Sie sind hier:

Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Weitere Grundwasserverunreinigungen festgestellt

11.03.2009

In der Östlichen Vorstadt im Ortsteil Hulsberg und in Schwachhausen im Ortsteil Radio Bremen sind in den letzten Monaten Belastungen im Grundwasser festgestellt worden.


Der Senator für Umwelt, Bau , Verkehr und Europa hat bereits im Jahr 2006 mit der Broschüre „Altlastenbedingte Grundwasserverunreinigungen im Lande Bremen“ eine Übersicht über die bisher bekannten Schäden und eine ausführliche Erläuterung der fachlichen Hintergründe veröffentlicht. Die Broschüre kann beim Senator für Umwelt, Bau Verkehr und Europa, Referat Bodenschutz, Ansgaritorstraße 2 in 28195 Bremen, kostenlos bezogen werden.

Zwei Bereiche kommen jetzt neu hinzu. Im Stadtteil Hulsberg, im Umfeld der Ruhrstraße (siehe Lageplan), wurden erhöhte Gehalte von LCKW (Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe) im Grundwasser festgestellt. Die Schadensquelle wird im Bereich der Autohäuser an der Stresemannstraße vermutet.

Eine zweite Verunreinigung befindet sich im Bereich Kirchbachstraße, Schwachhauser Heerstraße und Buchenstraße (siehe Lageplan). Hier geht der Schaden vermutlich von einer ehemaligen Chemischen Reinigung aus.


Zum Hintergrund
Es werden heute immer noch Grundwasserbeeinflussungen durch Lösemittel entdeckt, die auf frühere gewerbliche Nutzungen zurückzuführen sind. Durch neue und besser angepasste Untersuchungstechniken und die Erweiterung von Untersuchungsgebieten wird das Bild über die Ausdehnung der kontaminierten Bereiche immer deutlicher.


Insbesondere die zur Entfettung und zur chemischen Reinigung verwendeten, als Tri und Per bekannten Substanzen der Stoffgruppe der LCKW haben durch ihre besonderen Eigenschaften (u.a. hohe Dichte, geringe Viskosität) häufig den Weg in den Untergrund und auch das Grundwasser gefunden. Der Zeitpunkt des Schadenseintritts liegt dabei oft schon viele Jahrzehnte zurück.


Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa sowie das Gesundheitsamt Bremen weisen vorsorglich darauf hin, dass die Möglichkeit von Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Nutzung des LCKW-belasteten Grundwassers nicht ausgeschlossen werden kann. Die Stoffgruppe der LCKW besteht aus einer Vielzahl von Einzelstoffen, die hauptsächlich über die Atemluft (z.B. Verdunstung beim Rasenbewässern), den Magen-Darm-Trakt oder Hautkontakt (z.B. beim Planschen) aufgenommen werden können. Mögliche Wirkungen können z.B. Reizerscheinungen der Augen und Schleimhäute sein. Einige der Einzelstoffe können Krebs erzeugen.


Den betroffenen Anwohnern wird daher durch Hauswurfsendungen vorsorglich empfohlen, Wasser aus Gartenbrunnen in dem markierten Bereich bis auf weiteres nicht mehr zum Spielen, Befüllen von Planschbecken sowie als Gießwasser zu nutzen. Wenn diese Empfehlungen beachtet werden, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen.


Geeignete Sanierungsmethoden werden seit mehr als zehn Jahren auch in Bremen erfolgreich durchgeführt und weiterentwickelt. Die stetige Verbesserung von Standardverfahren und die laufende Entwicklung von neuen Methoden zur Sanierung von LCKW-Grundwasserverunreinigungen werden weiterhin dazu beitragen, dass bestehende Anwendungsbeschränkungen und -grenzen immer weiter reduziert werden. Manche Schäden lassen sich allerdings nur sehr schwer oder gar nicht sanieren. Eines ist mit Sicherheit zu sagen: Schnelle Abhilfe ist nicht zu erwarten – entsprechende Sanierungserfolge stellen sich erst über Jahre ein.


PDF-Anlagen: Lagepläne der Informationsgebiete
Infogebiet BennigsenstraßeExternes Angebot
Infogebiet BuchenstraßeExternes Angebot