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Der Senator für Inneres

Lebensqualität: Bremer Bürgerinnen und Bürger weitgehend zufrieden mit ihrer Stadt

12.02.2008

Das Statistische Landesamt teilt mit:

Ist die Lebensqualität in Städten messbar? Immer wieder küren Rankings die „Top-Städte“ mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland, Europa oder gar weltweit. Grundlage sind meist quantifizierbare statistische Merkmale wie z.B. Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Lebenshaltungskosten, Ergebnisse aus Kriminalitätsstatistiken etc., die zu einem Gesamt-Index zusammengeführt werden.

Eine andere Herangehensweise wählte die EU-Kommission im November 2006: die direkte Befragung der Bevölkerung in 75 ausgewählten europäischen Städten. Ziel war es, die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu ermitteln. Berlin, Dortmund, Essen, Frankfurt an der Oder, Hamburg, Leipzig und München waren die deutschen Städte, in denen die Befragung unter der Federführung der EU erfolgte. Parallel dazu haben sich 15 weitere deutsche Städte, darunter auch Bremen, entschlossen, in einer Zusatzerhebung ihre Bevölkerung ebenfalls zu interviewen, mit der gleichen Methode und den gleichen Fragen wie in der EU-Erhebung. Hierfür wurde in den Städten eine Stichprobe von mindestens 500 Personen gezogen, wobei die befragten Personen mindestens 15 Jahre alt und deutschsprachig sein mussten. Die Befragung erfolgte per Telefon. Sowohl die deutschen als auch die europäischen Ergebnisse sind jetzt verfügbar 1).

In einer Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes Bremen werden ausgewählte Ergebnisse der Befragung für die Stadt Bremen vorgestellt und mit den Ergebnissen anderer deutscher Großstädte (mehr als 450.000 Einwohner/innen) verglichen. Auch die Situation in den europäischen Nachbarstädten wird darin kurz betrachtet.

Es zeigt sich, dass der größte Teil der städtischen Bevölkerung mit ihrer Stadt zufrieden ist: im Durchschnitt 94,3 % der Bevölkerung stimmen der Aussage "Sie sind zufrieden, in Ihrer Stadt zu wohnen", "eher" bzw. "sehr" zu. Dennoch gibt es Unterschiede: mit 97,6 % Zustimmung führt Leipzig die Reihe an, Berlin mit 89,8 % bildet das untere Ende. Mit 91,7 % Zustimmung ist die Gesamtzufriedenheit in Bremen damit eher gering. Die Frage nach den Zukunftsperspektiven ("In den nächsten fünf Jahren wird es angenehmer sein, in Ihrer Stadt zu wohnen") findet deutlich weniger Zustimmung, dennoch ist die Grundstimmung positiv: im Durchschnitt glauben 51,3 % an eine Verbesserung in fünf Jahren, 33,3 % stimmen dem nicht zu. Auch in Bremen überwiegen die Optimisten (44,5 % zu 38,6 %), in Frankfurt und Köln ist es umgekehrt.

Das hohe Maß an Gesamtzufriedenheit schließt jedoch Unzufriedenheit mit einzelnen Aspekten des öffentlichen städtischen Lebens nicht aus: Schulen, das kulturelle Angebot, der Arbeitsmarkt, die Situation von Ausländern oder der Umgang der Stadt mit ihren finanziellen Mitteln werden in Bremen kritischer betrachtet als in anderen Großstädten. Dagegen gehören der öffentliche Nahverkehr, die medizinische Versorgung, der Wohnungsmarkt oder die geringe Luft- und Lärmbelastung zu den Dingen, die die Bremer und Bremerinnen an ihrer Stadt besonders schätzen.


1) Deutsche Städte: www.statistik.nuernberg.de/urban-auditExternes Angebot, Europäische Städte: ec.europa.eu/regional_policy/themes/urban/audit/index_en.htmExternes Angebot

Für weitere Informationen steht Barbara Rösel (Tel. 0421/361 – 2642) zur Verfügung.


Hinweis:
Im März 2008 erscheint der Beitrag in der Reihe „Statistische Hefte“ des Statistischen Landesamtes Bremen. Diese können zum Preis von 3 Euro (zzgl. Versandkosten) über die Bibliothek des Statistischen Landesamtes bezogen werden (An der Weide 14-16, 28195 Bremen, Tel.: 0421/361-6067, Fax: 0421/361-6168, E-Mail: bibliothek@statistik.bremen.de).