Sie sind hier:

Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Mit Volldampf voraus im Entwicklungsgebiet Borgfeld

14.05.2003

Borgfeld-Ost ausverkauft - Große Nachfrage Borgfeld-West

Die Senatorin für Bau und Umwelt, Christine Wischer, hat heute (14.5.2003) im Entwicklungsgebiet Borgfeld eine Bilanz der bisherigen Bautätigkeit gezogen und weitere Schritte angekündigt, um die rege Nachfrage auch künftig bedienen zu können und zugleich das geplante Stiftungsdorf mit einer ökologisch hochwertigen Technik auszustatten.


Im einzelnen:


Rege Verkaufs- und Bautätigkeit hält an


Die schon seit drei Jahren bestehende rege Neubautätigkeit und Nachfrage nach frei stehenden Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Doppelhäusern in Borgfeld-Ost und -West hält weiter an. Obwohl die Baukonjunktur generell in der Bundesrepublik und auch in Bremen auf Grund der schlechten konjunkturellen Lage manchen Dämpfer einzustecken hat, sind die Verkaufszahlen in Borgfeld und der Baubeginn neuer Häuser beeindruckend. In den gut vier Jahren, in denen in diesem Entwicklungsgebiet geplant, gekauft und gebaut werden kann, ist der gesamte Bereich Borgfeld-Ost bereits vollständig ausverkauft.

Die Projektgesellschaft Borgfeld (PBG), die eine gemeinschaftliche Gründung der Wohnungsbauunternehmen BREBAU, ESPABAU, GEWOBA und GWB darstellt und die im Rahmen vertraglicher Regelungen mit dem Bauressort die Realisierung des Baugebietes als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme übernommen hat, hat in Borgfeld-Ost rund 340 Baugrundstücke erschlossen und Wohnungssuchenden angeboten. Von den 122 Doppel- und Reihenhäusern, die in Borgfeld-Ost geplant und inzwischen gebaut worden sind, haben 120 bereits eine neue Eigentümerfamilie gefunden. Das Besondere und Neue an Borgfeld-Ost ist jedoch, dass die PBG den Bauwilligen in Umsetzung des Programms "Bremer bauen in Bremen" auch das Angebot gemacht hat, das reine Grundstück ohne Architekten- oder Bauträgerbindung zu erwerben. Hier wurden ca. 215 Grundstücke angeboten, davon sind über 200 verkauft. Im Ergebnis bleibt also zu vermelden, dass hier die 100%-Quote in wenigen Wochen erreicht sein wird.

Auch die Infrastruktur in Borgfeld-Ost ist mit Erschließungsstraßen, vielen neuen Bäumen, Radwegen, Spielplatz und einem farbenfrohen Kindergarten vertragsgemäß von der PBG erstellt worden.


In Borgfeld-West sind zunächst zwei der insgesamt zehn Baufelder für Wohnungsbau erschlossen worden. Hier werden zur Zeit rund 220 Grundstücke, Doppel- und Reihenhäuser angeboten. Gleichzeitig wird ein öffentlicher Spielplatz entstehen. Auch von diesem erst vor etwa eineinhalb Jahren in Angriff genommenen Bereich des Entwicklungsgebietes sind jetzt schon rund zwei Drittel veräußert worden. Wischer: "Dieses Ergebnis belegt, dass es solch hervorragend gelegener Baugebiete bedarf, um bauwilligen Bremern ein qualitätsvolles Angebot unterbreiten zu können. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Bevölkerungszahl von Bremen zu steigern und Abwanderung zu verhindern."

Wischer verwies darauf, dass nicht nur die Bremer Bürger, die ein neues Haus ihrer Wahl in Borgfeld bauen oder kaufen, von dieser rasanten Entwicklung profitieren, sondern auch das Land Bremen selbst. "Wenn man nur einmal das Baugebiet Borgfeld-Ost betrachtet, lässt sich schnell berechnen, dass hier rund 1.000 Bürger ihre Wohnstätte genommen haben. Wenn man bedenkt, dass diese Reihen- und Doppelhäuser in aller Regel von Familien mit Kindern bezogen werden, ergibt sich bei rund 340 Einheiten schnell eine Bewohnerzahl von 1.000 Bürgern für Bremen. Deshalb lässt sich leicht ermitteln, dass Borgfeld sehr dazu beigetragen hat, dass in den letzten zwei Jahren die Bevölkerungszahl in Bremen wieder gestiegen ist. Auf diesem Wege muss auch im Interesse Bremens fortgefahren werden."


Neue Baufelder werden vorbereitet


Um die anhaltende Nachfrage auch künftig decken zu können, soll ein neuer Ausfüllungsbebauungsplan für weitere vier Baufelder für ca.230 Grundstücke in Borgfeld-West in Angriff genommen werden. Um das Angebot zu sichern, wurde nach Absprache mit dem Senatsbaudirektor das Architekturbüro NWP Oldenburg, das schon den städtebaulichen Rahmenplan für das gesamte Baugebiet entworfen hatte, mit der Ausformulierung eines Baukonzepts für den neuen Ausfüllungsbebau-ungsplan beauftragt. Diese Ausfüllungspläne sind erforderlich, da der damals beschlossene Bebauungsplan 2063 die kleineren Wohnstraßen noch nicht festsetzen konnte. Darüber hinaus müssen baurechtliche Details den heutigen Markterfordernissen angepasst werden. Außerdem wird ein weiterer öffentlicher Spielplatz geplant. Wischer: "Für mich hat es eine große Priorität, dafür Sorge zu tragen, dass die erfolgreiche Bautätigkeit in Borgfeld-West nahtlos weiter gehen kann. Deshalb werden die erforderlichen Planungsschritte auch weiterhin zügig vorangetrieben.“


Weg für Stiftungsdorf frei gemacht


Bisher ist das Wohnen in Borgfeld insbesondere für junge Familien attraktiv. Dies soll auch im Schwerpunkt so bleiben, jedoch zielten die Planungen des Bauressorts von Anfang an darauf ab, in diesem Baugebiet auch das Zusammenleben von Jung und Alt zu fördern. Wischer: „Eine gute Stadtplanung zeichnet sich auch dadurch aus, dass in den Neubaugebieten vielfältige Angebote vorgehalten werden. Dafür bieten sich Wohnformen an, die Jung und Alt zusammen führen, außerdem müssen Läden, Arztpraxen, Cafés, Kneipen - kurz und gut Treff- und Gemeinschaftspunkte – für alle Neubürger eingerichtet werden. Ich bin sehr froh, dass jetzt für die Bremer Heimstiftung und die PBG der Weg geebnet werden konnte."

Voraussetzung für den Bau des neuen Stiftungsdorfes war die Verabschiedung des Bebauungsplans 2264 und eine Änderung des städtebaulichen Vertrages. Der Bebauungsplan wurde kürzlich von der Stadtbürgerschaft verabschiedet, die erforderliche Änderung des städtebaulichen Vertrages wurde zwischen der Stadt Bremen und der PBG in der vergangenen Woche vor dem Notar besiegelt. Dadurch hat die Bremer Heimstiftung jetzt die Möglichkeit, ein Stiftungsdorf mit ca. 80 Seniorenwohnungen in einer hervorragenden Bauqualität zu planen. Dieses Stiftungsdorf soll das Zentrum von Borgfeld-West werden, mit einem Dienstleistungs- und Gastronomieangebot und der Möglichkeit der ärztlichen Versorgung.

Direkt neben dem Stiftungsdorf sollen dann eine Grundschule, eine Dreifachturnhalle, eine Kindertagesstätte und ein Jugendhaus errichtet werden.

Außerdem wurde auch der SC Borgfeld mit entsprechenden Erweiterungen seiner Kapazitäten – ebenfalls finanziert durch die PBG – ausgestattet. Die PBG hat bereits zudem 375.000 € an die Stadtgemeinde überwiesen, damit die bisher bestehende Grundschule um zwei weitere Klassenräume ausgebaut werden kann.“


Konzept für eine solar- oder biomassenunterstützte Wärmeversorgung in Borgfeld-West


Zugleich soll das Stiftungsdorf ein Modell für ökologische und technologische Innovation werden. Wischer: „Ich habe in meinem Ressort gemeinschaftlich mit der Bremer Energie-Konsens GmbH ein Konzept für eine solar- und biomassenunterstützte Wärmeversorgung in Borgfeld-West ausarbeiten lassen. Danach ist – in verschiedenen Varianten – vorgesehen, das Stiftungsdorf, das ca. 410 kW benötigt, und die Bildungseinrichtungen, die ca. 280 kW benötigen, mit einer solar- und/oder biomassenunterstützten Nahwärmeversorgung auszustatten. Dieses Konzept werden wir jetzt weiter verfeinern und dann mit den einzelnen Trägern der jeweiligen Einrichtungen und dem Beirat erörtern. Ich bin schon heute zuversichtlich, dass wir zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Stiftungsdorfes eine äußerst umweltfreundliche Nahwärmeversorgung vorstellen können.“


Public Private Partnership in Borgfeld ein echter Erfolg


Wischer verwies darauf, dass der Erfolg in Borgfeld die enge Zusammenarbeit bestätigt habe, die Stadtplanung und private Firmen miteinander vertraglich verabredet haben. Die intensive Heranziehung privatwirtschaftlichen Wohnungsbauverstandes durch die Baugesellschaften BREBAU, ESPA-BAU, GEWOBA und GWB habe das Know-how aller Beteiligten zusammen geführt und sowohl den schnellen Grundstückserwerb als auch den rasanten Bau der Häuser selbst ermöglicht. Sie freue sich deshalb auch darüber, dass die jetzt anstehenden neuen Schritte wie die Verabschiedung des neuen Ausfüllungsbebauungsplanes, die Planung und der Bau eines Stiftungsdorfes sowie die weitere Umsetzung der Siedlungstätigkeit in der bewährten, engen Kooperation fortgeführt werden solle.


Diese enge Kooperation gilt auch für die bisher bewährte Preisfestsetzung in Borgfeld-Ost und –West. Da es sich hier um einen städtebaulichen Entwicklungsgebiet handelt, müssen die Grund-stückskaufpreise, die die PBG mit den Käufern notariell vereinbart, durch die Behörden genehmigt werden. Hier ist ein Preiskorridor festgesetzt worden, der die besondere jeweilige Lagequalität des Grundstücks nach Himmelsrichtung, Größe, Erschließung, Nachbarschaft etc. so berücksichtigt, dass der Kaufpreis jedes Grundstücks angemessen bewertet wird und auch für jeden Geldbeutel etwas zu finden ist.


Wischer verwies darauf, dass zum Erfolg in Borgfeld auch der zielstrebige Ausbau des ÖPNV beigetragen habe. Wischer: "Mit der Linie 4 gehören auch die baustellenbedingten Staus der Vergangenheit an. Die neuen Einwohner in Borgfeld-Ost und –West, insbesondere die Kinder und Jugendlichen und andere, die über keine Pkw verfügen, haben die Chance, mit hohem Fahrkomfort und in hervorragender Fahrzeit mit der Linie 4 direkt in die Stadt zu kommen. Ich denke, insgesamt sind so die Weichen für eine gedeihliche Entwicklung Borgfelds gestellt, zum Wohle des Ortsteils und im Sinne der Sanierungsstrategie des Senats."