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Pressemitteilung mit Foto Integriertes Küstenzonenmanagement – Gemeinschaftsaktion Bremer Meereswissenschaftler zum Wiederaufbau in Südasien

24.01.2005

Akute Nothilfe und erstes Aufräumen sind in Sri Lanka, Indonesien und Südindien mit

Unterstützung aus aller Welt in vollem Gange. Überall wird jetzt gefragt: Ist der Mensch ganz machtlos gegen die gewaltigen Flutwellen von Seebeben und Wirbelstürmen? Satellitenaufnahmen zeigen, dass Korallenriffe und Mangrovenwälder die Kraft der Wellen dämpfen, solange der Mensch nicht die Riffe zerstört und die Mangroven in Shrimp-Teiche und Marinas umwandelt. Altes Erfahrungsgut der Küstenbevölkerungen ging verloren. Wo früher die Menschen gebührend Abstand zum Meer hielten, sind die Siedlungen in den letzten Jahrzehnten immer näher an den Spülsaum gerückt.


Zur Schadenserfassung muss also die Analyse solcher Fehler treten, um Lehren zu ziehen für den Wiederaufbau.

Dabei geht es um die Schaffung von Lebensgrundlagen für große Küstenbevölkerungen, um gesunde Wirtschafts- und Landschaftsstrukturen und um die umweltverträgliche, nachhaltige Nutzung der Fischbestände und anderer Naturschätze. Der Tourismus muss einen gesunden Platz in diesem System erhalten. Integriertes Küstenzonenmanagement ist das Stichwort. Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler müssen dafür die Grundlagen schaffen.


Bremen und Bremerhaven bilden eines der großen europäischen Zentren der Meeresforschung. Hier entsteht ein Aktionsprogramm für die dauerhafte Unterstützung des Wiederaufbaus und der gesunden Weiterentwicklung der Küstenregionen Südasiens.

Das MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaft) der Universität Bremen arbeitet gemeinsam mit Partnern in anderen Instituten, insbesondere mit dem AWI (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung) und im Verbund mit Bremer Firmen an Planungen für ein satellitengestütztes Frühwarnsystem. In Bremen ist das einzige deutsche Zentrum für die Ökologie tropischer Küsten (ZMT) zuhause. Seine Wissenschaftler beraten bereits die örtlichen Behörden und internationale Organisationen bei der Erfassung der Schäden und bei der Planung eines nachhaltigen Küstenzonenmanagements. Die langjährige Zusammenarbeit mit Meereswissenschaftlern in Indonesien und Indien hilft dabei.

Das Zentrum hat Erfahrungen bei der Wiederaufforstung von Mangroven und der Neubesiedlung von Korallenriffen. In Verbindung mit mehreren Fachbereichen der Universität hat es ein vielseitiges Lehrprogramm zur tropischen Meeresökologie und Fischerei und zum Küstenzonenmanagement entwickelt. Ziel ist die Förderung eines Stromes von Umweltwissen, der von den örtlichen Universitäten über die Lehrer in die Küstendörfer und zu den Politikern fließt. Die Kooperationsverträge der Universität und der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven mit Partneruniversitäten in den Katastrophengebieten werden dabei neu belebt.


Hinweis:
Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Gotthilf Hempel,
Tiefer 2, 28195 Bremen,
Tel. 0421-361-2005,
E-Mail: ghempel@marketing.bremen.de.