Sie sind hier:

Senatskanzlei

Bürgermeister Carsten Sieling würdigt Altbundespräsident Roman Herzog

10.01.2017
Roman Herzog - bei seinem Antrittsbesuch in Bremen als Bundespräsident, jpg, 48.3 KB
Roman Herzog - bei seinem Antrittsbesuch in Bremen als Bundespräsident © Sybille Kleineheismann, LIS Zentrum für Medien

Zum Tod von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog äußert sich Bremens Bürgermeister Carsten Sieling mit Betroffenheit: "Deutschland verliert einen verdienten Staatsmann, der mit seiner ausgeprägten Persönlichkeit dem Amt des Bundespräsidenten seine besondere Bedeutung für die Menschen in Deutschland verliehen hat. In guter Erinnerung bleiben uns seine berühmten Berliner Reden, in denen er Themen und Anliegen der Gesellschaft mit Scharfsinn und großer Deutlichkeit angesprochen und angeregt hat. Als ehemaliger Verfassungsrichter war Roman Herzog aber auch ein überaus kompetenter Streiter für die föderale Grundstruktur der Bundesrepublik Deutschland. Und damit war er ein wertvoller Mitstreiter an der Seite Bremens wenn es um den Erhalt der kleinen und großen Bundesländer ging. So erklärte er im Rahmen seines Antrittsbesuches als Bundespräsident im November 1995 in seiner Rede im Bremer Rathaus einer wie auch immer gearteten Länderneugliederung eine klare Absage. Auch deshalb fühlen wir uns mit Roman Herzog eng verbunden und werden sein Andenken in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und besonders seiner Ehefrau Alexandra Freifrau von Berlichingen."

Auf Roman Herzog geht auch die Einführung des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland als nationaler Gedenktag zurück, der auch in Bremen jedes Jahr mit einem vielfältigen Programm gewürdigt wird. Der Gedenktag wurde 1996 durch den damaligen Bundespräsidenten eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Dieses Datum bezieht sich auf den 27. Januar 1945, dem Tag vor nunmehr 72 Jahren, an dem Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit hatten.

Nach Altkanzler Helmut Schmidt war Bundespräsident a.D. Herzog im Jahr 2003 der zweite Ehrengast des Wilhelm Kaisen Bürgermahls und hat dadurch die besondere gesellschaftliche Bedeutung der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe e.V. unterstrichen. Damit würdigte er auch den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Mit Bremen war der damalige Bundespräsident Herzog zudem über seine Schirmherrschaft für die Seenotretter von der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) verbunden. Und in dieser Eigenschaft war er im Februar 1999 auch Gast der 455. Bremer Schaffermahlzeit.

Foto: Sybille Kleineheismann, LIS Zentrum für Medien