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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

"Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung"

Senat beschließt Strukturkonzept Land Bremen 2020

11.02.2014
Ein strukturpolitisch wesentliches Projekt für Bremen-Nord: das BWK-Gelände in Blumenthal, jpg, 79.1 KB
Ein strukturpolitisch wesentliches Projekt für Bremen-Nord: das BWK-Gelände in Blumenthal

In seiner heutigen Sitzung (11.02.2014) hat der Senat das Strukturkonzept Land Bremen 2020 verabschiedet. Das Programm trägt den Titel "Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung für Bremen" und ist die Fortschreibung des Strukturkonzepts Land Bremen 2015. Es orientiert sich stärker an der EU-2020-Strategie und nimmt damit die Themen "Wissen und Innovation", "Ressourcenschonung" und "CO2-Minderung" sowie "Armutsbekämpfung und sozialen Zusammenhalt" in den Fokus.

"Es ist eine politische Daueraufgabe, den Strukturwandel gezielt zu gestalten", so Wirtschaftssenator Martin Günthner. "Eine aktive Wirtschaftspolitik ist dafür eine notwendige Voraussetzung. Zugleich gilt es aber, die anderen Politikfelder intensiv einzubeziehen. Wirtschaftliche Stärke, soziale Verantwortung und ökologischer Ausgleich gehören zusammen. Das Strukturkonzept 2020 bildet dazu die konzeptionelle und strategische Grundlage."
Es bildet zugleich die Dachstrategie für die strukturpolitischen Ansätze laufender und künftiger Fachprogramme und insbesondere der europäischen Strukturfonds (EFRE, ESF, ELER und EMFF).

Für die Strukturpolitik im Land Bremen sind ausgehend von den globalen und regionalen Trends sieben zentrale Leitthemen identifiziert worden. Mit ihnen will Bremen die Chancen des fortschreitenden Wandels nutzen und gestalten:

INNOVATIONSORIENTIERUNG UND INTERNATIONALISIERUNG DES STANDORTES FÖRDERN
Ziel ist eine breite Innovationskultur zu schaffen und Bremen als innovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort international zu positionieren. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf der Förderung eines unternehmensorientierten Innovationssystems durch eine profilierte Forschungslandschaft sowie auf der Erleichterung des Zugangs zu Bildung als Schlüssel zur persönlichen Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

MODERNISIERUNG DER UNTERNEHMENSSTRUKTUR BEGLEITEN
Ziel ist eine zukunftsfähige industrielle und dienstleistungsorientierte Wertschöpfung mit
"guter Arbeit" für Frauen und Männer. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf der
Weiterentwicklung einer nachhaltigen Industriepolitik und der Stärkung des Mittelstands.

ENERGIEWENDE MITGESTALTEN
Ziel ist die Nutzung der Chancen durch Standortvorteile im Bereich der erneuerbaren Energien – insbesondere durch Offshore-Windenergie – und durch energieeffiziente Innovationen. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf CO2-Minderung, Energieeffizienz und Stärkung der erneuerbaren Energien.

GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT STÄRKEN UND ARMUT BEKÄMPFEN
Ziel ist durch auf Zielgruppen spezifizierte und integrativ ausgerichtete Ansätze Armut bekämpfen und einer sozialen Spaltung entgegenzuwirken. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Armut sowie auf integrierten Handlungsansätzen der Stadt(teil)entwicklung.

ATTRAKTIVITÄT DES ARBEITSMARKTES UND DES WOHNORTES STEIGERN
Ziel ist die Steigerung der Attraktivität des Arbeitsmarktes sowie die Sicherung der oberzentralen Funktion der Stadt Bremen und der Stadt Bremerhaven in der Region. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf Unterstützung von "guter Arbeit" zur Steigerung der Attraktivität des Arbeitsmarktes und damit des Standortes sowie der Entwicklung eines überregional ausstrahlenden Innenstadtzentrums in der Stadt Bremen und der Stärkung der innerstädtischen Potentiale Bremerhavens einschließlich der Havenwelten.

LEISTUNGSFÄHIGE INFRASTRUKTUREN VORHALTEN
Ziel ist eine qualifizierte infrastrukturelle Versorgung durch den dauerhaften Erhalt, den Neubau und die qualitative Aufwertung von gewerblichen Infrastrukturen (wie z.B. Güterverkehrszentrum in Bremen-Mitte/Süd, Gewerbepark Hansalinie in Bremen-Ost, Überseestadt in Bremen-Mitte, Bremer Wollkämmerei in Bremen-Nord, Fischereihafen
Bremerhaven-Süd), verkehrlichen Infrastrukturen (Straßen, Gleise, Hafenhinterlandverkehrsachsen) und Hafeninfrastrukturen. Der Fokus der Aktivitäten liegt auf dem Bestandserhalt und auf einem bedarfsgerechten Ausbau strukturpolitisch relevanter öffentlicher Infrastrukturen.

Insgesamt bildet das "Strukturkonzept Land Bremen 2020" zugleich einen Ausgangspunkt für einen künftigen Austausch zu zentralen strukturpolitischen Themen, um den Umsetzungsstand zu reflektieren und bedarfsweise neue ressortübergreifende Aktivitäten zu entwickeln.

Die "Europa 2020"-Strategie verdeutlicht, dass nur ein Miteinander der drei Wachstumsansätze intelligent, nachhaltig und integrativ zu einem Mehr an Wertschöpfung, Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt sorgt. Hier hat Wachstum eine wichtige Bedeutung für die Stärkung des regionalen Wohlstands und der Lebensqualität als übergeordnete Zielsetzung.

Die strukturpolitische Herausforderung liegt in einer ausgewogenen Gestaltung des notwendigen Zusammenspiels der daran beteiligten Politikfelder.

Eine Diskussion des Konzepts wurde mit regionalwirtschaftlichen Akteuren wie der Handelskammer Bremen, der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven, der Arbeitnehmerkammer sowie den Unternehmensverbänden und dem Deutschen Gewerkschaftsbund durchgeführt.

LINK:
Strukturkonzept Land Bremen 2020 zum Download (pdf, 245.6 KB)

Foto: WFB Bremen / terra-air services