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Sonstige

Stiftung “die schwelle“ verleiht 5. Internationalen Bremer Friedenspreis

Zwei Veranstaltungen rücken die Gewinner und ihre Arbeit in den Mittelpunkt

17.11.2011

Ein bosnischer Imam, eine Menschenrechtlerin aus Sri Lanka und das Kooperationsprojekt „Du hast immer eine Wahl“ der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der Gesamtschule Bremen-Ost und des Stadtteils Osterholz-Tenever haben eines gemeinsam: Sie sind Gewinner des fünften Internationalen Bremer Friedenspreises, der im November von der Stiftung die schwelle– Beiträge zur Friedensarbeit vergeben wird. Zwei öffentliche Veranstaltungen rücken die Preisträger und ihre Arbeit in den Mittelpunkt.

Die Gewinner des 5. Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung „die schwelle“ sind Vahidin Omanovic (2. von links), Gewinner in der Kategorie „Unbekannter Friedensarbeiter. Shreen Abdul Saroor (Bildmitte) erhält den Preis für öffentliches Wirken. Als beispielhafte Initiative wird das Bremer Stadtteilprojekt „Du hast immer eine Wahl“ ausgezeichnet. Stellvertretend nehmen Franz Jentschke, Leiter der Gesamtschule Bremen-Ost (links), Joachim Barloschky (langjähriger Stadtteilmanager von Osterholz-Tenever, 3. von rechts) und Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (2. von rechts) den Preis entgegen.  Mit den Preisträgern freut sich der Stiftungsvorsitzende Reinhard Jung (rechts). , jpg, 108.5 KB
Die Gewinner des 5. Internationalen Bremer Friedenspreis der Stiftung „die schwelle“ sind Vahidin Omanovic (2. von links), Gewinner in der Kategorie „Unbekannter Friedensarbeiter. Shreen Abdul Saroor (Bildmitte) erhält den Preis für öffentliches Wirken. Als beispielhafte Initiative wird das Bremer Stadtteilprojekt „Du hast immer eine Wahl“ ausgezeichnet. Stellvertretend nehmen Franz Jentschke, Leiter der Gesamtschule Bremen-Ost (links), Joachim Barloschky (langjähriger Stadtteilmanager von Osterholz-Tenever, 3. von rechts) und Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (2. von rechts) den Preis entgegen. Mit den Preisträgern freut sich der Stiftungsvorsitzende Reinhard Jung (rechts).

Die Preisverleihung findet am Freitag, 18. November, ab 18 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt. Musiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Schüler der Gesamtschule Bremen-Ost werden dabei gemeinsam musizieren. Schirmherr der Veranstaltung ist Bremens Altbürgermeister Hans Koschnick.

Wer mehr über die Preisträger und ihre Arbeit erfahren möchte, ist am Sonnabend, 19. November zu einem Tag der Begegnung eingeladen, der unter dem Motto „Über Grenzen hinausgehen“ steht. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit einer Diskussionsrunde im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche in Bremen-Findorff, Neukirchstraße 86. Die Moderation übernimmt Radio Bremens stellvertretender Programmdirektor Dr. Hans Dieter Heimendahl.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Internationale Bremer Friedenspreis wird seit 2003 alle zwei Jahre von der Stiftung die schwelle – Beiträge zur Friedensarbeit verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Mit der Auszeichnung ehrt und fördert die Bremer Stiftung gesellschaftliches Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben.

Als „Unbekannter Friedensarbeiter“ in diesem Jahr der bosnische Imam Vahidin Omanovic geehrt. Der einstige Kriegsflüchtling leitet heute ein Friedenszentrum in der Stadt Sanski Most. Auch 15 Jahre nach Ende des Bosnienkrieges sind dort noch immer viele Menschen traumatisiert. In jährlichen Friedenscamps bringt Omanoviæ katholische kroatische, orthodoxe serbische und muslimische Bosnier zusammen. In einem geschützten Rahmen sprechen sie über quälende Kriegserinnerungen, arbeiten diese auf, beten gemeinsam und erkunden Wege der Versöhnung.

Für ihr öffentliches Wirken für Frieden und Gerechtigkeit zeichnet die Stiftung Shreen Abdul Saroor aus Sri Lanka aus. Die Muslimin, die einst selbst aus ihrer Heimat vertrieben wurde, setzt sich als begabte Netzwerkerin seit Jahren für Demokratie und Aussöhnung der verfeindeten ethnisch-religiösen Gruppen im Norden Sri Lankas ein. In der von Elend und Kriegsverwüstungen geprägten Region macht sie sich insbesondere für Frauen stark, die Opfer von Gewalt und Ausgrenzung geworden sind. Mit Engagement und Empathie ermutigt sie die Frauen, sich ihrer Rechte bewusst zu werden und sie zu verteidigen.

Als beispielhafte Initiative zeichnet die schwelle das kulturelle Stadtteilprojekt OTe: „Du hast immer eine Wahl“ aus, das die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und die Gesamtschule Ost zusammen mit vielen Partnern im des Bremer Stadtteils Osterholz-Tenever initiiert haben. Schüler aus verschiedenen Kulturen und Religionen proben dabei gemeinsam mit Profimusikern des international renommierten Orchesters und anderen Künstlern; Menschen und Initiativen aus Tenever begleiten sie dabei als Paten. Mit Spaß und Leidenschaft erarbeiten die Jugendlichen vielbeachtete musikalisch-szenische Inszenierungen – und stärken ganz nebenbei ihre Teamfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein.

In einer etwa 84-seitigen Broschüre stellt die Stiftung neben den Preisträgern 27 weitere auszeichnungswürdige Menschen, Projekte und Initiativen vor, die für den Friedenspreis nominiert waren. Ziel ist es, deren Arbeit bekannter zu machen. Die Broschüre ist kostenlos und kann bei der Stiftung per E-Mail an stiftung@dieschwelle.de angefordert werden.

Für das Kuratorium der Stiftung war die Auswahl der Preisträger in diesem Jahr eine besondere Herausforderung: „Wir haben diesmal 90 beeindruckende Vorschläge aus aller Welt bekommen“, sagt der Stiftungsvorsitzende Reinhard Jung. „Die Auswahl war diesmal so schwer wie noch nie zuvor.“

Über die Stiftung: Die Bremer Stiftung die schwelle wurde 1979 von dem Bremer Stauereiunternehmer Dirk Heinrichs und seiner Frau Ruth-Christa gegründet, 1994 wurden Wiebke und Reinhard Jung Mitstifter. Derzeit unterstützt die Stiftung Friedensprojekte und -organisationen in Südosteuropa, West- und Zentralafrika, Israel und Palästina und in Bremen.

Weitere Informationen unter www.dieschwelle.de

Foto: Stiftung die schwelle