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Metropolregion Bremen-Oldenburg: Frischer Wind für den Nordwesten

Positive Bilanz und gute Aussichten für die regionale Netzwerkarbeit

04.06.2012

Nach fast sechs Jahren intensiver Netzwerkarbeit blicken die „Frischköpfe“ auch in diesem Jahr zurück auf eine Vielzahl an erfolgreichen Regionalkooperationen und gelungenen Förderprojekten im Nordwesten. Beim heutigen Jahrespressegespräch im Bremer Rathaus zog der Vorstand der Metropolregion Bremen-Oldenburg eine durchweg positive Bilanz. Der Rückblick auf den Cluster-Ausbau und die Aktivitäten in den zehn Zukunftsfeldern Agrar- und Ernährungswirtschaft, Automobilwirtschaft, Energiewirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Kultur, Logistik- und Maritime Wirtschaft, Luft- und Raumfahrt sowie Tourismus und Wissenschaft zeigen, dass in den vergangenen Monaten viele wichtige Kooperationsprojekte und Fördermaßnahmen durch die Metropolregion Bremen-Oldenburg angeschoben und weiterverfolgt werden konnten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wurde nachhaltig vorangetrieben.

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v.li n.r e.: Landrat Dr. Jörg Mielke (vorne), Dr. Stephan-Andreas Kaulvers, Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke, Dr. Joachim Lohse, Dr. Matthias Fonger

Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie
Sowohl innerhalb der wirtschaftsstarken Zukunftsfelder sowie Cluster-übergreifend konnten Unternehmen für nachhaltige Zusammenarbeit sensibilisiert werden. So kooperiert etwa die Automobilwirtschaft im Nordwesten zunehmend mit dem Energiecluster und macht sich für den Einsatz von Photovoltaikanlagen in Unternehmen – etwa zum Aufladen von Elektroautos – stark. Ein weiteres Beispiel für die gelungene Integration von Ökologie in der Ökonomie ist die „Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg“, die von der Metropolregion in den vergangenen Jahren finanziell unterstützt wurde. In der Modellregion, die im Zuge der Energiewende einen großen Schub erfahren hat, sind im vergangenen Jahr über 200 halb-öffentliche und private Ladepunkte für Elektroautos entstanden. Modellhaft wird derzeit die „Neue Mobilität im ländlichen Raum“ erprobt.

Aufwind für die Offshore-Branche
Ein gutes Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft wird vor allem im Bereich der Energiewirtschaft deutlich. Der von der Metropolregion Bremen-Oldenburg in der Startphase unterstützte Weiterbildungsstudiengang „Windenergietechnik und -Management“ verabschiedet im Juni 2012 bereits den sechsten Jahrgang. Bisher haben mehr als 140 Absolventen das Studium erfolgreich abgeschlossen. Zum Wintersemester 2012/2013 startet mit dem „Continuing Studies Programme Offshore Wind Energy“ ein weiteres berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium, das erstmals Fach- und Systemwissen sowie Praxiserfahrung aus der maritimen Technologie und Logistik, der Offshore-Windenergie und der Energieversorgung vereint. Die Metropole Nordwest unterstützte den Aufbau und die Konzeption mit 80.000 Euro.

Zusammenarbeit über regionale Grenzen hinaus
Auch in der Luft- und Raumfahrt sind 2011 grundlegende Voraussetzungen für eine Stärkung der Branchen über die regionalen Grenzen hinaus geschaffen worden. Das von der Metropolregion Bremen-Oldenburg geförderte Cluster AVIABELT e.V. legte mit dem Empfang des türkischen Luftfahrtclusters aus Izmir sowie durch eine Delegationsreise in die USA im Oktober 2011 den Fokus auf stärkere internationale Kooperation. Ferner sollen beispielsweise mit dem Gemeinschaftsprojekt BRE-TeC Entwicklungszeiten und -kosten, etwa in der Flügelausrüstung, reduziert werden. Zudem wird die Zusammenarbeit mit der Landesinitiative „Niedersachsen Aviation“ intensiviert, um Synergieeffekte zu nutzen. Spätestens 2013 sollen erste Kooperationsprojekte im Nordwesten umgesetzt werden.

Förderschwerpunkt 2012: Erneuerbare Energien, Klimawandel und Umweltschutz
Aus Sicht von Landrat Dr. Jörg Mielke, Vorsitzender der Metropolregion Bremen-Oldenburg, machen auch in diesem Jahr die vielfältigen geförderten Projektansätze deutlich, über welch großes Potenzial die Metropolregion verfügt: „In Zukunft wird es darum gehen, unsere Zusammenarbeit noch stärker zu bündeln und die Förderung auf besonders vielversprechende Zukunftsfelder zu konzentrieren“, so Dr. Mielke. Zudem kündigt er die Entwicklung einer Marketingstrategie an, mit der sich der Nordwesten künftig nach innen und außen darstellen wird.
Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 530.000 Euro liegt in diesem Jahr ein deutlicher Förderschwerpunkt auf den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimawandel und Umweltschutz. Sowohl das Projekt „Nordwest 2050“ als auch eine Studie zur Entwicklung eines Tidepolders an der Unterweser widmen sich der Konzeption von Klimaanpassungsstrategien. Das erfolgreiche kommunale „Energienetzwerk Nordwest“ erhält eine Förderung für den Ausbau seiner Beratungsleistungen für mehr Energieeffizienz.

Für die Windenergiewirtschaft, eines der Zugpferde der Metropolregion, soll durch die Förderung des Projektes „WAB-4C“ (WAB for sea) der Windenergieagentur (WAB) der Aufbau eines virtuellen Netzwerkes zum Austausch sämtlicher Akteure der nordwestdeutschen Offshore-Windbranche ermöglicht werden. „WAB-4C“ dient der breiteren Vernetzung, einem interaktiven Informations- und Erfahrungsaustausch sowie einem effizienteren Know-how-Transfer innerhalb der Branche.

Insgesamt hat die Metropolregion in der heutigen Vorstandssitzung die Unterstützung von über zehn weiteren Kooperationsprojekten mit einer Summe von einer Million Euro aus dem Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen bewilligt.

Dr. Stephan-Andreas Kaulvers, Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank, 2. Vorsitzender der Metropolregion Bremen-Oldenburg:
„Die Metropolregion Bremen-Oldenburg ist kein Selbstzweck, vielmehr fördert sie Projekte und Maßnahmen, die den Nordwesten nachhaltig voranbringen. Die Menschen in unserer Region profitieren dadurch in vielerlei Hinsicht, ob durch interessante Studienangebote, attraktive Arbeitsplätze in Wachstumsbranchen, kulturelle Angebote oder einen touristischen Besucherstrom aus aller Welt.“

Dr. Joachim Lohse, Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr:
„Die Metropolregion Bremen-Oldenburg ist Sitz führender Unternehmen der Energiewirtschaft und bedeutender Forschungsstandort. Die gute Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hier im Nordwesten wird für die Energiewende dringend gebraucht. Deshalb sind Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimawandel und Umweltschutz dieses Jahr ein wesentlicher Förderschwerpunkt.“

Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung:
„Die Metropolregion Bremen-Oldenburg besitzt eine hohe Offenheit für neue Themen und Akteure. Sie ist dadurch in der Lage, Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen, von denen das gesamte Land profitieren kann. Es ist uns aus Landessicht ein Anliegen, den hohen Innovationscharakter der Metropolregion zu erhalten und zu fördern. Die Landesregierung sieht sich als aktiver Partner dieser Prozesse und wird die Arbeit der Metropolregion weiterhin aktiv unterstützen und begleiten.“

Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer Handelskammer Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins „Wirtschaft pro Metropolregion e.V.“:
„Nach der erfolgreichen Gründung und Etablierung der Metropolregion Bremen-Oldenburg müssen wir nun das Gesamtbild auf seine Funktionsfähigkeit und Imagewirkung hin genau überprüfen. Die Aufgabe für die Zukunft heißt deshalb: wirksame Maßnahmen entwickeln, um das Besondere unserer Metropolregion zu erhalten, zu stärken und als Vorsprung gegenüber anderen Regionen auszubauen.“

Foto: Michael Stephan