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Senatskanzlei

Neuer Anlauf für mehr Integration

16.08.2011

„Der Optionszwang ist integrationsfeindlich und gehört abgeschafft. Junge Deutsche mit ausländischer Herkunft dürfen nicht länger in schwerwiegende Konflikte gedrängt werden.“ Mit diesen Worten erläutert Bürgermeister Jens Böhrnsen den heutigen (16.08.2011) Senatsbeschluss, wonach Bremen einem Bundesrats-Antrag Baden-Württembergs auf Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts beitreten soll. Böhrnsen: „Die Streichung des Optionszwanges könnte unsere Behörden in Bremerhaven und Bremen von einem erheblichen Verwaltungsaufwand erlösen. Das wäre ein schöner Nebeneffekt eines zutiefst menschlichen Beschlusses.“

Nach dem Staatsangehörigkeitsrecht erwirbt ein in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern unter bestimmten aufenthaltsrechtlichen Bedingungen die deutsche Staatsangehörigkeit. Allerdings muss der junge Deutsche, der auch die Staatsangehörigkeit der Eltern hat, sich nach Vollendung der Volljährigkeit zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit entscheiden.

„Mir ist die ideologisch begründete Besorgnis vor der doppelten Staatsbürgerschaft suspekt“, so Böhrnsen. „Weder bei Doppelstaatlichkeit vieler russisch/deutscher oder deutschamerikanischer Bürgerinnen und Bürger habe ich bisher große Gefährdungen gesehen. Deshalb sollte man jetzt die Hürden des Optionszwanges einreißen. Mit Baden-Württemberg gibt es einen neuen Antragsteller. Ich habe Hoffnung, dass wir uns anders als 2008 im Bundesrat durchsetzen können.“ Von der Abschaffung der Optionspflicht sei ein weiterer Schwung an Einbürgerungen zu erwarten und damit ein weiterer Schub für die Integrationspolitik.