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Sonstige

Schütting-Preis 2000 der Handelskammer Bremen

Herausragende innovative Leistungen des Mittelstands ausgezeichnet

17.10.2000

Mit einer digitalen Litfass-Säule, die aktuelle Informationen auf einem 360-Grad-Radius in völlig neuen Perspektiven präsentiert, errang die Bremer Kohne Ingenieurbüro GmbH den ersten Platz beim diesjährigen Schütting-Preis der Handelskammer Bremen für Innovation im Mittelstand. An dem seit 1988 vierten Wettbewerb nahmen insgesamt 35 Unternehmen unterschiedlichster Branchen teil. Der Wettbewerb ist mit 30.000 Mark dotiert. Auf die Plätze zwei und drei kamen die Wolfgang Bock Pflanzenexport KG und der Verarbeiter technischer Textilien, Geo. Gleistein & Sohn GmbH. Den von der Bremer Naturschutz-Stiftung gestifteten Sonderpreis „Innovation und Ökologie“ in Höhe von 10.000 Mark erhielt die Reinluft Relox GmbH.

Bei der Preisverleihung am Dienstagabend im Haus Schütting, bei der auch Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen sprach, betonte Handelskammer-Präses Bernd Hockemeyer, sämtliche Teilnahme-Beiträge zum Schütting-Preis hätten deutlich gezeigt, dass in Bremen insbesondere bei mittelständischen Unternehmen ein beachtlicher technologischer Pioniergeist herrsche: „Der Mittelstand bewegt sich heute in einem Umfeld, das sich immer schneller wandelt und einen immer härteren Wettbewerb zur Folge hat. In diesem Umfeld kann nur bestehen, wer innovativ und kreativ ist“, sagte er. Auch in diesem Jahr habe sich wie bei den vorangegangenen Verleihungen des Schütting-Preises in den Jahren 1988, 1992 und 1996 eindrucksvoll das Innovationspotenzial in Bremen bestätigt.

Hockemeyer forderte, die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Mittelstand als Daueraufgabe zu begreifen: „Mittelständische Unternehmen sind wegen ihrer regionalen Ausstrahlung, ihrer Mobilität und des persönlichen Einsatzes ihrer Eigentümer für die Wirtschaft Deutschlands lebenswichtig.“

Den ersten Preis erhielt die Kohne Ingenieurbüro GmbH für die Entwicklung einer digitalen Litfass-Säule, mit der aktuelle Informationen scheinbar freischwebend übertragen werden können. Das Prinzip beruht auf der Täuschung des menschlichen Auges. Drei senkrecht verlaufende Zeiger geben Leuchtsignale ab und rotieren mit einer derart hohen Geschwindigkeit, dass die Zeiger vom Auge nicht mehr wahrnehmbar sind. Dadurch entsteht ein farbiges Bild, das in der Litfass-Säule zu kreisen scheint.

Für ein neues Gewebekulturverfahren in der Orchideenzucht erhielt die Firma Wolfgang Bock Pflanzenexport KG von der Jury den zweiten Preis zuerkannt. Das Verfahren ermöglicht es, aus einer ausgesuchten Elitepflanze Millionen genetisch identischer Nachkommen zu produzieren. Aus einer einzigen Samenkapsel lassen sich durch dieses Verfahren in acht bis zwölf Monaten bis zu 10.000 Orchideen-Pflanzen gewinnen.

Der dritte Preis ging an den Lieferanten der Taue für die spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichtages. Als besonders innovativ bewertete die Jury eine neuartige Tauwerk-Reckanlage der Firma Geo. Gleistein & Sohn GmbH, durch die sich die Eigenschaften von hochmudulen Polyäthylenfasern für schwere Seile deutlich verbessern lassen.

Den von der Bremer Naturschutz-Stiftung gestifteten Sonderpreis „Innovation und Ökologie“ erhielt der Bremer Industrieanlagen-Hersteller Reinluft Relox GmbH, der durch das Verfahren der katalytischen Nachverbrennung eine umweltschonende Alternative zur konventionellen Abluftbehandlung bei industriellen Anlagen entwickelt hat.

Für ausgezeichnete innovative Leistungen sprach die Jury in diesem Jahr zusätzlich zu den Schütting-Preisen drei Anerkennungen aus: der Firma Bruker-Daltonik GmbH für die Entwicklung einer Ionen-Quelle für ein Flugzeit-Massenspektrometer; der Firma Evygo GmbH für eine Entwicklung im Software-Bereich sowie der Firma Finnigan MAT GmbH für das Projekt des neuen Thermionen-Massenspektrometers „Triton“.