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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Grenzüberschreitende Hafenkooperation: bremenports lässt Hafenschlick aus Bremerhaven in Rotterdam entsorgen

13.01.2011

Große Mengen Hafenschlick aus Bremerhaven treten demnächst eine Reise ins Ausland an. Der Hafengesellschaft bremenports ist es gelungen, einen entsprechenden Vertrag mit der Partnerorganisation Hafenbedrijf Rotterdam abzuschließen. In den kommenden acht Wochen wird der Laderaumsaugbagger (Hopperbagger) „Hein“ etwa 60.000 Kubikmeter Nassschlick vom Grund des Bremerhavener Überseehafens aufnehmen und in die niederländische Hafenstadt transportieren. Dort wird der Nassschlick im Bereich Maasvlakte südlich der Zufahrt zum Hafen Rotterdam in das Unterwasser-Baggergutdepot „De Slufter“ eingespült. Hafensenator Martin Günthner: „Die Entsorgung von Baggergut in den Niederlanden hat mehrere Vorteile. Zum einen werden wichtige Hafenbereiche in Bremerhaven auf Tiefe gebracht. Zum anderen entlastet das internationale Pilotprojekt die begrenzten Kapazitäten unserer Hafenschlickdeponie Bremen-Seehausen.“

Der Laderaumsaugbagger
Der Laderaumsaugbagger "Hein" nimmt vor der Lloyd-Werft in Bremerhaven die erste Ladung Schlick für Rotterdam auf

Wie bremenports-Geschäftsführer Dr. Stefan Woltering am Donnerstag (13. Januar 2011) ergänzte, ist Bremerhaven der erste ausländische Standort, der Baggergut zur Rotterdamer Unterwasserdeponie bringt und dort dauerhaft entsorgt. Gebaggert wird der Hafenschlick im Verbindungshafen (Nähe Lloyd-Werft) sowie im weiter südlich gelegenen Kaiserhafen I (Nähe Werft MWB). Bis Anfang März soll das Projekt beendet werden. Woltering: „In den vergangenen Jahren hat bremenports erstklassige Kontakte zum Rotterdamer Hafen-Management aufgebaut. Von diesen Verbindungen profitieren wir auch bei der Entsorgung von Hafenschlick im Depot ´De Slufter`.“ Der Transport des Baggerguts ins Ausland sowie die Unterbringung in der Unterwasser-Deponie wurden vom Umweltsenator in Bremen bzw. von der Regierung der Niederlande genehmigt.

„Durch die Baggergut-Kooperation mit Rotterdam leistet bremenports einen sinnvollen Beitrag zur Stärkung des Hafenstandorts“, sagte Senator Günthner. Die größten Baggermengen fallen in Bremerhaven hinter den Schleusen an. Um Wasserverluste – zum Beispiel durch das Schleusen der Seeschiffe – auszugleichen, muss dort ständig schwebstoffhaltiges Wasser aus der Weser zugeführt werden. Im Gegensatz zum Sand aus den Liegewannen des Container-Terminals ist der Hafenschlick schadstoffbelastet und darf seit 1997 nicht mehr im Wurster Arm unterhalb von Bremerhaven verklappt werden. Der Schlick wird deshalb auf der Bremer Baggergutdeponie entwässert, eingelagert und auf diese Weise umweltgerecht entsorgt.

Die Deponie in der Hansestadt nimmt jährlich rund 200.000 Kubikmeter Nassschlick auf. Um die Kapazität der Anlage zu schonen, sucht bremenports ständig nach alternativen Entsorgungsmöglichkeiten. In den vergangenen Jahren wurden bereits größere Nassschlick-Mengen aus Bremerhaven zum Niederrhein gebracht und dort für die Rekultivierung ehemaliger Kiesgruben genutzt. Woltering: „Unsere neue Kooperation mit Rotterdam bietet jetzt eine weitere alternative Entsorgungsmöglichkeit.“

Beim Baggergut-Depot „De Slufter“ sprechen die Fachleute von einem sogenannten „subaquatischen Depot“. Es wurde für Baggeraushub aus Rotterdam und aus niederländischen Wasserstraßen gebaut. „De Slufter“ ging nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren 1987 in Betrieb und kann rund 150 Millionen Kubikmeter Nassschlick aufnehmen. Nach Angaben des Betreibers wurden bereits 75 Millionen Kubikmeter Baggergut in der Unterwasserdeponie untergebracht. „Wir schließen nicht aus, dass wir in absehbarer Zeit weitere Schlickmengen nach Rotterdam schaffen lassen“, sagte Woltering.

Das Absetzdepot „De Slufter“ besteht aus einer bis zu 28 Meter tiefen Grube, die von einem 24 Meter hohen Ringdeich umschlossen wird. Oberhalb der Wasserlinie weist dieser Deich auf der Innenseite des Depots eine ein Meter dicke Tondichtung auf. Das Baggergut wird mit Laderaumsaugbaggern oder Transportschuten antransportiert und über eine Schwimmleitung zum „De Slufter“ gepumpt. Das Absetzdepot war ursprünglich für die Unterbringung von verunreinigtem Baggergut der niederländischen Klassen 2 und 3 genehmigt worden. Im Jahre 2000 wurde die Genehmigung geändert. Seitdem darf auch stärker verunreinigtes Baggergut der Klasse 4 eingelagert werden.

Foto: Pressereferat, Senator für Wirtschaft und Häfen