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Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation | Senatskanzlei

Förderbescheid über 10 Millionen Euro für Wasserstoffprojekt übergeben

HyBit als Einstieg in die Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Bremen

22.12.2021
Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Reiner Blaschek (Vorsitzender des Vorstandes Arcelor Mittal), Torsten Köhne (Vorsitzender des Vorstandes swb), Stefan Dohler (Vorsitzender des Vorstandes EWE), Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt
Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Reiner Blaschek (Vorsitzender des Vorstandes Arcelor Mittal), Torsten Köhne (Vorsitzender des Vorstandes swb), Stefan Dohler (Vorsitzender des Vorstandes EWE), Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte und Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, haben am heutigen Mittwoch (22. Dezember 2021) den Förderbescheid für das bislang größte industrielle Wasserstoffprojekt in Bremen übergeben, das gemeinsam von den Unternehmen ArcelorMittal Bremen, swb AG und EWE AG durchgeführt wird.

Es gilt als eines der größten Projekte dieser Art in Deutschland und Europa: HyBit – Hydrogen for Bremens industrial transformation. Es markiert den Einstieg in die Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Bremen. Durch den Aufbau einer Elektrolyse von grünem Wasserstoff und dessen Verwendung im Stahlwerk werden signifikante CO2-Minderungen erzielt. Das Projekt beginnt mit dem Bau eines 12-MW-Elektrolyseurs in Bremen-Mittelsbüren, dessen Kapazität in den Folgejahren erweitert werden soll, um den Bedarf einer vollständig klimaneutralen Stahlproduktion in Bremen zu decken. Gleichzeitig ist dieses Projekt ein nachhaltiger Impuls für die Entwicklungen der Wasserstoffwirtschaft in den Industriehäfen, in den angrenzenden Gebieten und im Land Bremen.

Um das klimafreundliche Vorhaben am Standort umzusetzen, erhalten die Unternehmen eine Förderung in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro an Landesmitteln aus dem Bremen Fonds, was ungefähr der Hälfte der geplanten Investitionssumme entspricht. Aus diesem Fonds können strategisch wichtige Projekte gefördert werden, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wirtschaftsstruktur und zur Zukunftsfähigkeit des Standorts beitragen. Der Baubeginn der geplanten Anlage wird 2022 angestrebt und soll bis 2023 abgeschlossen sein.

HyBit ist ein Projekt im Rahmen der Umsetzung der Wasserstoffstrategie des Landes Bremen, die der Senat am Dienstag, (21. Dezember 2021) beschlossen hat. Es ergänzt bereits beschlossene Vorhaben, wie den Aufbau eines Elektrolysetestfelds in Bremerhaven, die Stärkung der Forschungsinfrastruktur und die Entwicklung der hafenbezogenen Wasserstoffwirtschaft um eine industrielle Perspektive.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte: "Durch HyBit werden wir erstmalig in der Lage sein, mit 12 Megawatt hier vor Ort nennenswerte Mengen von grünem Wasserstoff produzieren zu können. Das Projekt ist ein ganz wesentlicher Schritt zur Dekarbonisierung unserer Stahlwerke und ein essentieller Baustein, den CO2-Ausstoss im Land Bremen wesentlich zu reduzieren. Der Senat begibt sich hiermit gemeinsam mit den Stahlwerken auf den Weg, Bremen zu einem europaweit führenden Standort für wasserstoffbezogene Anwendungen zu entwickeln."

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa: "Nach den krisenhaften Entwicklungen der Vorjahre, die durch Verwerfungen auf den globalen Stahlmärkten und durch die Corona-Pandemie geprägt waren, ist das Projekt HyBit ein wichtiger Schritt dahin, die Stahlwerke zukunftsfähig und künftig klimaneutral aufzustellen, Arbeitsplätze zu sichern und den Wasserstoffstandort zu entwickeln. Bremen braucht die Hütte und die Hütte braucht Bremen. HyBit ist ein Bestandteil der gerade verabschiedeten bremischen Wasserstoffstrategie. Bremen setzt mit diesem rein aus Landesmitteln geförderten Elektrolyseur ein gutes und wichtiges Zeichen. Wir wollen das Potential nutzen, was durch Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland entstehen kann und dabei Bremens CO2 Bilanz deutlich verbessern."

Reiner Blaschek, Vorsitzender des Vorstands ArcelorMittal Bremen: "Der Bau der Elektrolyseanlage markiert den Startpunkt zum Einsatz von grünem Wasserstoff in der Bremer Stahlproduktion und ist damit ein wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung von ArcelorMittal Bremen. Den ersten Wasserstoff werden wir in den bestehenden Anlagen einsetzen, in der nächsten Stufe wird der Einsatz neuer Produktionstechnologien folgen, damit wir bis Mitte der 30er Jahre klimaneutral Stahl in Bremen herstellen können."

Dr. Torsten Köhne, Vorsitzender des Vorstands swb: "Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Realisierung eines wegweisenden Vorhabens. Gemeinsam arbeiten wir hier intensiv an einem innovativen Baustein, um die CO2-Emissionen in Bremen zukünftig deutlich zu senken. Unsere Region nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich mitzugestalten ist unser Antrieb. Der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger kann dabei eine zentrale Rolle spielen."

Stefan Dohler, Vorsitzender des Vorstands EWE: "Das Projekt HyBit zeigt den großen Nutzen, den Wasserstoff mit Blick auf den Klimaschutz auch oder gerade in der industriellen Anwendung hat. EWE bietet mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur insbesondere im Bereich der Kavernenspeicherung und des leitungsgebundenen Transportes von Wasserstoff die Grundlage dafür, einen Industriestandort wie hier in Bremen im großen Maßstab sicher mit grünem Wasserstoff zu versorgen."

Das Projekt HyBit ist auch Gegenstand des jüngst vorgestellten Abschlussberichts der Bremer Klimaschutz-Enquete-Kommission. Das Vorhaben sei wichtig zur Versorgung des Industriehafens und des Stahlwerks mit Wasserstoff. Die Enquete-Kommission empfiehlt schon jetzt darüber hinaus zu planen und die Zulassungsverfahren zu beschleunigen.

In den letzten Monaten war die Konkretisierung von HyBit zudem sehr hilfreich, um bei Bundesministerien und auf europäischer Ebene die Bereitschaft für die finanzielle Unterstützung weiterer Wasserstoffprojekte zu gewinnen. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten IPCEI-Wasserstoff Großprojekte, für die sich ArcelorMittal Bremen, swb und EWE aussichtsreich um Förderungen beworben haben.

Technische Beschreibung des Projekts HyBit

Das Pilotvorhaben wird von den beiden Unternehmen ArcelorMittal Bremen GmbH und der Bremer Wasserstoff GmbH gemeinsam realisiert. An der Wasserstoff Bremen GmbH sind swb und EWE beteiligt. Ziel von HyBit ist es, am Kraftwerksstandort Bremen-Mittelsbüren einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 12 Megawatt zu errichten und den elektrolytisch erzeugten grünen Wasserstoff für die Roheisenerzeugung und die Verarbeitung im Stahlwerk sowie für zukünftigen Mobilitätsanwendungen zur Verfügung zu stellen. ArcelorMittal Bremen beabsichtigt, in dem Pilotvorhaben grünen Wasserstoff bei der Roheisenerzeugung und bei der Stahlverarbeitung einzusetzen. Geplant ist die Anpassung eines Hochofens für den schrittweisen Ersatz des Steinkohle-Staubs durch Wasserstoff als Reduktionsmittel. Daneben wird der grüne Wasserstoff zukünftig auch zu einem geringen Anteil in den Glühöfen des Kaltwalzwerkes und der Verzinkungsanlagen verwendet, um einen mit konventionellem Erdgas betriebener Steamreformer stillzulegen. Die Installation der Elektrolyseuranlage erfolgt in einer leerstehenden Maschinenhalle und in Modulserien, um die Flexibilität für eine Anpassung an zukünftige Bedarfe zu gewährleisten. Für die Elektrolyse soll grüner Strom aus Windenergieanlagen vor Ort und aus Offshore-Windparks eingesetzt werden.

Das Stahlwerk mit seinen rund 3.100 Beschäftigten und die swb mit rund 2.000 Beschäftigten sind ein wichtiger industrieller Wirtschaftsfaktor in Bremen. Das Bremer Stahlwerk produziert pro Jahr rund 3,5 Mio. Tonnen Stahl, zum Beispiel für die Autoindustrie.

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