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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Gute Perspektiven für Ökostrom:

14.06.2002

Auswahlverfahren für das Weserkraftwerk abgeschlossen

Das Auswahlverfahren für den Neubau eines Wasserkraftwerks am Weserwehr Bremen ist abgeschlossen. Danach hat das Konzept der Interessentengruppe Mattern / Planet Energy / Tandem aus technischer wie aus wirtschaftlicher Sicht die höchsten Realisierungschancen. Der Senator für Bau und Umwelt empfiehlt deshalb, die Planungen auf dieser Grundlage fortzusetzen.

Zur Erinnerung: Im letzten Jahr hatten sich vier private Interessentengruppen gebildet und dem Senator für Bau und Umwelt Konzepte für den Neubau eines Wasserkraftwerks am Weserwehr Bremen vorgelegt. Im Rahmen des Auswahlverfahrens wurden nun die technischen und wirtschaftlichen Realisierungschancen sowie die voraussichtliche jährliche Stromerzeugung der vorgeschlagenen Kraftwerksprojekte bewertet.

Das Auswahlverfahren wurde in enger Abstimmung mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes durchgeführt. In diesem Rahmen hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen die Verträglichkeit der vorgeschlagenen Kraftwerksprojekte mit der vorhandenen Wehr- und Schleusenanlage beurteilt. Danach hat das Konzept der Interessentengruppe Mattern / Planet Energy / Tandem die besten Aussichten, in eine staustufenverträgliche Kraftwerksplanung umgesetzt zu werden. Auch die Bewertung der wirtschaftlichen Realisierungschancen durch den Senator für Bau und Umwelt ergab klare Vorteile für diese Variante. Im Hinblick auf die voraussichtliche jährliche Stromerzeugung zeigten sich keine erheblichen Unterschiede zwischen den einzelnen Vorschlägen.

Das ausgewählte Konzept sieht vor, am rechten Weserufer ein Wasserkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von rund 5 Megawatt zu bauen, das jährlich rund 33,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen könnte. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 13.400 bremischen Durchschnittshaushalten. Die geplante Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung würde die Verbrennung von Kohle und Erdgas in konventionellen Kraftwerken reduzieren und dadurch jährlich den Ausstoß von rund 29.000 Tonnen CO2 vermeiden.

Die Interessentengruppe besteht aus den Unternehmen Ernst Mattern GmbH, Nattheim, Planet energy GmbH, Hamburg, und Tandem Investitions- und Beteiligungsgesellschaft für ökologische Projekte mbH, Bremen. Die Firma Mattern ist ein mittelständisches Bauunternehmen, das insbesondere im konstruktiven Ingenieurbau tätig ist. Mattern war bereits Konsortialführer des Konsortiums "WKW Weserwehr Bremen" (Mattern, Siemens, Voith), das im Auftrag der swb AG die Planungsunterlagen für den Neubau eines Wasserkraftwerks am linken Weserufer erstellt hatte. Planet energy ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Greenpeace energy eG, eines bundesweiten Anbieters von Ökostrom. Tandem ist eine Projektentwicklungs- und Betreibergesellschaft, die sich bisher schwerpunktmäßig im Bereich der Windkraftnutzung engagiert hat.

"Das ausgewählte Konzept eröffnet gute Chancen, dass die Weser in Bremen bald wieder zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Dies ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie, regenerative Energien stärker zu nutzen und die CO2-Emissionen zu senken", so die Senatorin für Bau und Umwelt, Christine Wischer. "In enger Kooperation mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wird mein Haus die weiteren Planungen intensiv begleiten. Das Weserkraftwerk ist jetzt auf dem besten Wege, zu einer Erfolgsstory für alle Beteiligten zu werden."