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Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz | Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation

Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern: Bremen bringt Modellprojekt auf den Weg

14.03.2023

Der Personalmangel in der Pflege ist inzwischen deutlich spürbar. Das Problem hat sich über viele Jahre hinweg aufgebaut und es wurde zu wenig getan, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auf Landesebene wurden in Bremen in den vergangenen Jahren verschiedene Prozesse angestoßen, um zum Beispiel das Hebammenstudium und die Pflegeausbildung zu fördern. Eine nachhaltige Verbesserung von Arbeitsbedingungen kann jedoch nur von Einrichtungen und Arbeitgebern ausgehen. Um solche Verbesserungen zu erreichen, die tatsächlich bei den Beschäftigten ankommen, bringen die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa ein gemeinsames Modellprojekt im Land Bremen auf den Weg.

"Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind offensichtlich nicht gut genug, um Pflegekräfte dort zu halten oder gar zurückzugewinnen. Doch genau das brauchen wir, um der Personalmisere in der Pflege begegnen zu können. Nur mit guten Arbeitsbedingungen kann in Zukunft wieder mehr Personal für die Pflege gewonnen werden. Wir wollen mit unserem Modellprojekt zeigen, dass genau diese guten Arbeitsbedingungen möglich sind und deswegen unterstützen wir bei der Umsetzung besserer Arbeitsbedingungen auch finanziell. Ich erwarte mir davon nicht nur eine Verbesserung in diesem einen Modellprojekt, sondern auch direkte Erkenntnisse, die von anderen Kliniken umgesetzt werden können", so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard.

Alle Kliniken im Land Bremen haben die Möglichkeit sich für die Umsetzung des Modellprojekts zu bewerben. Ziel soll es dabei sein über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen Pflegekräfte zu gewinnen, die aus dem Beruf ausgestiegen sind oder ihre bisherige Arbeitszeit aufstocken möchten. Um das zu erreichen, sollen unter anderem Betriebsvereinbarungen zur Personalbemessung und zum Ausfallmanagement abgeschlossen werden oder Schulungen für Führungskräfte und kollegiale Beratungen umgesetzt werden. Die Modellmittel werden für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren zur Verfügung gestellt und stammen aus Mitteln der Landesstrategie "Gendergerechtigkeit und Entgeltgleichheit" bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa.

"Es müssen zum einen attraktive Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Zum anderen muss die Personalsituation insgesamt verbessert werden, damit das Pflegepersonal entlastet werden kann. Es geht aber auch darum, den Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich mit dem Ziel der Chancengerechtigkeit für Frauen in Einklang zu bringen, statt wie in der Vergangenheit die beschäftigten Frauen oftmals zu benachteiligen. Dies wollen wir erreichen, indem wir die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern bekämpfen, und zukunftsorientierte Qualifizierung, gleichwertige Aufstiegschancen in den Unternehmen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen", sagt Kristina Vogt. "Es ist ein weitreichendes Signal, dass wir mit diesem Modellvorhaben ein weiteres wichtiges Vorhaben der Landesstrategie 'Gendergerechtigkeit und Entgeltgleichheit' kurzfristig auf den Weg gebracht haben."

Die Klinken im Land Bremen wurden über die Möglichkeit sich für die Umsetzung des Modellprojekts zu bewerben bereits informiert. Insgesamt werden folgende Ziele verfolgt:

  • Gewinnung von Fachpflegepersonal und ausgestiegenen Pflegenden durch attraktive Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten
  • Entlastung des Pflegedienstes durch Verbesserung der Personalsituation
  • Erhöhung der Vollzeitstellen durch Aufstockung der Arbeitszeit von Teilzeit-Beschäftigten
  • Halten und Binden von Pflegenden, die Abwanderungsgedanken haben

Dabei steht explizit nicht das Abwerben von Stammpersonal anderer Arbeitgeber, sondern das Halten und Rückgewinnen von Fachkräften im Vordergrund.

"Dieses Modellprojekt kann und soll nur der Anfang sein. Wir wollen zeigen, dass es auch in der Pflege möglich ist unter guten Bedingungen zu arbeiten. Für die Beschäftigten steht dabei häufig nicht ausschließlich eine bessere Bezahlung im Vordergrund, sondern auch Zeit, Ruhe und die Möglichkeit sich den Patientinnen und Patienten in angemessener Weise widmen zu können, sowie die Wertschätzung gegenüber der eigenen Arbeit. Idealerweise ist dies der Anfang einer Verbesserung, die alle Kliniken im Land Bremen übernehmen", so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard und Arbeitssenatorin Kristina Vogt.

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