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Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung

Sieben auf einen Streich – Umweltnetzwerk knackt die Hundertermarke

06.03.2009

Die ’puu’ wächst auf insgesamt 103 Mitglieder. Zu den neuen Partnern gehören fünf Handwerksbetriebe mit dem Öko-Zertifikat „Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe“

Umweltmanagementsysteme geben den Takt vor – diese Perspektive ist nicht nur etwas für die Großen. Auch Handwerksbetriebe können mit dem auf ihre Rahmenbedingungen angepassten Öko-Zertifikat QuB (Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe) einen messbaren Beitrag zu mehr Umweltschutz im Betrieb leisten. Darüber hinaus erfüllen sie damit die Eingangskriterien zur Mitgliedschaft in der ’partnerschaft umwelt untenehmen’ (’puu’). Qualifiziert durch Umweltmanagementsysteme traten am Freitag, den 6. März, in der Handwerkskammer Bremen sieben Neue der Bremer Umweltpartnerschaft bei. Mit den neuen Partnern der ACTEGA DS GmbH, der Effenberger Vollkorn-Bäckerei, der Elektro-Alpert GmbH, der Hanseatischen Straßen und Tiefbaugesellschaft mbH (HST), dem R. König Baugeschäft, der Overhoff-Dental-Technik und der Richard Homann GmbH & Co. KG hat die Initiative im sechsten Jahr ihres Bestehens die Mitgliedermarke von 100 geknackt.


Freuten sich über ihre Aufnahme in die 'puu' und

Freuten sich über ihre Aufnahme in die 'puu' und "QuB"-Urkunden (von links): Frieder Lüße (Richard Homann GmbH & Co. KG), Theodor Overhoff (Overhoff-Dental-Technik), Klaus Alpert (Elektrotechnik Alpert),Thomas Türke (Hanseatische Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH), Robert Effenberger (Effenberger Vollkorn-Bäckerei), Ralph König (R. König Baugeschäft) und Dr. Andreas Klingenberg (ACTEGA DS, 2. von rechts). Dr. Rita Kellner-Stoll (Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa) und Michael Busch (Handwerkskammer Bremen, ganz rechts) beglückwünschten die Unternehmensvertreter.

„Der Schritt in den dreistelligen Bereich freut mich natürlich sehr - vor allem, weil er ein Beleg für die Umweltverantwortung der Unternehmen am Standort Bremen ist“, betonte Dr. Rita Kellner-Stoll, Abteilungsleiterin für Umweltwirtschaft, Klima- und Ressourcenschutz beim Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, während der Feierstunde in der Handwerkskammer Bremen. „Immer mehr Unternehmen schätzen den systematischen Ansatz von Umweltmanagementsystemen zur Identifikation von Schwachstellen und zur kontinuierlichen Verbesserung der betrieblichen Umweltbilanz. Dabei entstehende Kostenreduzierungen sind selbstverständlich und erhöhen die Attraktivität der Systeme. Und das gilt nicht nur für die Großen und für die Global Player, sondern auch für kleine Firmen.“ Kellner-Stoll begrüßte sieben „Neue“, die sich durch die Einführung eines Umweltmanagementsystems für die Umweltpartnerschaft qualifiziert haben: ein nach ISO 14001 zertifiziertes Unternehmen, ein Betrieb mit dem speziell für den Mittelstand entwickelten System Ecostep und fünf Handwerksbetriebe, die das bundesweit anerkannte Umweltmanagementsystem Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB) eingeführt haben. „Mit diesem UmweltZertifikat können Handwerksfirmen ihre vorbildlichen freiwilligen Leistungen in den Bereichen Qualität und Umweltschutz gegenüber Kunden, Lieferanten und Behörden dokumentieren. Diese Profilierung sichert Vorteile im zunehmenden Wettbewerb“, betonte Michael Busch, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer und Gastgeber der Veranstaltung, und ergänzte: „Unternehmen mit Umweltkompetenzen schaffen Vertrauen und kommen sehr gut an bei ihren Kunden.“



Vom Kunststoffproduzenten bis zum Zahntechniker
Die ACTEGA DS, weltweiter Marktführer bei Dichtungsmassen für Kunststoff und Metallverschlüsse, ist seit 2005 nach den internationalen Standards der DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Das dem ALTANA-Konzern zugehörige Unternehmen mit Sitz in Bremen hat sich modernem Umweltschutz und Arbeitssicherheit verpflichtet. Entsprechend den Grundsätzen der Responsible Care-Initiative der chemischen Industrie werden Herstellungsverfahren und Produkte mit dem Ziel weiterentwickelt, Ressourcen effizient zu verwenden und schädliche Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. ACTEGA DS hat die Menge an umweltgefährdenden Stoffen nachweisbar auf ein Minimum reduziert.


Die Richard Homann GmbH & Co. KG ist ein Betrieb der grünen Branche: Das traditionsreiche Unternehmen ist seit über 60 Jahren im Garten- und Landschaftsbau tätig. Hier steht die nachhaltige und umweltschonende Planung im Vordergrund. Die direkten und indirekten Auswirkungen des Einsatzes von Maschinen und Geräten werden mit dem integrierten Managementsystem EcoStep ermittelt, bewertet und dokumentiert eine Voraussetzung für die kontinuierliche Verbesserung der ökologischen Leistungen. Konkret heißt das: Der Verbrauch von Energie und Kraftstoff sowie der Schadstoffausstoß wurden deutlich reduziert. Statt Motorkettensägeöl verwendet Homann heute biologisch abbaubare Öle.


Ressourcen schonen und den Energieverbrauch senken – das sind auch die Säulen, auf denen das Umweltmanagementsystem QuB in der Effenberger Vollkorn-Bäckerei ruht. Der Betrieb setzt seit Juli 2008 Schritt für Schritt Umweltschutzmaßnahmen bei gleichzeitiger Kostensenkung um: So wurden optimal isolierte Fenstermodule eingebaut, ein Flüssiggasfahrzeug angeschafft und die Isolierung der Kesselanlage und der Wärmeleitungen zum Backofen verbessert. Seit Anfang des Jahres verwendet das Unternehmen ausschließlich Recyclingpapier. Geplant ist außerdem, den Einsatz des Ofens durch eine höhere Auslastung der Backofenfläche zu optimieren.


Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 18 voll ausgerüstete Werkstattwagen machen Elektrotechnik Alpert zu einem der leistungsfähigsten Elektrounternehmen in Bremen. Mit der Einführung des QuB-Systems hat sich der in dritter Generation geführte Familienbetrieb mit hohem Engagement dem Umweltschutz verschrieben. Durch gezielte Maßnahmen reduziert die Firma den internen Ressourcen und Energieverbrauch: Der Einbau von Zeitschaltuhren führt zu deutlichen Stromeinsparungen, neue energie und schadstoffarme Fahrzeuge und ein gezieltes Fahrtraining senken den Kraftstoffverbrauch. In naher Zukunft wird eine Solaranlage auf dem Betriebsgebäude errichtet.


Die Hanseatische Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH (HST) übernimmt Pflaster und Natursteinarbeiten aller Arten. Auch Kanal und Gleisbau sowie Erdarbeiten gehören zum Leistungsspektrum des Handwerksbetriebs. Sein Motto ist es, in allen Bereichen Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen. Schrittweise erneuert HST seine Firmenfahrzeuge und Baumaschinen, senkt so den Treibstoffverbrauch und reduziert den Ausstoß schädlicher Emissionen. Ziel ist es, die Umweltdaten im Unternehmen langfristig und kontinuierlich zu verbessern und das QuB-Managementsystem weiterzuentwickeln.


Auch der Meisterbetrieb R. König Baugeschäft leistet Vorbildliches in Sachen Umweltschutz. Der Spezialist für Altbausanierung, Neubauten, Denkmalschutz und Wärmedämm-Verbundsysteme hat sich 2008 als erster Bremer Hochbaubetrieb für das QuB-Zertifikat qualifiziert. Die Handwerksfirma leistet mehr als gesetzlich vorgeschrieben: Zur Vermeidung von Gesundheitsschäden für Mensch und Umwelt kommen moderne Maschinen und Techniken zum Einsatz, der Fuhrpark wird auf schadstoffarme Fahrzeuge umgestellt. Durch Schulungen werden die Mitarbeiter für Umweltthemen und entsprechendes Verhalten sensibilisiert.


Oberstes Ziel im Umweltprogramm der Overhoff Dental-Technik ist es, Abgasemissionen zu reduzieren. Das Labor für Zahnersatz optimiert und reduziert damit den Verbrauch seiner Kurierfahrzeuge. Außerdem konzentriert sich das Unternehmen als Partner im „Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe“ auf einen ökologisch ausgerichteten Einkauf: Bei Büromaterialien wird künftig auf PVC verzichtet, Produkte mit dem „Blauen Engel“ erhalten den Vorzug. An den Arbeitsplätzen verbessert Overhoff die Abfalltrennung. Mit der Investition in neue Geräte wird der Wasser- und Energieverbrauch im Labor reduziert.


Wird gefördert: Umwelt und Klimaschutz im Handwerk
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Michael Busch gratulierte nach der Verleihung der QuB-Zertifikate an seine Mitgliedsunternehmen zum Beitritt in die ’puu’. Seine Erfahrungen bestätigen, das speziell für das Handwerk entwickelte Zertifikat stößt auf immer größeres Interesse und wachsende Akzeptanz bei den Betrieben. Dazu trägt das Umweltressort mit dem Förderprogramm für Betriebliche Ökologische Effizienz bei, indem die Einführung des Umwelt-Siegels QuB mit einem Beratungszuschuss von bis zu 60 Prozent gefördert wird.


Die ’partnerschaft umwelt unternehmen’ (’puu’) ist eine Gemeinschaftsinitiative des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, der RKW Bremen GmbH und der Agentur ecolo in Kooperation mit der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, der Bremer Investitions-Gesellschaft mbH und der Bremer Energie-Konsens GmbH, gefördert durch die Europäische Union. Ziel der ’puu‘ ist es, mit einem Zusammenschluss umweltaktiver Unternehmen die Vorreiterrolle des Landes Bremen beim nachhaltigen Umweltschutz weiter auszubauen.


[Foto: ecolo]