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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Ein Spitzenergebnis an der Weser

Senator Günthner: Bremische Häfen halten in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Kurs – Containerumschlag in Bremerhaven lässt erstmals die Sechs-Millionen-TEU-Marke hinter sich – Automobilumschlag steigt auf 2,2 Millionen Einheiten

17.12.2012

„Unsere bremischen Häfen halten in schwierigen Zeiten Kurs“, sagte Bremens Hafensenator Martin Günthner, als er am heutigen Montag (17.12.2012) die vorläufige Hafenbilanz für 2012 vorstellte. Während der Seegüterumschlag in vielen anderen Häfen in Europa und Übersee als Folge des schwierigen konjunkturellen Umfelds stagniert oder sogar zurückgeht, werden die Zwillingshäfen an der Weser ihren Gesamtumschlag im zu Ende gehenden Jahr um 5,3 Prozent steigern. Günthner erwartet ein Jahresergebnis von etwa 85 Millionen Tonnen (2011: 80,6 Millionen Tonnen). Grundlage der Schätzung sind die Umschlagszahlen der ersten elf Monate.

„Dass unsere Häfen sich derart gut im Wettbewerb behaupten, beweist ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und ist ein gutes Zeichen für die Zukunft“, sagte Günthner. Der erneute Umschlagsrekord zeige, dass sich die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven längst von den Auswirkungen der schweren Krise des Jahres 2009 erholt habe, ergänzte der Senator. „Angesichts der Wachstumsschwäche, die viele Teile der Welt jetzt wieder erfasst hat, können unsere positiven Zahlen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Erfolg hat viele Väter und Mütter. Das reicht von den leistungsfähigen großen und kleinen Unternehmen der maritimen Logistik über das professionelle Engagement der Beschäftigten bis hin zu einer hafenorientierten Wirtschaftspolitik, mit der der Senat – zum Beispiel durch den konsequenten Ausbau der Bremerhavener Kajen- und Schleusenkapazitäten – die Grundlage für die erfreuliche Entwicklung gelegt hat.“

Für den Standort Bremerhaven erwartet der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen in diesem Jahr einen Gesamtumschlag von etwa 72 Millionen Tonnen, für Bremen-Stadt geht er von etwa 13 Millionen Tonnen aus. Der Massengutumschlag in beiden Häfen wird auf 9,8 Millionen Tonnen geschätzt. Somit entfallen mehr als 75 Millionen Tonnen auf den Stückgutumschlag (Container und nicht in Container gestautes Stückgut).

Containerumschlag in sehr guter Verfassung
In sehr guter Verfassung präsentiert sich das Hauptgeschäft der bremischen Häfen, die Containerlogistik. Europas viertgrößter Containerhafen in Bremerhaven kann für 2012 mit einem Plus von 6,3 Prozent auf etwa 6,3 Millionen TEU (TEU=Standardcontainer) rechnen. Im Vorjahr wurden an der Weser 5,9 Millionen TEU umgeschlagen. „Im Containerbereich wird die Stärke unseres Hafens besonders deutlich“, sagte Günthner. „Hier liegen wir deutlich vor der großen Konkurrenz in Rotterdam und Hamburg.“

Auch mit dem weiter wachsenden Automobilumschlag ist Günthner äußerst zufrieden. Für 2012 wird eine Zunahme auf etwa 2,2 Millionen Fahrzeuge (2011: 2,1 Millionen) erwartet. „Das Plus ist vor allem auf die Exporterfolge der deutschen Automobilindustrie in Übersee zurückzuführen“, sagte Günthner, der mittelfristig mit einem weiteren Wachstum der Fahrzeug-Drehscheibe Bremerhaven rechnet. Insgesamt wird im Umschlagssegment des konventionellen Stückguts mit einem Jahresergebnis von 8,2 Millionen Tonnen gerechnet.

In Bremen-Stadt erwartet der Hafensenator 2012 einen Massengutumschlag von rund 9,4 Millionen Tonnen. In diesem Segment dominieren Erze, Kohle und Mineralölprodukte. Beim konventionellen Stückgut, das in Bremen-Stadt vor allem aus Eisen- und Stahlprodukten besteht, geht Günthners Ressort von einer Größenordnung von 3,6 Millionen Tonnen aus.

Mehr Kreuzfahrtschiffe und Passagiere
Der Kreuzfahrt-Terminal Bremerhaven bringt es 2012 auf 49 Schiffsankünfte und etwa 62.500 Passagiere. „Hier zeigt sich ein Silberstreif am Horizont“, sagte Günthner. Nach einem Rückgang im Jahre 2011 steigt die Zahl der Schiffe 2012 um 25,6 Prozent und die Zahl der Kreuzfahrer um 21,6 Prozent. Die hohe Qualität der modernen Passagieranlage an der Columbuskaje und der Abfertigung lasse eine weitere Zunahme der Abfahrten erwarten, meinte Günthner.

Ausbau von Hinterlandverbindungen nicht auf die lange Bank schieben
„Die aktuellen Umschlagszahlen aus dem Land Bremen machen deutlich, wie wichtig der zügige Ausbau leistungsfähiger Verkehrsanbindungen im Hinterland der norddeutschen Seehäfen ist“, sagte Senator Günthner. „Ihr Bau und Erhalt ist eine zentrale Aufgabe des Bundes bzw. der Deutschen Bahn AG. In vielen Papieren – von der Berliner Regierungserklärung über den Bundesverkehrswegeplan bis zum Aktionsplan Güterverkehr und Logistik – sind die Zukunftsprojekte festgeschrieben. Viele dieser überfälligen Verkehrsinvestitionen werden derzeit überplant oder einer veränderten Nachfrage angepasst. Dies darf nicht dazu führen, dass notwendige Projekte weiter in die Zukunft verschoben werden oder wegen fehlender Mittel als Sparversionen umgesetzt werden.“

Die Verkehrsinfrastruktur müsse bedarfsgerecht ausgebaut und erhalten werden, forderte der Senator. Bremen – immerhin ein Haushaltsnotlageland – habe mit bedarfsgerechten Investitionen in seine Häfen einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der deutschen Exportwirtschaft geleistet. Schon deshalb erwarte man, dass Bund und Deutsche Bahn AG ihren Verpflichtungen schnell und umfassend gerecht werden.