Sie sind hier:

Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Erster Rammschlag im Kaiserhafen: Landspitze wird gekappt

Neuer Wendekreis mit 145-Meter-Radius bietet Platz für größere Autoschiffe

02.11.2012

Hinter der neuen Bremerhavener Kaiserschleuse haben heute (2. November 2012) offiziell die Bauarbeiten für den Rückbau der Spitze der ABC-Halbinsel begonnen. „Damit schafft bremenports die Voraussetzungen dafür, dass hier demnächst auch größte Autoschiffe sicher manövrieren können“, sagte Bremens Hafensenator Martin Günthner beim ersten Rammschlag für das 8-Millionen-Euro-Projekt.

Der Rückbau der Landspitze zwischen den Kaiserhäfen II und III sei erforderlich, um die Vorteile der 305 Meter langen und 55 Meter breiten Kaiserschleuse voll ausschöpfen zu können, so Günthner. Bisher wurden in der Kaiserschleuse nur die kleineren, bis zu 200 Meter langen Autoschiffe geschleust. Alle anderen nahmen den Weg über die Nordschleuse. Nach dem Rückbau der Landspitze und der damit verbundenen Vergrößerung des Wendebeckens können hinter der Kaiserschleuse auch die deutlich größeren Einheiten manövrieren.

„Die Erfolgsgeschichte des Bremerhavener Automobilumschlags hat sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt“, betonte Günthner. Von Januar bis August 2012 stiegen die Umschlagszahlen um 11,7 Prozent. 2011 waren an den Autokajen im Überseehafen etwa 2,1 Millionen Automobile umgeschlagen worden. Mit dem Rückbau der Landspitze werde das Gesamtprojekt Kaiserschleuse jetzt beendet, so der Senator. Im Bereich zwischen Binnenhaupt und ABC-Halbinsel entsteht ein Wendekreis mit einem Radius von 145 Metern und einem Mindestabstand zu den umgebenden Kajen von 45 Metern.

Wie bremenports-Geschäftsführer Robert Howe hinzufügte, müsse die Landspitze auf einer Länge von etwa 60 Metern Länge abgetragen werden. An der gekappten Spitze wird ein Liegeplatz für das Ersatztor der Kaiserschleuse eingerichtet.

Der Bauablauf auf einen Blick:
Zunächst müssen Teile der Uferwand an der Westseite abgebrochen werden. Außerdem lässt bremenports eine 159 Meter lange Spundwand rammen und verankern (Länge der Spundbohlen: 30 Meter). Die Bohlen werden gerüttelt und erst auf den letzten fünf Metern in den tragfähigen Sand gerammt – das Rütteln senkt den Lärmpegel in der Umgebung erheblich.

Außerdem wird die Spitze mit ihrer vorgelagerten Böschung abgetragen. „Wir bringen den Bereich auf 9,30 Meter unter Normalnull“, erläutert Howe. Dafür müssen knapp 100.000 Kubikmeter Material abgetragen werden, darunter 80.000 Kubikmeter Klei und 13.500 Kubikmeter Schlick. Der Schlick wird per Bagger nach Rotterdam gebracht und dort in der Unterwasserdeponie „De Slufter“ entsorgt. Für das Reservetor der Schleuse muss außerdem eine Liegewanne geschaffen werden.