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Senatskanzlei

Neujahrsansprache des Präsidenten des Senats, Bürgermeister Jens Böhrnsen, zum Jahreswechsel 2005 / 2006

30.12.2005

In seiner Neujahrsansprache zum Jahreswechsel 2005/2006 führte Bürgermeister Jens Böhrnsen folgendes aus:


"Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger in Bremen und Bremerhaven,

ich wünsche Ihnen allen von Herzen ein gutes neues Jahr 2006!


Es ist ein schöner Brauch: Zum Jahreswechsel wünschen wir unseren Angehörigen, Freunden und Bekannten alles Gute für das neue Jahr. Wir schreiben Karten oder Briefe, wir schicken e-mails oder SMS oder rufen einfach an.

Warum tun wir das eigentlich?

Sicher nicht, weil wir glauben unsere guten Wünsche könnten die Nöte und Sorgen vertreiben, könnten die Lebensumstände entscheidend verbessern. Nein, mit unseren Wünschen drücken wir Anteilnahme, Freundlichkeit und Interesse aus. Wir wollen den anderen sagen: „Ich denke an Dich. Ich freue mich, dass es Dich gibt.. Du bist mir wichtig..“ Das ist der Kern unserer Neujahrswünsche. Sie erinnern uns daran: Wir sind nicht allein. Wir haben Freundinnen und Freunde. Sie sind da - auch wenn es uns einmal nicht so gut geht.


Unsere beiden Städte, Bremen und Bremerhaven, leben nicht bloß von Umsätzen und Wachstumsraten. Lebensqualität besteht vor allem im Miteinander, im Vertrauen, in dem guten Gefühl, zu Hause zu sein. Was Bremen und Bremerhaven liebens- und lebenswert macht, sind die Menschen, die für andere da sind und sich engagieren – in Vereinen, Initiativen, in der Nachbarschaft oder in ihrer Kirchengemeinde.

Ich danke allen, die zu diesem sozialen Zusammenhalt beitragen – ob aus Verantwortungsbewusstsein, aus Solidarität oder weil sie es zu ihrem Beruf gemacht haben, für andere da zu sein. Und ich wünsche uns allen, dass wir diese Stärke auch im neuen Jahr bewahren und leben.


Es wird kein einfaches Jahr werden. Das Bundesland Bremen wird um seine Selbständigkeit kämpfen. Wir müssen der gesamten Republik und auch dem höchsten deutschen Gericht, dem Bundesverfassungsgericht, beweisen, dass wir aus eigener Kraft leben können und wollen. Und wir haben dafür hervorragende Argumente.


Wir sind stark. Unsere Wirtschaftskraft ist hoch. Unter allen 16 Bundesländern steht Bremen mit Platz 2 auf der Bestenliste. Von all dem, was bei uns erarbeitet wird, könnten Bremen und Bremerhaven gut leben. Man muss uns nur einen fairen und gerechten Anteil daran lassen. Dafür müssen wir uns, dafür will ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.

Unsere Selbständigkeit ist weit mehr als eine ehrwürdige Nostalgie. Sie ist hoch aktuell und zeitgemäß. Und sie ist die beste Grundlage, um die heutigen Herausforderungen zu bestehen.


Ein selbständiges Bundesland allein ist zwar keine Garantie dafür, dass jeder eine Arbeit findet. Aber es kann helfen. Es gibt einen Zusammenhang.


Es war eine Chance, dass wir in Bremen in den vergangenen Jahren mitentscheiden konnten, was aus den Bremer Stahlwerken wird. Es ist – ganz aktuell - eine Chance, wenn wir selbst mitentscheiden können, was aus der Lloyd-Werft in Bremerhaven wird oder aus der Gewoba in Bremen. Es ist eine Chance, dass hier in Bremen und Bremerhaven über die Zukunft unserer Häfen entschieden wird.Deshalb lohnt es sich, dass wir alle für unsere Selbständigkeit eintreten. Sie ist nicht nur ein geschichtliches Erbe. Sie ist die Grundlage dafür, dass wir unsere Zukunft selbst gestalten können.


Liebe Bremerinnen und Bremer, liebe Bremerhavenerinnen und Bremerhavener,


Ich wünsche Ihnen allen Gesundheit, Zuversicht und Erfolg und ein glückliches, schönes neues Jahr!"