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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Senatorin Anja Stahmann fordert geschlechtergerechtere Bezahlung

21.03.2013

Anlässlich des Equal Pay Days am 21. März 2013 fordert Bremens Sozial- und Frauensenatorin Anja Stahmann mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der Bezahlung von beruflicher Arbeitsleistung: „Der erhebliche Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern entspricht nicht dem unterschiedlichen Wert ihrer Arbeit. Es wird Zeit, dass weibliche Arbeit gesellschaftlich die Anerkennung findet, die sie verdient.“ Nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes liegt der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen mit 15,21 Euro 22 Prozent unter dem von Männern, die im Schnitt 19,60 Euro verdienen. In Bremen liegt der Abstand noch etwas höher, nämlich bei 24 Prozent.

Gut zwei Drittel dieser Unterschiede lassen sich durch die geschlechtsspezifische Struktur des Arbeitsmarktes für Frauen und Männern erklären: Frauen sind in schlechter bezahlen Branchen tätig, haben weniger Führungspositionen inne und streben eher Arbeitsplätze mit einem niedrigerer Qualifikationsniveau an. Außerdem arbeiten mehr Frauen als Männer teilzeit sowie geringfügig beschäftigt. Auch bei Berücksichtigung dieser Faktoren bleibt ein Einkommensabstand zwischen Frauen und Männern von sieben Prozent. Mögliche Erklärungen sind die Unterbrechungen weiblicher Erwerbsbiographien durch Kindererziehung und Pflege im häuslichen Bereich wie auch ein unterschiedliches Auftreten bei Lohn- und Gehaltsverhandlungen.

„Es ist nicht einzusehen, warum die Arbeit in einer Autowerkstatt mehr Wert sein soll als in der Pflege“, sagte Anja Stahmann. „Frauenspezifische Berufe dürfen nicht generell schlechter bezahlt sein.“ Dieses Problem müsse „gesamtgesellschaftlich gelöst werden“, ergänzte die Senatorin und betonte: „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Frauenberufe mehr Wertschätzung erfahren.“ Außerdem habe die Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht dazu geführt, dass Frauen vermehrt Spitzenpositionen besetzen: „Wir brauchen deshalb eine gesetzlich geregelte Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten.“ Außerdem müssten die Anreize für Männer verstärkt werden, sich in der Familienphase aktiv ins Familienleben mit Kindern einzubringen: „Das stärkt die Vater-Kind-Beziehung und verschafft Frauen die gleichen Chancen für ihre berufliche Weiterentwicklung.“