Sie sind hier:
  • Pressemitteilungen
  • Archiv
  • Die Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen teilt mit:
    Pillen ziehen magisch an / Pro Jahr rund 80.000 Giftunfälle mit Kindern

Sonstige

Die Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen teilt mit:
Pillen ziehen magisch an / Pro Jahr rund 80.000 Giftunfälle mit Kindern

08.06.2000


Rund 80.000 Kinder vergiften sich jährlich in Deutschland so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Besonders gefährdet sind die Zwei- bis Dreijährigen. Sie entdecken ihre Umwelt durch Lutschen oder Kauen und nehmen dabei auch Dinge in den Mund, die ihnen nicht gut bekommen. Mit rund 34 Prozent sind Medikamente die häufigsten Verursacher, gefolgt von Nikotin (rund 20 %), Haushaltsreinigern und Pflegemitteln (14 %) sowie Giftpflanzen (10 %). „Pillen und Tabletten üben auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus, da die Kleinen sie oft mit Bonbons oder Drops verwechseln“, erläutert dazu Horst Kruse, Geschäftsführer der Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen.

Die Gefahr, sich zu vergiften, lauert überall: in der Küche und im Badezimmer, im Schuppen und im Hauswirtschaftsraum, in der Garage und in der Hobbywerkstatt, aber auch im Garten. Es sind nicht nur die Medikamente, die achtlos in der Wohnung herumliegen. Da gibt es auch Haushaltschemikalien, die von Eltern leichtsinnigerweise in Getränkeflaschen umgefüllt werden. Reinigungsmittel-Tabs für Spülmaschinen werden von Kleinkindern ebenso neugierig abgelutscht wie Köderfallen für Silberfischchen. Zwar spucken die Kinder derlei Dinge meist schnell wieder aus, aber Reinigungs-Tabs zum Beispiel können in Mund und Rachen innerhalb kurzer Zeit zu schwersten Verätzungen führen.

Im Garten sind es meist ungenießbare oder gar giftige Beeren von Ziersträuchern wie Efeu und Schneebeere, die kurze Zeit nach dem Genuss zumindest heftige Bauchschmerzen auslösen. Der Samen des Goldregens kann unter Umständen sogar zu tödlichen Vergiftungen führen.

Wenn der Verdacht besteht, dass sich ein Kind vergiftet hat, sollten Eltern Ruhe bewahren und keinesfalls zu Hausmitteln greifen, sondern sich zunächst bei einem der zehn Giftinformationszentren (GIZ) in Deutschland, zum Beispiel beim GIZ in Göttingen (Telefon 0551 – 192 40), fachkundigen Rat holen.