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Senatskanzlei

Politisches Kolloquium im Rathaus zu Ehren von Hans Koschnick

25.03.2009

Geburtstagsfeier am 2. April nur im Familienkreis

Bremens langjähriger ehemaliger Bürgermeister und Ehrenbürger Hans Koschnick wird am 2. April dieses Jahres 80 Jahre alt. Seinen Geburtstag möchte der ehemalige EU-Administrator ganz privat im Kreise seiner Familie feiern, deshalb wird es an diesem Tag auch keinen Senatsempfang für Hans Koschnick geben. Zu Ehren des ehemaligen Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen findet am 28. April ein politisches Kolloquium im Bremer Rathaus statt, in dessen Rahmen die Lebensleistung von Hans Koschnick gewürdigt wird. Ein Senatsempfang schließt sich an. Diese Veranstaltung, zu der Repräsentanten und persönliche Gäste des ehemaligen Bürgermeisters geladen werden, ist für interessierte Bürgerinnen und Bürger öfffentlich. Eine Anmeldung ist allerdings erforderlich, die Modalitäten hierzu werden in Kürze mitgeteilt.


Hans Koschnick hat wie kaum ein anderer Bremer Politiker nicht nur die Geschicke Bremens, sondern auch die Geschichte der Bundesrepublik mitgestaltet. Mehr noch: Durch sein Wirken als EU-Administrator der bosnischen Stadt Mostar hat er, wie es der damalige Bundesinnenminister Otto Schily formulierte, „seinen Platz in der Geschichte Europas“. Mit all seiner Kraft, seinem zupackenden und gradlinigen Agieren hat sich der überzeugte Sozialdemokrat Hans Koschnick stets gegen Ungerechtigkeit, für Toleranz und in besonderem Maße für die Aussöhnung unter den Völkern eingesetzt. Sein Credo, sein wichtigstes Anliegen, der Kern seines politischen Agierens war und ist ein friedlich vereintes Europa.


Dieses herausragende Engagement, diese große Lebensleistung von Hans Koschnick steht im Zentrum des politischen Gesprächs am 28. April im Bremer Rathaus, an dem neben Hans Koschnick der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, Bürgermeister Jens Böhrnsen, Prof. Dr. Rudolf Hickel sowie der Rektor der Bremer Universität, Prof. Dr. Wilfried Müller teilnehmen werden. Die Gesprächsleitung hat Prof. Dr. Ulrike Liebert, Politikwissenschaftlerin an der Universität Bremen.



Hans Koschnick wird am 2. April 1929 in Bremen geboren. Politisch durch das Elternhaus sozialdemokratisch geprägt, wird er 1955 mit gerade 26 Jahren jüngster SPD-Bürgerschaftsabgeordneter.1963 folgt die Berufung als Innensenator in die Bremer Landesregierung, die den (deutschlandweit) jüngsten Landesminister 1965 auch zum zweiten Bürgermeister Bremens wählt. Nur zwei Jahre später, 1967, wird ihm das Amt des Bürgermeisters und des Präsidenten des Senats übertragen. 1985 zieht sich Koschnick aus der aktiven Bremer Landespolitik zurück und stellt sich neuen politischen Herausforderungen, die ihm höchsten Respekt und internationale Anerkennung brachten: Insbesondere 1994 bis 1996 als Administrator der EU für den Wiederaufbau der zerstörten und geteilten herzegowinischen Stadt Mostar und als Bosnienbeauftragter der Bundesregierung. Sein Handlungsprinzip, Konflikte im Gespräch zu lösen, ließen ihn auch immer wieder zum begehrten Schlichter in Tarifverhandlungen werden.

Hans Koschnick ist mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt worden. So wurde er u.a. Ehrenbürger der Stadt Gdansk und Träger des Ehrendoktortitels der Stadt Haifa, 2000 wurde ihm der Lew-Kopelew-Preis übergeben, 2004 übertrug ihm die Universität Bremen die Ehrendoktorwürde, 2006 erhielt er den Ehrenpreis der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Bremen machte Hans Koschnick in Anerkennung seiner Verdienste um die Freie Hansestadt Bremen 1999 anlässlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt.