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Der Senator für Inneres

Senkung der Eigentumskriminalität durch Einsatz von „künstlicher DNA“

17.02.2009

In Bremen hat der Diebstahl unter erschwerenden Umständen (beinhaltet insbesondere Einbruch, Kfz-Aufbruch, Fahrraddiebstahl) mit etwa 40 Prozent den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität im Städtevergleich. Auch die so genannte Häufigkeitsziffer war 2007 mit ca. 5800 Taten auf 100.000 Einwohner die höchste im Vergleich. Zwar sind die Zahlen aktuell auch aufgrund der massiven Anstrengungen leicht rückläufig, aber nach wie bewegen wir uns auf einem unbefriedigend hohen Niveau.


Um diesen Zustand entgegenzuwirken, geht der Senator für Inneres und Sport mit den Polizeien Bremen und Bremerhaven jetzt neue Wege. Im Februar wird das Projekt „künstliche DNA“ gestartet. Dies bereits in Großbritannien und den Niederlanden eingesetzte Verfahren soll dazu beitragen, die Fallzahlen deutlich zu senken. Ziel des Projektes ist es, die Realisierungsmöglichkeiten dieses Verfahrens in Bremen zu erproben.



Was ist „künstliche DNA“?
Bei dem eingesetzten Produkt handelt es sich um eine unsichtbare Flüssigkeit, welche nur unter UV-Licht sichtbar wird. Sie haftet wie Farbe an Gegenständen, Kleidung und Haut. Entscheidend dabei ist, dass jede Charge einzigartig wie eine DNA ist.



Einsatzmöglichkeiten

  1. Markierung von Gegenständen mit der Möglichkeit, durch eine DNA-Analyse den markierten Gegenstand dem Eigentümer zuordnen zu können.
  2. Markierung von Personen durch eine DNA-Dusche beispielsweise bei einem Überfall. Bei ermittelten Tatverdächtigen ist somit eine Überprüfung und Überführung möglich.


Beide Varianten erhöhen das Entdeckungsrisiko deutlich. Sowohl die entwendeten Gegenstände wie auch Tatverdächtige können von der Polizei durch den Einsatz von UV-Licht identifiziert werden.


Nutzer von Eigenheimen, Wohnungen, Geschäften sowie Verantwortliche für öffentliche Einrichtungen wie Schulen können ihre Wertsachen und Arbeitsmittel (z. B. Computer) durch die künstliche DNA markieren. Der Einsatz der künstlichen DNA kann mit Warnzeichen an Fenstern und Türen kombiniert werden. Damit erhöht die künstliche DNA also nicht nur das Entdeckungsrisiko der Täter, sie eignet sich vor allem auch für den präventiven Einsatz, also zum Schutz vor Einbrüchen und Diebstählen.


Erfahrungswerte
In Großbritannien und den Niederlanden wird die „künstliche DNA“ bereits seit Jahren sehr erfolgreich eingesetzt. Sie führte zur Reduzierung der Fallzahlen in bestimmten Deliktsfeldern um bis zu 80 Prozent. Vielversprechend auch eine Umfrage unter 101 inhaftierten Gefangenen: 91 kannten das eingesetzte Produkt und 74 Prozent gaben an, von den Hinweisschildern abgeschreckt worden zu sein.


Projektverlauf
Unter Federführung des Landeskriminalamtes wird die Einführung dieser neuen Strategie in Bremen und Bremerhaven bis Ende April vorbereitet. Im Rahmen des Projektes werden:


  • Pilotbereiche vorgeschlagen,
  • Sponsoren und Partner gewonnen und
  • die konkreten Einführungsschritte vorbereitet.


In der zweiten Jahreshälfte wird dann die praktische Einführung der Strategie „künstliche DNA“ erfolgen.


Für Rückfragen zu diesem Projekt steht der Geschäftsführer Günther Wiechert unter der Telefonnummer 0421/362-19012 zur Verfügung.