickelt werden, sondern dass bestehende Anlagen erneuert, komplett überarbeitet und heutigen Ansprüchen angepasst werden sollen.

2. Naturerfahrungsräume / Naturnahe Spiel- und Bewegungsräume

Naturnahes erleben und spielen ist in einer Stadt nur begrenzt möglich. Ziel dieses Projektes ist es deshalb auch, Flächen zu schaffen, die als Erlebniszonen genutzt werden können. Hierzu sollen möglichst großflächige, naturnahe Räume gestaltet werden, die sich im unmittelbaren Wohnumfeld der Kinder befinden. Der Spielraum soll verschiedene Gelände-, Boden- und Vegetationsstrukturen aufweisen, um so auch den jahreszeitlichen Wechsel der Vegetation zu erleben. Bei der Auswahl der genannten drei Standorte wurde ebenfalls darauf geachtet, dass hier eine hohe Nutzung von Kindern und Jugendlichen erwartet werden kann.

Es wird angestrebt zur Betreuung und Anleitung private Initiativen, Vereine oder andere Einrichtungen zu gewinnen.

3. Aktionsplan „Spiel & Bewegung in der Stadt“

Der Aktionsplan "Spiel & Bewegung in der Stadt" wurde Mitte 2003 im Auftrag des Senators für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales fertig gestellt. Er enthält eine Fülle von konkreten, z.T. kleineren Vorschlägen zur Verbesserung der Spiel- und Aufenthaltsqualitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in allen bremischen Stadtteilen. Die für die Stadtteile genannten Maßnahmenlisten sind unter Mitwirkung von jungen Menschen und ihren Eltern sowie in enger Abstimmung mit den Stadtteilbeiräten entstanden. Derartige Maßnahmen sind außerordentlich dafür geeignet, Kinder und Jugendliche verantwortlich an Planung und Umsetzung zu beteiligen.

Durch die bereitgestellten Investitionsmittel des Sonderprogramms können „Drittmittel“ in Höhe von 548.000 EURO gebunden werden. Es wird daher vorgeschlagen, insgesamt einen Betrag in Höhe von 325.000 Euro zur Verfügung zu stellen.

4. Gemeinschaftsaktion „SpielRäume schaffen“

Für das seit 1997 bestehende Projekt Gemeinschaftsaktion „SpielRäume schaffen“ werden von den beiden Partnern, dem Deutschen Kinderhilfswerk Berlin (DKHW) und der Stadtgemeinde Bremen - vertreten durch den Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales –, Mittel in einem Förderfonds bereitgestellt. Seit 1997 wurden rund 200 Spielräume gefördert. An erster Stelle sind naturnahe Erlebnisräume entstanden.

Zur Absicherung und Fortführung wird vorgeschlagen, den Förderfonds der Gemeinschaftsaktion aus den Sonder-Investitionsmitteln mit jährlich 25.000 € auszustatten und die Gemeinschaftsaktion auf diese Weise mittelfristig zu sichern.

5. Sonstiges

Als wichtige zentrale temporäre neue Anlage ist eine Skateranlage am Bahnhofsvorplatz vorgesehen. Diese soll ebenfalls aus dem Programm unterstützt werden. Außerdem ist vorgesehen, den Stadtteilen für die beteiligungsintensive Umsetzung von Kleinprojekten Unterstützung zu leisten, um die Bespielbarkeit von Quartieren zu verbessern. Zudem soll das gesamte Investitionsprogramm Spielplätze mit einer intensiven und zwischen den Beteiligten abgestimmten Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden.

Die Kosten für dieses Sonderprogramm werden geschätzt auf:

  • Grundlegende Neugestaltung von Spielplätzen und Anlage von Naturerlebnisräumen
    1,900 Mio. €
  • Umsetzung Aktionsplan „Spiel & Bewegung“
    0,325 Mio. €
  • Beteiligung an der Gemeinschaftsaktion „SpielRäume schaffen“
    0,075 Mio. €
  • Skaterprojekt , stadtteilbezogene Kleinprojekte und Öffentlichkeitsarbeit
    0,200 Mio. €

Summe 2,500 Mio. €

Mit dem Sonderinvestitionsprogramm Spielplätze werden sich die zuständigen Gremien in der kommenden Woche befassen. Nach Beschlussfassung soll sofort mit der Planung begonnen werden, die in enger Abstimmung mit den Beiräten erstellt werden sollen. Mit der Realisierung soll dann im wesentlichen kommenden Jahr erfolgen.

Karin Röpke und Jens Eckhoff werteten das Programm als deutliches Zeichen, dass auch in finanzpolitisch schwierigsten Zeiten eine politische Schwerpunktsetzung möglich bleibt. „Unser gemeinsames Interesse ist es, etwas für Kinder in Bremen zu erreichen. Mit dem Fit-Programm für Bremer Spielplätze wollen wir dafür ein Zeichen setzen.

Anlage:Übersicht der Maßnahmen