Sie sind hier:

Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

„Gemeinsam für zukunftsfähige Arbeitsplätze in Bremen und Bremerhaven“

Senator Günthner schließt Bündnis mit der Windindustrie

15.02.2013

Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner und acht Betriebe der Windenergieindustrie aus Bremen und Bremerhaven haben heute (15.02.2013) ein „Bündnis für zukunftsfähige Arbeitsplätze in Bremen und Bremerhaven“ (pdf, 335 KB) geschlossen. Senator Günthner verwies darauf, dass in Studien davon ausgegangen wird, dass in den kommenden Jahrzehnten bis zu 14.000 Arbeitsplätze in dieser Branche entstehen können. „Damit ist die Windenergieindustrie ein zentrales Zukunftsfeld für die Wirtschaftsentwicklung im Land Bremen. Um alle Potentiale heben zu können, braucht es einen engen Schulterschluss von Politik, Arbeitsagentur und den Unternehmen. Mit dem heute geschlossenen Bündnis haben wir dafür sehr gute Voraussetzungen geschaffen.“

Bündnisvereinbarung im Bremer Rathaus, jpg, 108.7 KB
Bündnisvereinbarung im Bremer Rathaus

Die in Bremen und Bremerhaven bereits ansässigen Betriebe decken in der Breite ihrer Fertigungen und ihrer Dienstleistungen die gesamte Prozesskette des Windenergieanlagenbaus ab. Zugleich bilden bestehenden Berufsbilder die Qualifikationsbedarfe der Windenergieindustrie nicht ausreichend ab; vielmehr braucht es systematische spezifische Zusatzqualifikationen, um die die vorhandenen Berufsausbildungen aufgestockt werden müssen.
Zu den zentralen Herausforderungen, aber auch nachhaltigen Chancen der Windenergieindustrie im Land Bremen gehört es, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und eine langfristige Deckung des Fachkräftebedarfs sicherzustellen.

Konkrete Verabredungen für die Jahre 2013 bis 2015 wurden zu sieben Arbeitsfeldern getroffen:

  1. Gestaltung der beruflichen Weiterbildung:
    Die Partner des betrieblichen Bündnisses wollen gemeinsam hohe Standards und einheitliche Zertifikate für die gewerblich-technische Weiterbildung im Windenergiesektor entwickeln und umsetzen. Ziel ist es, bis Anfang 2014 die ersten standardisierten Qualifizierungsmodule zu entwickeln.
  2. Ausbau der Erstausbildung:
    Die Partner des betrieblichen Bündnisses streben an, die Zahl der Ausbildungsplätze in der Windenergieindustrie deutlich zu erhöhen, um den Fachkräftebedarfs langfristig und betrieblich zu sichern. So soll die Zahl der Ausbildungsbetriebe und die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich gesteigert werden.
  3. Verabredungen zur Einbeziehung der Hochschulen:
    Die Partner des betrieblichen Bündnisses werden sich für die Deckung ihres Bedarfs an Akademikern noch enger mit den Hochschulen des Landes und der Region vernetzen. Ziel ist es, Studentinnen und Studenten im Land Bremen für Arbeitsplätze in Unternehmen der Windenergieindustrie zu interessieren.
  4. Integration von Arbeitslosen:
    Die Partner des betrieblichen Bündnisses streben an, dass Arbeitslose der Region durch geeignete Maßnahmen mehr Chancen erhalten, in der Windenergieindustrie einen Arbeitsplatz zu finden. So sollen die Arbeitsagenturen und Jobcenter künftig auch einem fachlich entfernteren Personenkreis neue Möglichkeiten durch Qualifizierung und Ausbildung eröffnen. Dazu wollen die Betriebe die praktischen Anteile an der beruflichen Weiterbildung sicherstellen.
  5. Überregionale Personalakquisition:
    Die Partner des betrieblichen Bündnisses wollen gemeinsam für eine größere Attraktivität der Region als Standort mit Lebens- und Arbeitsqualität sorgen. Dadurch wird die notwendige überregionale und auch internationale Rekrutierung von Fachkräften gebündelt und verbessert. So soll bei nationalen und internationalen Auftritten des Landes Bremen und der Metropolregion auf Messen, Kongressen und sonstigen Veranstaltungen zur Windenergieindustrie zukünftig stärker für die Standorte Bremen und Bremerhaven geworben werden. Bis zur nächsten größeren Messe sollen ein entsprechender Internetauftritt und Materialien für eine internationale Präsentation erarbeitet werden.
  6. Kurzarbeit und Qualifizierung:
    In den absehbaren Fällen von Auftragsschwankungen werden die Partner des betrieblichen Bündnisses Wege suchen, durch Kurzarbeit und Qualifizierung einen Großteil der Belegschaften zu halten.
    Durch die nicht sicher gestellten Netzanschlüsse für die nächsten Offshore-Windparks drohen vielen Anlagenbauern ab Frühjahr oder Sommer 2013 Zeiten der Unterbeschäftigung. Da diese absehbar nicht von Dauer sein werden, ist Kurzarbeit ein geeignetes Instrument, die eingearbeitete Belegschaft so weit wie möglich zu halten, bevor sie in andere Produktionssektoren der Metall- und Elektroindustrie und des Anlagenbaus abwandert.
    Der Nachholbedarf an Weiterbildung der Beschäftigten soll in der Zeit der Kurzarbeit gedeckt werden. Beschäftigte aus Personaldienstleistern sollen branchenbezogen so weit wie möglich einbezogen werden.
  7. Verabredungen zum Einsatz von Leiharbeit:
    Derzeit befinden sind rund 20% der Beschäftigten der Branche in Leiharbeitsverhältnissen. Als gemeinsames Ziel haben die Partner des betrieblichen Bündnisses vereinbart, den Umfang der Leiharbeit zu reduzieren. Die Entwicklung der Leiharbeit in den Betrieben des Bündnisses soll durch ein begleitendes Monitoring verfolgt werden.

Erstunterzeichner der Verabredungen für die Jahre 2013 – 2015:
AMBAU GmbH
AREVA Wind GmbH
Deutsche Windtechnik AG
PowerBlades GmbH
REETEC GmbH
REpower Systems SE
SSC Wind GmbH
WeserWind GmbH
Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen
Magistrat Bremerhaven
Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven
Windenergie-Agentur (wab)