Sie sind hier:

Sonstige

Ausstellung „Sintijugend auf Spurensuche“ im Kulturhaus Pusdorf

30.10.2009

„Wenn ich meine Bäckerlehre abgeschlossen habe, möchte ich eine eigene Bäckerei eröffnen.“ Der 17 jährige Simon hat ganz konkrete Wünsche und Ziele für seine Zukunft. Auch die anderen Sintijugendlichen vom Warturmer Platz in Bremen haben ihre Zukunftswünsche formuliert, zum Thema Heimat gearbeitet und sich mit der Geschichte und Kultur der Sinti auseinandergesetzt. Daraus ist eine spannende Ausstellung „Sintijugend auf Spurensuche“ entstanden. Darin präsentieren die Jugendlichen gemeinsam mit den Sozialpädagogen Susanne Bensch und Fred Borrmann, dem Jugendhaus Warturm, dem Bremer Sinti-Verein und der Künstlerin Andrea Imwiehe ( Kulturhaus Pusdorf) Fotografien und Texte. Eröffnet wird die Ausstellung im Kulturhaus Pusdorf, Woltmershauser Straße 444 am Sonntag, dem 8. November um 15.00 Uhr.


Zur Ausstellungseröffnung sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen Kulturhaus Pusdorf, Jugendhaus am Warturmer Platz und Bremer Sinti-Verein. Es gehört zu den diesjährigen Preisträgern von PlusPunktKultur und wird gefördert durch den Senator für Kultur und die Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales. Die Ausstellung ist bis zum 8. Dezember im Kulturhaus Pusdorf zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag. Mittwoch, Donnerstag von 11.00 bis 13.00 und Montag, Dienstag, Donnerstag von 15.30 bis 17.30 Uhr.



Blick auf den Warturmer Platz 1937. Die Bebauung erfolgte 1936 als Wohnungsfürsorgeanstalt für kinderreiche Familien.

Blick auf den Warturmer Platz 1937. Die Bebauung erfolgte 1936 als Wohnungsfürsorgeanstalt zur Umerziehung von "Zigeunern". Dort leben heute noch viele Sinti.

Die an der Präsentation beteiligten Jugendlichen haben sich besonders intensiv mit dem Thema Heimat auseinandergesetzt: „Heimat ist für mich der Ort, an dem ich mich wohlfühle: hier in Bremen am Warturmer Platz, wo ich geboren und aufgewachsen bin, vor allem hier im Jugendhaus.“, sind sie sich einig. Es wird deutlich, dass Bremen ein Ort ist, an dem sich die jugendlichen Sinti wohlfühlen und an dem sie konkrete Pläne für ihre Zukunft entwickeln. Mit diesem Thema beteiligen sie sich auch an der Wanderausstellung Mit „Träumen und mit Tränen. Kommen.Gehen.Bleiben in Bremen“ des Arbeitskreises Bremer Archive, die seit Juni 2009 an unterschiedlichen Orten in Bremen zu sehen ist.


Die Jugendlichen haben sich jedoch nicht nur mit Ihren eigenen Wünschen beschäftigt, sondern sich auch auf die Spurensuche in die Vergangenheit der Sinti begeben. Im Mittelpunkt steht hier die Verfolgung der Sinti im Zweiten .Weltkrieg. So fließt u.a. in die Ausstellung auch das beeindruckende Gespräch mit dem erst kürzlich verstorbenen Sinto Ewald Hanstein ein, der den Jugendlichen seinen Leidensweg durch die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und Mittelbau-Dora schildert.


Als Rahmenprogramm liest am 12. November um 18 Uhr Roger Repplinger aus seinem Buch „Leg dich, Zigeuner“.