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Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

Häusliche und sexualisierte Gewalt nehmen in Bremen weiter zu: Landesfrauenbeauftragte kommentiert Polizeiliche Kriminalstatistik

14.04.2022

Die heute (14. April 2022) vom Innensenator vorgelegte Polizeiliche Kriminalstatistik kommentiert die Landesfrauenbeauftragte, Bettina Wilhelm:
"Die vorgelegten Zahlen zu den Kriminaldeliktfeldern "Häusliche Gewalt" sowie "Vergewaltigung und sexueller Nötigung/Übergriffe" bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen. Das zweite Jahr in Folge gab es hier einen deutlichen Anstieg der Delikte. Dabei erfasst die Statistik nur die Fälle, die bei der Polizei angezeigt werden. Doch gerade im Bereich der häuslichen Gewalt ist das Dunkelfeld groß. Wir sehen hier also nur die Spitze des Eisberges, in der Realität müssen wir leider von einem Vielfachen an Fällen ausgehen. Dunkelfeldstudien kommen zu dem Ergebnis, dass etwa jede vierte Frau in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt innerhalb der Beziehung oder vom Ex-Partner erlebt hat. Bei den Tätern handelt es sich in der Regel um Männer.

Vor diesem Hintergrund ist es so wichtig, im Land Bremen den Schutz von betroffenen Frauen und Mädchen weiter zu stärken und auszubauen. Bremen hat sich mit einem entsprechendem Landesaktionsplan zur Umsetzung der Istanbul Konvention, der vom Senat im März 2022 beschlossen wurde, auf den Weg gemacht. Der Aktionsplan sieht einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor. Darin verankert sind unter anderem eine zentrale Gewaltschutzambulanz sowie Schulungsangebote zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt für Fachkräfte bei Polizei, Gerichten und Staatsanwaltschaften sowie für andere Berufsgruppen. Unter Federführung der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) wird zudem eine Arbeitsgruppe Dunkelfeld gegründet Ein wichtiger Baustein des Landesaktionsplans ist zudem die Prävention, so erfolgt beispielsweise ein Ausbau bei den Maßnahmen für Täterarbeit."

Ansprechpartnerin für die Medien:
Susanne Gieffers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0421) 361-6050,
E-Mail: presse@frauen.bremen.de