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Der Senator für Inneres

"Ein schöner Tag" - Erfahrungsaustausch mit Wahlhelfern

Das Statistische Landesamt Bremen teilt mit:

30.06.2017
Sie organisieren im Wahlamt Bremen mehr als 3 000 Wahlhelfer/-innen für die kommende Bundestagswahl: Birgitt Hülsmann, Kerstin Pelka und Samantha Viehweg (von links)., jpg, 41.9 KB
Sie organisieren im Wahlamt Bremen mehr als 3 000 Wahlhelfer/-innen für die kommende Bundestagswahl: Birgitt Hülsmann, Kerstin Pelka und Samantha Viehweg (von links).

Das Wahlamt der Stadt Bremen ist dem Statistischen Landesamt angegliedert. Dort fand am 27. Juni 2017 ein Treffen mit Wahlhelferinnen und Wahlhelfern statt. Ziel war ein Erfahrungsaustausch zwischen den Organisatoren und den aktiven Wahlhelfern.

Die Aufgabe ist mühsam: Vor jeder Wahl müssen in der Stadt Bremen mehr als 3 000 ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gefunden werden. Sie organisieren am Wahltag in den Wahllokalen die Stimmabgabe, zählen danach die Stimmzettel aus und stellen das Wahlergebnis fest. Birgitt Hülsmann, Kerstin Pelka und Samantha Viehweg sind im Wahlamt Bremen für die Organisation der Wahlhelfer zuständig. Zum Glück können sie auf eine umfangreiche Kartei zurückgreifen, mit Namen von Menschen, die zum Teil schon seit vielen Jahren bei jeder Wahl für diese Aufgabe zur Verfügung stehen.

Acht dieser langjährigen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer waren am Dienstag, den 27.06. in das Wahlamt zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Als Dankeschön und um mehr über die Menschen zu erfahren, die die Wahlsonntage (freiwillig!) im Wahllokal verbringen.

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Amer Tozo ist Wahlhelfer. Aus Überzeugung.

Was motiviert Menschen zu dieser Tätigkeit? "Wer wählen will, sollte auch etwas dafür tun", darin waren sich alle einig. Freie Wahlen sind für uns selbstverständlich geworden und man vergisst schnell, dass es nicht überall so ist. Die Arbeit als Wahlhelfer ist ein kleiner Beitrag, dieses Privileg zu sichern.

Amer Tozo war im Rahmen seiner Ausbildung im öffentlichen Dienst Bremen an der Vorbereitung der Bundestagswahl 2013 beteiligt. Er war beeindruckt von den organisatorischen Abläufen hinter den Kulissen, von denen die Wählerinnen und Wähler nichts erahnen. Seit dem meldet er sich bei jeder Wahl freiwillig als Wahlhelfer, denn: "Es ist ein Privileg, dabei zu sein". Außerdem ist es spannend, neue Leute kennenzulernen.

Joachim Kohlhoff und Dr. Johannes Schnepel-Boomgaarden machen aus dem Wahltag ein "nachbarschaftliches Event": Sie melden sich als Gruppe für ihr Wahllokal in Findorff. Man kennt sich, ist aufeinander eingespielt und die Aufgaben sind klar verteilt: Manche sitzen eben lieber an der Urne, andere können mit der langen Liste des Wählerverzeichnisses besser umgehen. Für sie war es auch wichtig, ihren Kindern, die längst selbst wahlberechtigt sind, ein Vorbild zu sein und sie mit ins Wahllokal zu nehmen.

Das sieht auch Herr Dageförde so. Wahlen sind gelebte Demokratie und es ist wichtig, dies vor allen jungen Menschen zu vermitteln.
Klar, der Wahltag ist lang. Die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer treffen sich um 7:30 Uhr, um 8:00 Uhr muss alles fertig sein für die Stimmabgabe. Johannes Schnepel-Boomgaarden geht sogar schon am Vortag in "sein" Wahllokal und bereitet alles vor, dann ist der Sonntagmorgen entspannter: Die Wahlkabinen müssen so stehen, damit niemand Einblick hat, es muss genug Platz für Rollstühle oder Rollatoren sein. Das Wahlhelferteam muss bequem und entsprechend seiner Aufgaben sitzen. Sollten sich doch einmal Warteschlangen bilden, sind Sitzgelegenheiten hilfreich, für Menschen, die nicht solange stehen können.

Manchmal stehen die ersten Wählerinnen und Wähler schon ein paar Minuten vor 8 Uhr vor der Tür. Aber es gibt keine Ausnahme, gewählt werden darf erst ab 8 Uhr. Einem Wahllokal sind insgesamt sieben Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zugeteilt, man kann sich im Laufe des Tages abwechseln, denn nur mindestens drei Personen müssen immer anwesend sein. "Pausen sind wichtig, aber richtig zur Ruhe komme ich dann auch nicht", sagt Kohlhoff. "Was, wenn plötzlich ein Ansturm kommt und ich bin nicht da, um die anderen zu unterstützen?"

Um 18 Uhr wird das Wahllokal geschlossen. Dann müssen alle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer da sein, denn jetzt beginnt das Auszählen der Stimmzettel. Auch hier waren sich alle einig: über die kreativen Ergänzungen vereinzelter Wählerinnen und Wähler kann auch mal herzlich gelacht werden. Aber es kann auch zu Diskussionen kommen, vorrangig darüber, ob ein Stimmzettel gültig ist oder nicht. Die Entscheidung darüber ist nicht immer einfach. Aber Dank der vorbereitenden Schulungen und des Leitfadens, den das Wahlamt zur Verfügung stellt, können auch schwierige Fälle gelöst werden. Zudem stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wahlamtes über eine Telefonhotline für Fragen zur Verfügung.

Fazit: Für die Anwesenden ist der Wahltag ein wichtiger und schöner Tag. Die Tätigkeit als Wahlhelfer ist gelebte Demokratie und kann von jedem geleistet werden. Die Begegnungen mit den Menschen im Wahllokal werden von allen als spannend und bereichernd empfunden. Der zeitliche Aufwand ist überschaubar und beschränkt sich in der Regel auf den Einsatz am Wahltag. Das ausbezahlte Erfrischungsgeld ist nachrangig, könnte aber gerade für junge Menschen eine zusätzliche Motivation sein.

Auch für die bevorstehende Bundestagswahl am 24. September und den in Bremen zeitgleich durchgeführten Volksentscheid über die Verlängerung der Wahlperiode der Bürgerschaft werden noch Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gesucht: Interessierte können sich unter www.wahlen.bremen.deinformieren oder sich direkt an das Wahlamt Bremen wenden.

Weitere Auskünfte erteilt:
Statistisches Landesamt Bremen / Wahlamt
Telefon: (0421) 361-88898 E-Mail: wahlhelfer@statistik.bremen.de

Fotos: Statistisches Landesamt Bremen