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Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau | Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

23 Prozent mehr wär’ fair!

Equal Pay Day in Bremen am Freitag, 23. März: Protesttag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern findet zum fünften Mal statt

19.03.2012

Am Freitag, 23. März 2012, ist Equal Pay Day – der Protesttag gegen die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. „In Deutschland verdienen Frauen unverändert mehr als 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Mit dieser großen Kluft sind wir eines der Schlusslichter der EU, und das können wir überhaupt nicht hinnehmen“, so Bremens Frauensenatorin Anja Stahmann, die gemeinsam mit Arbeits- und Wirtschaftssenator Martin Günthner die Schirmherrschaft für den Equal Pay Day in Bremen übernommen hat. Die Gründe für den „gender pay gap“, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, sind vielfältig: Frauen finden sich häufig in Branchen und Berufe mit niedrigem Verdienstniveau wieder, sie machen seltener Karriere, steigen öfter aus dem Erwerbsleben aus oder arbeiten vermehrt in Teilzeit, weil sie sich um die Familie kümmern. All das erklärt jedoch nur einen Teil des starken Lohngefälles. Selbst wenn die Durchschnittslöhne um all diese Faktoren bereinigt worden sind, verdienen Frauen weniger als Männer - nur weil sie Frauen sind.

„Als Landesregierung haben wir bereits vieles angepackt“, so Frauensenatorin Stahmann, „wir ermutigen Mädchen und Frauen mit vielen Initiativen und Aktionen sich Zukunftsberufen zuzuwenden und ihre Karriere offensiv anzugehen. Wir bauen die Kinderbetreuung aus und gestalten sie flexibler, und auf Bundesratsebene setzen wir uns für einen Mindestlohn ein und kämpfen für mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. Gleichwohl“, so Anja Stahmann, „bleibt noch viel zu tun – und der Equal Pay Day bleibt ein wichtiger Tag.“

Auch für Arbeits- und Wirtschaftssenator Martin Günthner hat die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen hohe Priorität: „Unternehmen können auf die Potenziale von Frauen überhaupt nicht mehr verzichten“, so der Senator, „daher unterstützen wir Betriebe bei der Gestaltung familienfreundlicher Personalpolitik und sensibilisieren für die Potenziale von Frauen.“ Die Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen will Martin Günthner in Bremen ganz konkret angehen: „Wir werben in der Wirtschaft für beratungsunterstützte Entgeltcheckverfahren, die Einkommensunterschiede und ihre Ursachen analysieren“, erklärt Günthner, „so können Unternehmen Lohnunterschiede identifizieren und konkret beseitigen.“

Der Equal Pay Day mit seinem Symbol, der Roten Tasche, wurde in Deutschland erstmals 2008 von Business and Professional Women (BPW) ausgerufen und wird in Bremen seither vom BPW in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) veranstaltet. Weitere Kooperationspartnerinnen sind in diesem fünften Jahr der DGB, ver.di und der Bremer Frauenausschuss als Dachorganisation von 40 Frauenverbänden im Land Bremen.