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Senatskanzlei

Betriebe kämpfen um Arbeitsplätze

19.02.2009

Zum zweiten Mal hat sich der Senat am Mittwochabend (18.02.09) mit Repräsentanten von Kammern, Gewerkschaften und Unternehmensverbänden im Bremer Rathaus getroffen, um über die richtigen Reaktionen auf die Finanzkrise zu beraten. Erstmals nahmen Vertreter der Arbeitsagenturen Bremen und Bremerhaven und der Kreishandwerkerschaften daran teil. Bürgermeister Jens Böhrnsen konnte ein wichtiges Fazit ziehen: „Wir haben übereinstimmend den Eindruck, dass die Betriebe um den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpfen, weiter in Ausbildung investieren und durch Qualifikationsmaßnahmen den nachhaltigen Weg einschlagen, um gestärkt aus der Krise herauskommen zu können.“ Allerdings wurde auch berichtet, dass sich Beratungsgespräche zu Kündigungen bei der Arbeitnehmerkammer laut Geschäftsführer Ingo Schierenbeck verstärkt haben.
Im Vordergrund der Gespräche am runden Tisch im Senatssaal stand die Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Dabei berichteten Handelskammer, Handwerkskammer und Unternehmerverbände wie auch die Agenturen übereinstimmend, dass „überragend die Linie vorherrscht, Leute in Beschäftigung zu halten“ (Hans-Uwe Stern, Agentur für Arbeit, Bremen). Handelskammer Geschäftsführer Dr. Matthias Fonger wies aber auch auf Prognosen hin, die „sehr düster“ erscheinen. Umso einiger waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass es gerade jetzt auf gegensteuernde Maßnahmen wie das Konjunkturpaket ankomme. Wirtschaftssenator Ralf Nagel konnte auf die Veränderungen der Vergaberegelungen hinweisen, die der Senat vorgelegt hat. Auch aus der Sicht der Handwerks-Vertreter wurde dabei besonders auf die Möglichkeiten der Kurzarbeit anstelle von Entlassungen hingewiesen.
Arbeitssenatorin Ingelore Rosenkötter und Hans-Uwe Stern, Geschäftsführer der Bremer Agentur für Arbeit betonten, dass besonders arbeitsmarktpolitische Themen im Vordergrund standen: „Wir können den Bremer und Bremerhavener Unternehmen 9 Mio. € aus den Mitteln der Agenturen für Arbeit für Qualifizierungen anbieten. Damit kann die Kurzarbeit sinnvoll für Arbeitgeber und Arbeitnehmer genutzt werden.“ Qualifizierte Fachkräfte seien nicht leicht zu finden, so Rosenkötter und Stern weiter: „Wir appellieren deshalb an die Unternehmen, das eingearbeitete Personal im Betrieb zu halten und die Förderangebote intensiv zu nutzen.“


Für Bremen gibt es bereits konkrete Vorhaben, um die Unternehmen bei der Qualifizierung während der Kurzarbeit zu unterstützen. Dazu werden z.B. die Automobilzulieferer in Zusammenarbeit mit der Handelskammer an einen Tisch geholt. Eine ähnliche Initiative ist für den Logistikbereich geplant. Ziel ist es, passende Qualifizierungsangebote mit Arbeitgebern und Betriebsräten abzusprechen.


Die Senatorin appellierte außerdem an die Unternehmen, auch im nächsten Jahr wieder ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Mögliche Formen von Unterstützung und Absprachen werden in der Bremer Vereinbarung unter Federführung der Arbeitssenatorin besprochen werden.