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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Hafengruppe Bremen/Bremerhaven erzielt im Jahre 2001 trotz deutlich abgeschwächter Weltkonjunktur neues Rekordergebnis im Seegüterumschlag

17.12.2001

46,2 Millionen Tonnen umgeschlagen – Bremerhavener Containerterminal „Wilhelm Kaisen“ erhöht Marktanteil in der Hamburg-Antwerpen-Range –Rückgänge beim Massengut, konventionelles Stückgut kaum verändert


Trotz einer deutlich abgeschwächten internationalen Konjunktur wird die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven 2001 einen neuen historischen Umschlagrekord erzielen. Nach Angaben von Wirtschafts- und Häfensenator Josef Hattig steigt der Seegüterumschlag der Zwillingshäfen im zu Ende gehenden Jahr von 45,0 (2000) auf voraussichtlich 46,2 Millionen Tonnen (plus 2,7 Prozent). Der Schätzung des Ressortchefs liegen die Hafenzahlen der ersten zehn Monate dieses Jahres zugrunde.

„Wie in jedem der vergangenen acht Jahre wird die Vorjahresmarke beim Gesamtumschlag unserer Häfen 2001 erneut übertroffen“, sagte Hattig am Montag (17.12.2001) vor Journalisten in Bremen. Das Plus beim Gesamtumschlag verdankt die Hafengruppe vor allem der erfreulichen Entwicklung des Containerumschlags (plus 6,5 Prozent). Beim konventionellen Stückgut (Fahrzeuge aller Art, Maschinen, Röhren usw.) bleibt der Umschlag auf hohem Niveau fast konstant. Dagegen wird beim Massengut voraussichtlich ein Minus von 5,4 Prozent verbucht.

Der Hafenstandort Bremerhaven mit seinen modernen Anlagen für den Umschlag von Containern, Fahrzeugen und Südfrüchten verbessert seine Position in allen Bereichen und erreicht 2001 mit 32,3 Millionen Tonnen einen Zuwachs von 7,0 Prozent. Bremen-Stadt bringt es in diesem Jahr nach Hattigs Schätzung auf 13,9 Millionen Tonnen Gesamtumschlag, ein Minus von 6,1 Prozent.

Hier wichtigsten Entwicklungen aus der vorläufigen bremischen Hafenstatistik 2001:


    Container: Bremerhaven gewinnt erneut Marktanteile

Der Containerumschlag, der sich im Land Bremen fast vollständig auf den Bremerhavener Terminal „Wilhelm Kaisen“ konzentriert, wird in diesem Jahr von 27,4 auf 29,2 Millionen Tonnen steigen, ein Plus von 6,5 Prozent. Auf Basis von 20-Fuß-Einheiten (TEU) ergibt sich eine Zunahme von 180.000 auf mehr als 2,9 Millionen TEU.


Nachdem der Umschlag der Transportboxen in Bremerhaven innerhalb von nur zwei Jahren – von 1998 bis 2000 – sprunghaft um insgesamt etwa 50 Prozent gestiegen war, hat sich die Entwicklung im Jahre 2001 normalisiert. Hattig: „Obwohl die Nordamerika-Verkehre für uns überdurchschnittlich wichtig sind und sich die Rezession in den USA deshalb negativ auf den Hafen auswirkte, können wir mit der jüngsten Entwicklung des Containerumschlags zufrieden sein.“

Die Bremischen Häfen haben im zu Ende gehenden Jahr zum Teil deutlich besser abgeschnitten als Wettbewerbshäfen in der Hamburg-Antwerpen-Range. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichten Antwerpen, Rotterdam, Bremen / Bremerhaven und Hamburg ein durchschnittliches Plus von 2,7 Prozent. Da der Containerumschlag im Land Bremen deutlich stärker zunahm, haben die Bremischen Häfen ihren Marktanteil in der Range in diesem Jahr erneut erhöht, und zwar auf etwa 16 Prozent.

Vor diesem Hintergrund begrüßte Hattig, dass der Hafenausbau gezielt fortgesetzt wird: „Mit dem Bau von CT IIIa ist vor einigen Monaten begonnen worden. Wir werden den damit verbundenen neuen Liegeplatz im Jahre 2003 an den Terminal-Betreiber übergeben.“ Die weitere Verlängerung der Bremerhavener Stromkaje in Nordrichtung (Containerterminal IV, zwei Liegeplätze) sei in der Planung und werde im Laufe des Jahres 2006 abgeschlossen, sagte der Senator.


    Automobile: Umschlag wächst zweistellig

Beim Umschlag nicht-containerisierten Stückguts (Automobile, Stahl, Maschinen, Röhren usw.) hat die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven ihre führende Position unter den deutschen Seehäfen im zu Ende gehenden Jahr behauptet. Während beim Eisenumschlag Rückgänge verzeichnet werden, blieb der Umschlag von Waldproduk-ten (Holz, Zellulose, Papier) praktisch konstant.

Beim Umschlag von Automobilen können die Bremischen Häfen erneut auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Zahl der an der Weser im- und exportierten Fahrzeuge steigt 2001 zweistellig von 1,1 auf deutlich über 1,2 Millionen Einheiten. Im- und Export entwickelten sich dabei unterschiedlich. Hattig: „In diesem Jahr werden erstmals mehr als 700.000 Wagen über Bremerhaven exportiert. Damit werden die Vorjahreszahlen bei den Auto-Exporten zum neunten Mal in Folge übertroffen. Bei den Importen können die Umschlagzahlen des Vorjahres nicht ganz erreicht werden.“


    Rückgänge beim flüssigen Massengut

Beim Massengutumschlag der Bremischen Häfen wird das Vorjahresergebnis von knapp 11,2 Millionen Tonnen um etwa 600.000 Tonnen unterschritten. 10,1 von insgesamt etwa 10,6 Millionen Tonnen Massengut entfallen auf Umschlagbetriebe in der Stadt Bremen. Damit wickelt der Standort Bremen-Stadt mehr als 95 Prozent des gesamtbremischen Massengutumschlag ab.


Bei der von der Menge her wichtigsten Güterart, den Eisenerzen, war der Umschlag im vergangenen Jahr von 3,8 (1999) auf 5 Millionen Tonnen gestiegen. Diese Größenordnung wird auch im Jahre 2001 erreicht.

Unter dem hohen Niveau des Vorjahres (1,5 Millionen Tonnen) liegt diesmal der Import von Koks und Steinkohle. Für 2001 erwarteten die Bremer Hafenstatistiker einen Umschlag von 1,4 Millionen Tonnen. Das flüssige Massengut (Mineralölimporte) er-reicht in diesem Jahr eine Größenordnung von 1,6 Millionen Tonnen.

Der Umschlag der Massengüter Getreide und Futtermittel (einschließlich Melasse) erreicht im zu Ende gehenden Jahr eine Größenordnung von etwa 900.000 Tonnen, knapp 200.000 weniger als im Vorjahr. Der Grund: Man hat weniger Getreide exportiert und weniger Futtermittel importiert.