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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Ab 2009 Ökostrom für Bremen und Bremerhaven - swb gewinnt europaweite Ausschreibung

14.10.2008

Die öffentlichen Gebäude der Freien Hansestadt Bremen und der Stadt Bremerhaven werden ab dem 1. Januar 2009 mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Der Auftrag zur Lieferung des Ökostroms wurde nach europaweiter Ausschreibung an den regionalen Stromanbieter swb vergeben. Umweltsenator Dr. Reinhard Loske: „Mit der Umstellung auf Ökostrom nutzen wir unsere Rolle als öffentliche Auftrageber, um einen zusätzlichen Anreiz zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien zu geben. Damit leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Schaffung einer langfristig sicheren Energieversorgung.“

Der Senat hatte am 25. März 2008 den Eigenbetrieb Gebäude- und TechnikManagement Bremen (GTM) beauftragt, eine europaweite Ökostromausschreibung für den Lieferzeitraum 2009/2010 durchzuführen. Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hatte am 9. April 2008 beschlossen, ebenfalls Ökostrom über eine europaweite Ausschreibung zu beziehen. Darüber hinaus beteiligten sich Radio Bremen und mehrere städtische Eigenbetriebe und Gesellschaften an der Ausschreibung. Aufgrund dieser Nachfragebündelung konnte im Ergebnis eine Liefermenge von rund 79 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ausgeschrieben werden.

Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung im offenen Verfahren unterbreitete der regionale Stromanbieter swb das Angebot mit dem günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der angebotene Strom aus erneuerbaren Energien ist hierbei nicht wesentlich teurer als herkömmlich erzeugter Strom. Nach Berechnungen von GTM betragen die Mehrkosten für die gesamte Liefermenge rund 88.000 Euro pro Jahr. Dies entspricht etwa 0,1 Cent je Kilowattstunde. Bezogen auf die Gesamtkosten der ausgeschriebenen Stromlieferung (ohne Netznutzung, Steuern und Abgaben) betragen die Mehrkosten rund 1,2 Prozent.

Der von swb angebotene Ökostrom wird – neben dem anteiligen Strombezug nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – zum überwiegenden Teil aus norwegischen Wasserkraftwerken bezogen, die in den Jahren 2004 bis 2007 in Betrieb genommen worden sind. Im Jahr 2010 wird darüber hinaus erstmals Strom aus der Weser zur Versorgung der öffentlichen Gebäude beitragen. In diesem Jahr wird das neue Wasserkraftwerk am Weserwehr Bremen, das zurzeit noch im Bau ist, rund 15 Millionen Kilowattstunden und damit etwa ein Fünftel der Gesamtmenge liefern.

Die Ökostromausschreibung für Bremen und Bremerhaven wurde nach dem Konzept des Umweltbundesamtes durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird neben dem Angebotspreis auch die Minderung der CO2-Emissionen als Kriterium herangezogen. Um einen Anreiz für Investitionen in neue Erzeugungsanlagen zu geben, werden bei der Berechnung der CO2-Minderung Stromlieferungen aus relativ neuen Anlagen deutlich höher gewichtet als Stromlieferungen aus älteren Anlagen.