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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Länderübergreifendes Bauprojekt Wümmebrücke beginnt

Niedersachsen und Bremen geben den Startschuss für den Brückenneubau

28.04.2011

Nach Abschluss der Planungsphase und dem Ende der Hochwasserschutzzeit an der Wümme kann mit dem Neubau der Brücke über die Wümme im Zuge der Ritterhuder Heerstraße begonnen werden. Der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörg Bode und der Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Dr. Reinhard Loske, haben heute (28.04.2011) das länderübergreifende Millionenprojekt gemeinsam mit einem symbolischen Spatenstich auf den Weg gebracht. Einig waren sich beide Politiker über die Bedeutung dieses gewachsenen Verkehrsweges, der seit über 100 Jahren mit einer Brücke den Fluss überspannt und damit ein traditionelles Bindeglied zwischen der Hansestadt Bremen und den niedersächsischen Umlandgemeinden ist.

“Für Berufspendler, Landwirte und Gewerbetreibende ist diese Verkehrsverbindung unverzichtbar und wird deshalb über die gesamte Bauzeit unter Aufrechterhaltung des Verkehrs gebaut. Die mit dem Projekt einhergehende Neuordnung der Verkehrswege zwischen der Landesstraße L151 und der Kreisstraße K43 auf niedersächsischer Seite ist zur Zeit das größte Infrastrukturprojekt an Landesstraßen in Niedersachsen und wird durch die Entschärfung einer unfallträchtigen Kurve ihren Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr leisten“, hob Wirtschaftsminister Bode die Vorteile des Projektes hervor. Weitere Vorteile des Länder übergreifenden Projektes sah der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Dr. Reinhard Loske, darin, dass sowohl Gestaltungs- und Nutzungseigenschaften sowie die Belange der Natur in guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit umfangreich berücksichtigt wurden: “Inmitten der hochgradig sensiblen und schützenswerten Landschaft `untere Wümme´ ist es gelungen, die Architektur der neuen Brücke mit ihren deutlich verbesserten Nutzungseigenschaften, im Besonderen für Fußgänger und Radfahrer, zu verbinden. Künftig werden Fußgänger und Radfahrer auf beiden Seiten der neuen Brücke einen angemessenen Geh- und Radweg zur Verfügung haben, welcher zeitgemäß der Zunahme von ökologischen Fortbewegungsmitteln Rechnung trägt. Zudem werden mit den umfangreichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen die Eingriffe durch die Maßnahme in die Natur mehr als kompensiert“.

Seit mittlerweile über 100 Jahren erfüllt die Wümmebrücke ihre Funktion als Bindeglied zwischen der Hansestadt Bremen und den niedersächsischen Umlandgemeinden, seit 1911 als Holzbrücke und seit 1933 nahezu unverändert in ihrer heutigen Gestalt als Stahlbetonbrücke. Im Laufe der Jahre wurden nur die vier Mittelpfeiler und der Überbau infolge von Kriegsschäden erneuert. Anfang der 60er Jahre wurde ein schmaler Geh- und Radweg einseitig angebaut. Das vorhandene Brückenbauwerk quert den Fluss auf bremischer Seite im Zuge der Ritterhuder Heerstraße und auf niedersächsischer Seite im Verlauf der Landesstraße L 151 (Oslebshauser Landstraße). Der Straßenzug hat eine übergeordnete Verkehrsfunktion für das Straßennetz des bremischen Stadtgebietes und der Region Ritterhude/ Osterholz–Scharmbeck, sowie der weiter nördlich gelegenen Randgemeinden.

Auf bremischer Seite verschwenkt zukünftig die Ritterhuder Heerstraße westseitig auf das geplante neue Brückenbauwerk. Dadurch kann das vorhandene Parkraumangebot für die Freizeitverkehre an der Wümme deutlich erhöht werden. Die Einmündungsbereiche der Deichwege Wasserhorst und Wummensiede werden so aufgeweitet, dass mögliche Linksabbieger den Verkehrsablauf auf der Ritterhuder Heerstraße kaum behindern. Der Knotenpunkt wird wie bisher mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet, die eine gefahrlose Querung der Fahrbahn durch die gerade hier in erheblichem Umfang auftretenden Wochenend- bzw. Ausflugsverkehre ermöglicht. Auf niedersächsischer Seite ist geplant, die L 151 abzuhängen und die K 43 als Vorfahrtsstraße zu führen. Zur besseren Verkehrsabwicklung ist im Einmündungsbereich L 151/K 43 ein Linksabbiegestreifen Fahrtrichtung L 151 (Ritterhude) vorgesehen.

Die neue 3-Feld-Brücke wird mit einer stählernen Bogenkonstruktion als Flussbrücke und beidseitigen anschließenden Vorlandbrücken in Stahlbetonbauweise gebaut. Das Bauwerk überspannt den Fluss in einer Breite von ca. 115 m. Die stützenfreie Stromöffnung beträgt ca. 71,50 m. Strömungsungünstige Verwirbelungen im Wasserlauf wie bei der heute vorhandenen 9-feldrigen Brücke werden somit vermieden, weil die Fließeigenschaften der Wümme durch die stützenfreie Bogenkonstruktion nicht beeinträchtigt werden und einen ungehinderten Wasserdurchfluss zulassen. Auf der Brücke werden beidseitig gemeinsam genutzte ausreichend breite Nebenanlagen für den Geh- und Radwegverkehr zur Verfügung stehen. In der Mitte der Brücke laden kleine Kanzeln zum Verweilen ein.

Um die verkehrsbedingten Eingriffe in die Landschaft zu kompensieren, werden eine Vielzahl von Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt, wie die Anpflanzung naturnaher Feldgehölze, Gras- und Staudenfluren, die Anlegung eines Stauteiches, die Neuschaffung von Lebensräumen für gefährdete Vogelarten und die Anlage einer Vielzahl von großkronigen Laubbäumen. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen ca. 12,6 Mio. € und werden annähernd hälftig zwischen den beiden Bundesländern Bremen und Niedersachsen aufgeteilt.
Der niedersächsische Anteil wird durch die Europäische Union im Rahmen der ERFE Förderung mit 50% bezuschusst. Die Fertigstellung erfolgt im ersten Quartal 2013.