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Der Senator für Finanzen

Casino künftig an der Schlachte

10.03.2009

Neuer Standort soll Einnahmerückgang stoppen

Die Bremer Spielbank soll an die Schlachte umziehen. Für die aktuellen Standorte Breitenweg und Böttcherstraße gilt dann „rien ne va plus“ – nichts geht mehr. Der Senat sprach sich heute (10.03.2009) für die Zusammenlegung der zwei Standorte aus. Seit Jahren sinkende Einnahmen und die Ende des Monats auslaufende Mietoption für ein attraktives Gebäude mit Weserblick zwingen zum Handeln. Finanzsenatorin Karoline Linnert betont: „Mit der Zusammenlegung von klassischem Spiel und Automatenspiel an einem neuen, attraktiven Standort wollen wir die Ertragssituation verbessern.“ Von den erwarteten Einnahmesteigerungen profitieren drei Seiten: Die Betreiber, der Bremische Haushalt und die Stiftung Wohnliche Stadt.


Zehn Millionen Euro will der Spielbankbetreiber Westspiel in das neue Domizil investieren. Im Gegenzug senkt Bremen die Spielbankabgabe von aktuell 62 auf 55 Prozent – befristet auf drei Jahre. Ab 2013 soll die Abgabe dann wieder 62 Prozent betragen. „Unter diesen Bedingungen ist die Spielbank bereit, das Investitionsrisiko zu übernehmen.“ Die Betreiber gehen davon aus, mit dem neuen Standort die Besuchszahlen um 30 Prozent steigern zu können und den Bruttospielertrag von zuletzt 14,7 Millionen Euro auf 16,7 Millionen Euro anzuheben. Gleichzeitig wird durch die Zusammenlegung der zwei Standorte (Breitenweg und Böttcherstraße) Personal eingespart. Die Spielbank rechnet jährlich mit 200.000 Euro weniger Personalkosten und auch das Finanzamt – zuständig für die Spielbankaufsicht – kommt künftig mit deutlich weniger Personal aus (10,5 statt bisher 15 Vollzeitstellen). Das entspricht einer jährlichen Einsparung von rund 185.000 Euro. Mit der 10-Millionen-Euro-Investition ist eine Konzessionsverlängerung um zehn Jahre verbunden. „Sonst lohnt sich das unternehmerische Risiko nicht“, erläutert Finanzsenatorin Karoline Linnert.


Die Alternative, den Status Quo beizubehalten, ist aller Voraussicht nach mit weiteren Einnahmeeinbußen verbunden. Der Bruttospielertrag sank von 27 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 14,7 Millionen Euro in 2008. Beim Automatenspiel im Breitenweg stehen umfangreiche Renovierungsarbeiten an mit negativen Auswirkungen auf das Geschäft. Seit 2004 werden Pläne für einen neuen Spielbankstandort geschmiedet. 14 Alternativen wurden geprüft, darunter der Bahnhofsvorplatz, die Rennbahn und die Überseestadt. Alle wurden von den Betreibern letztlich als unattraktiv verworfen. Auch eine erneute Prüfung des Standortes Überseestadt in 2009 führte zu keinem anderen Ergebnis. Nur die gut besuchte Schlachte biete die Gewähr für steigende Einnahmen.