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Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Kita-Kinder nähern sich den Naturwissenschaften

20.06.2008

Wohin geht mein Schatten nachts?

Was passiert mit meinem Schatten, wenn es dunkel wird? Ist sieben eine große Zahl? Solche und andere Fragen nahmen seit 2003 mehr als 1.200 Bremer Kindergartenkinder unter die Lupe. Dies geschah im Rahmen einer Kooperation der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales sowie dem Universum® Bremen. Bei einem Fachtag für Erzieher und Grundschullehrer wurden heute (20. Juni) im Universum® die vielfältigen Erfahrungen der fünfjährigen Zusammenarbeit vorgestellt und diskutiert sowie Visionen für die Zukunft entwickelt.


„Frühkindliche Bildung ist eine der wichtigsten Aufgaben in unseren Kitas. Wir haben in diesem Bereich in den letzten Jahren viel Neues umsetzen können. Das zeigt sich auch in dieser erfolgreichen Kooperation mit dem Universum. Kinder sind neugierig und lernen im wahrsten Sinne des Wortes „spielend“. In den Kitas werden die Potenziale der Kinder aufgenommen und gezielt weiterentwickelt“, so Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter anlässlich des Fachtags zum forschenden Lernen im Universum.


Im Rahmen des Kooperationsprojekts haben in den letzten Jahren 120 Bremer Kindertageseinrichtungen mit dem Universum® intensiv zusammengearbeitet. Dabei wurden verschiedene Projektbausteine von Fortbildungen über Forschertage in den Einrichtungen bis hin zu Exkursionen ins Universum® wahrgenommen. Aufgrund der sehr guten Erfahrungen wird die Zusammenarbeit weitergeführt. Ziel ist es, möglichst alle Kitas in Bremen zu erreichen.

Wie sehen die praktischen Erfahrungen mit dem forschenden und entdeckenden Lernen aus? In verschiedenen Gesprächsrunden mit Bremer Erzieher/innen und Lehrkräften an den Grundschulen sowie Träger- und Behördenvertretern im Rahmen des Fachtags wurden kontroverse Standpunkte vertreten. Kann trotz geringer Finanzmittel in jedem Kindergarten geforscht werden? Und wenn ja, wie? „Auf jeden Fall!“, so Tanja Lawker, Leiterin der Kita Schönebeck. Die Praxis habe gezeigt, dass es keine Ausreden mehr geben dürfe und sich mit jedem Budget ein angemessener Zugang finden lässt, auch wenn es sich dabei zunächst nur um eine Ecke mit drei kleinen Experimenten handele. Das wichtigste seien ein erster Schritt sowie die grundsätzliche Einstellung.


Ein weiterer umstrittener Diskussionspunkt war, ob spezielle Funktionsräume zum Forschen besser geeignet seien oder ob es sich in Gruppenräumen mit einer festen, täglichen Kindergartengruppe besser experimentieren lässt. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer/innen, dass eine individuelle Lernbegleitung für jedes Kind sinnvoll und wichtig ist, zum Beispiel durch von den Kindern selbst geführte Dokumentationshefte, reflektierende Gespräche und Lernberichte. Solche Forscherhefte könnten dann auch später mit in die Grundschule genommen werden und den Lehrern so einen Eindruck vermitteln, auf welchen Erfahrungsschatz der Schulanfänger zurückgreifen kann. Generell sei eine enge Zusammenarbeit beim Übergang vom Kindergarten in die Schule von zentraler Bedeutung für die Bildung der Kleinsten.