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Sonstige

Bremer Gruppe Grenzgänger erhält zum dritten Mal den Preis der Deutschen Schallplattenkritk

30.05.2006

Wo hat es das in Deutschland schon einmal gegeben, dass Musiker für jede ihrer CDs den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten? Den Bremer Folk-Avantgardisten „Grenzgänger“ ist dies gelungen. Gerade wurde ihnen diese Ehrung zum dritten Mal zuteil, diesmal für ihr aktuelles Album „1920 – Lieder der Märzrevolution“.

Zuvor waren bereits „Die Schiffe nach Amerika – Emigrantenlieder“ (1995) und „Knüppel aus dem Sack – die garstigen Gesänge des H. Hoffmann von Fallersleben“ (2002) mit der begehrten Auszeichnung bedacht worden. Damit aber nicht genug – die drei Konzeptalben wurden jeweils direkt nach Erscheinen von der renommierten „Liederbestenliste“ zur „CD des Monats“ gekürt, und jeweils ein Titel stand dort wochenlang in den Top Ten, der aktuelle „März-Rap 1920“ gar schon zum zweiten Mal auf Platz Eins.

Die Grenzgänger
Die Grenzgänger gaben und geben zahlreiche Konzerte im ganzen deutschsprachigen Raum, auf großen Festivalbühnen, in Kleinkunsttheatern und Schulen, waren unterwegs in Norwegen, Schweden, Irland, Nordirland und Tschechien für das Goethe-Institut, das Deutschlandradio und andere Rundfunk-Sender.

Michael Zachcial, geistiger Vater der Grenzgänger, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinen Musikerkollegen Jörg Fröse und Arne Wagner vergessene Tatsachen wieder publik zu machen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung höchstens noch als Randnotiz vorkommen. Dazu graben sie in Volksliedarchiven, wühlen sich durch Stapel alter Bücher und lauschen alten Tonaufnahmen, um letztlich immer wieder verstaubte Liedperlen zu finden, die durch vorsichtige Politur neuen Glanz erhalten.

Es ist faszinierend, wie aktuell solch scheinbar antiquiertes Liedgut oft ist, und das beabsichtigen die Grenzgänger natürlich auch. Mit dem Blick auf Historisches schärfen sie den Blick auf das Aktuelle, machen Zusammenhänge klar und zerstören damit auch althergebrachte Mythen. Es geht um Wurzeln, englisch: „Roots“.

Weltmusik aus Deutschland
Es geht um Wurzeln, englisch: „Roots“. Blues, Soul, Chanson, Swing, irische, amerikanische und afrikanische Folkmusik bis hin zu Rap und lateinamerikanischen Rhythmen gehen eine unverwechselbare Mischung ein. Entsprechend vielfältig ist auch das Instrumentarium, das die Grenzgänger auf höchstem Niveau einsetzen.

So entsteht eine weltoffene Musik mit deutschen Wurzeln, und das ist ihr erklärtes Ziel. Etwas Vergleichbares hat es seit Peter Rohland oder der Gruppe „Zupfgeigenhansel“, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts wirkten, hierzulande nicht mehr gegeben.

Weitere Informationen im Anhang und im Internet unter www.folksong.de.