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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Finanzmarktkrise: Bremer Wirtschaft im bundesweiten Vergleich robust

21.10.2008

Erklärung zum Treffen von Wirtschaftssenator Ralf Nagel mit Vertretern der Wirtschaft und der bremischen Banken zu den Auswirkungen der Bankenkrise auf den Wirtschaftsstandort Bremen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf den Finanzmärkten und insbesondere des von der Bundesregierung und den Ländern entwickelten und beschlossenen Rettungspaketes fand auf Einladung des Bremer Senators für Wirtschaft und Häfen, Ralf Nagel, heute (21.10.2008) ein Gedankenaustausch zwischen Vertretern der bremischen privaten und öffentlichen Banken, der Handelskammer, der IHK Bremerhaven, der Handwerkskammer und der Arbeitnehmerkammer statt. Im Mittelpunkt des Gedankenaustausches standen die Bewertung des verabschiedeten Hilfspaketes und die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft in Bremen und Bremerhaven.


Alle Vertreter des Gesprächskreises begrüßten dabei einhellig das von der Bundesregierung und den Ländern verabschiedete Rettungspaket mit seinen unterschiedlichen Bestandteilen, um die eingetretene umfassende Vertrauenskrise zu bewältigen. Dabei betonten die Vertreter der bremischen Banken, dass aufgrund ihrer Geschäftspolitik und ihrer starken regionalen Verankerung sie direkt nicht von der Krise betroffen seien. Gleichwohl sind alle Beteiligten aufgerufen, nun das geschwundene Vertrauen wieder herzustellen. Hierzu gehören eine Stärkung von Transparenz, von Aufsichtsfunktionen und ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein aller Marktteilnehmer. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass in der Vergangenheit begangene Fehler offen diskutiert und angesprochen werden müssen, um daraus für die Zukunft zu lernen. Die Bremische Aufbaubank machte deutlich, dass sie in dieser schwierigen Lage insbesondere bei Refinanzierungen von Krediten für kleine- und mittelständische Unternehmen im Verbund mit der Hausbank unterstützend zur Seite steht.


Die aktuelle Krise soll zum Anlass für eine grundlegende Neujustierung und der Klärung der anstehenden Strukturfragen genommen werden.

Seitens der Handelskammer Bremen und der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven sowie der Handwerkskammer wurde betont, dass zurzeit noch keine negativen Auswirkungen auf die bremischen Unternehmen zu beobachten seien. Die bremische Wirtschaft zeige sich auch im bundesweiten Vergleich robust, so dass absehbar auch keine durchschlagenden negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – insbesondere im Fachkräftesektor zu erwarten sind.

Sollte allerdings die weltweite Konjunkturabschwächung von längerer Dauer sein, sei mit einer Reduktion der Wachstumserwartungen, besonders in der Hafenwirtschaft, zu rechnen.


Darüber hinaus bestand Einvernehmen darin, dass etwaige kurzfristige Konjunkturprogramme nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Allerdings sollten unter anderen die geplanten und in Bau befindlichen Infrastrukturprojekte konsequent fortgeführt, weiterentwickelt und ggf. vorgezogen werden.


Vor dem Hintergrund der nun anstehenden Aufgaben und der zu beobachtenden Markentwicklung vereinbarten die Teilnehmer zu Jahresbeginn ein erneutes Zusammentreffen.