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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Übergangswohnheim Faulenstraße an Träger übergeben

Senatorin Stahmann: Bessere Wohn- und Lebensbedingungen für 200 Menschen

30.11.2016
Einrichtungsleiterin Julie Maywald und Sozialsenatorin Anja Stahmann (re.) bei der Übergabe des Übergangswohnheims an den Träger Caritas, jpg, 47.1 KB
Einrichtungsleiterin Julie Maywald und Sozialsenatorin Anja Stahmann (re.) bei der Übergabe des Übergangswohnheims an den Träger Caritas

In der Faulenstraße finden ab sofort bis zu 200 Flüchtlinge ein neues Zuhause. Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, hat das siebengeschossige Übergangswohnheim heute (Mittwoch, 30. November 2016) an den Träger Caritas übergeben. Es soll in den kommenden Tagen nach und nach bezogen werden. "Für die vielen Familien und Alleinstehenden, die hier einziehen, endet damit die provisorische Unterbringung in einer Notunterkunft", sagte die Senatorin. Auch wenn Turnhallen und Großzelte in Bremen schon seit einem halben Jahr geräumt und abgebaut seien, lebten doch immer noch Menschen in Baumärkten und Lagerhallen unter engen räumlichen Bedingungen. "Wir haben zwar überall Kabinen eingebaut, was nicht in allen Städten gängige Praxis ist. Trotzdem ist das Leben in einer Notunterkunft nur für eine gewisse Zeit zumutbar, das kann keine Dauerlösung sein. Ich bin froh, dass es jetzt für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner einen Schritt weiter geht."

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Einrichtungsleiterin Julie Maywald und Sozialsenatorin Anja Stahmann

Dabei bleibe das Wohnheim mit gemeinschaftlich genutzten Sanitäranlagen und Küchen nach wie vor eine Übergangslösung. Nur im sechsten Obergeschoss sowie im Erdgeschoss sind insgesamt zehn separate Appartements eingerichtet, so die Senatorin. Das Übergangswohnheim lasse sich dank unterschiedlicher Raumzuschnitte flexibel nutzen, Zimmer und Appartements seien mit einem Bett und bis zu acht Betten ausgestattet. "Das ist noch längst nicht die Wohnsituation, wie man sie in einer Wohnung hat. Aber wir haben hier Platz für größere Familien wie auch für Alleinstehende." Eines der Appartements im Erdgeschoss sei zudem rollstuhlgerecht. Auf diesem Flur befinde sich zudem ein großer Gemeinschaftsraum, Büros für die Heimleitung sowie für den Sicherheitsdienst. Für Kinderbetreuung sei ein Raum im ersten Obergeschoss hergerichtet.

Im Jahr 2016 hat die Stadt Bremen inzwischen 13 Übergangswohnheime mit insgesamt 1.974 Plätzen eingerichtet sowie die Erstaufnahme-Einrichtung des Landes mit weiteren 700 Plätzen. Rund 1.200 Menschen haben bis Ende Oktober eine Wohnung bezogen. Dem steht ein Abbau von rund 4.000 Plätzen in Notunterkünften des Landes und der Stadt seit Jahresanfang gegenüber. Derzeit leben in Bremen noch rund 1.000 Menschen in Notunterkünften.

Nach wie vor suchen beinahe täglich Menschen Zuflucht in Bremen. Im gesamten Jahr 2016 sind dem Bundesland bislang 3.022 Flüchtlinge zugewiesen worden (Stand: 29. November). Zum Vergleich: Im Ausnahme-Jahr 2015 waren es im gleichen Zeitraum über 9.000, im Jahr 2014 dagegen rund 1.900 Menschen. Das Land Bremen nimmt nach dem Königsteiner Schlüssel 0,96 Prozent aller Flüchtlinge auf, die in der Bundesrepublik ein Asylverfahren durchlaufen. Davon übernimmt die Stadt Bremen 80 Prozent und die Stadt Bremerhaven 20 Prozent.

Fotos: Pressereferat, Die Senatorin für Soziales, Frauen, Jugend, Integration und Sport